Ausflugstipps für Brandenburg
: Rund um Bad Saarow – die schönsten Denkmäler

Einer der schönsten Bahnhöfe des Landes, eine „Musenhütte“ und ein einstiges Moorbad: An Denkmälern mangelt es Bad Saarow nicht. Wir stellen einige der schönsten Ausflugsziele vor.
Von
Michael Heider
Bad Saarow
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Wer mit der Bahn nach Bad Saarow reist, bekommt direkt bei der Ankunft das erste sehenswürdige Denkmal präsentiert.

Bernhard Schwiete

Entlang des Scharmützelsees reihen sich nicht nur schicke Villen und Restaurants. Auch historische Künstlerhäuser, beeindruckende Architektur und sogar militärische Relikte sind in und um Bad Saarow zu finden. Hier eine Auswahl der interessantesten Denkmäler und Orte.

Bahnhof und Bahnhofsplatz (Bad Saarow)

Schon über 110 Jahre alt und noch immer einer der schönsten Bahnhöfe Deutschlands: das Bahnhofsgebäude in Bad Saarow

Marcel Gäding

Neben seiner Lage am idyllischen Scharmützelsee lockt Bad Saarow auch mit herausragender Architektur. Augenfälliges Beispiel: der Bahnhof des Ortes. Die Anlage vereint in Form von Heimatstil, preußischen Klassizismus und Fachwerk gleich mehrere Baustile und zählt damit nicht nur zu den schönsten Bahnhöfen Brandenburgs, sondern ganz Deutschlands. Zurück geht der repräsentative Bau auf Entwürfe der Architekten Emil Kopp und Siegfried Bernstein.

Bereits seit 1911 ist das mittlerweile denkmalgerecht sanierte Empfangsgebäude, dessen Vorplatz eine Brunnenplastik ziert, Ankunftspunkt für Besucherinnen und Besucher des Kurortes. Zu dessen Geschichte informiert die Ausstellung „Metropole & Provinz“ (Berlin & Bad Saarow) im Obergeschoss des Bahnhofsgebäudes. Auch eine Ausstellung zur jüdischen Geschichte in Bad Saarow befindet sich dort.

Adresse: Bahnhof Bad Saarow, Bahnhofsvorplatz 4, 15526 Bad Saarow-Pieskow / Öffnungszeiten der Ausstellungen: Mo-Fr, 9 bis 17 Uhr / Sa und So, 9 bis 16 Uhr

Altes Moorbad/SaarowCentrum (Bad Saarow)

Elektro- und Hydrotherapien sind dort zwar nicht mehr im Angebot, dafür Ausstellung zu Geschichte und Architektur in Bad Saarow: das historische Moorbad

Paul-Olaf Beeking

Wie stark Emil Kopp in Bad Saarow wirkte, ist nicht nur anhand des dortigen Bahnhofs zu erkennen. Der Architekt entwarf auch das historische Moorbadgebäude, das 1914 nach seinen Plänen errichtet wurde. Vorangegangen war der Fund von Heilmoor auf den Wierichwiesen. Wurden im Ersten Weltkrieg dort noch kranke Offiziere behandelt, entwickelte sich das Moorbad zu einer überregional bekannten Kuranlage. Die Heilkräfte des Naturmoors wurden für die verschiedensten medizinischen Zwecke genutzt. Gäste konnten etwa Elektro- und Hydrotherapien durchführen lassen, Schwefelbäder nehmen, Massagen genießen und sogar Röntgenbehandlungen buchen.

Inzwischen befindet sich in dem historischen Gebäude das „SaarowCentrum“, das als Verwaltungszentrum für verschiedene Einrichtungen dient. Neben einer Hobbythek und einer Bibliothek, ist dort auch Platz für wechselnde Ausstellungen. In einer Dauerausstellung erfahren Besucherinnen und Besucher mehr über die Geschichte und Architektur des Ortes.

Adresse: Ulmenstraße 15, 15526 Bad Saarow / Öffnungszeiten der Ausstellungen: Mo-Fr: 10 bis 17 Uhr

Scharwenka-Haus (Bad Saarow)

Einst „Musenhütte“, heute Veranstaltungsstätte mit großem Kulturprogramm: das Scharwenka-Haus in Bad Saarow

Marcel Gäding

Bad Saarow diente zahlreichen Künstlern und Komponisten als Domizil. Zu ihnen zählte auch der 1850 in Posen geborene Pianist und Musikpädagoge Xaver Scharwenka. Er kaufte 1910 ein Grundstück mit Waldgarten in der Moorstraße. Was ihm vorschwebte, war ein Sommerhaus „im Gebirgsstil“. Nur zwei Jahre später stand die von ihm selbst so bezeichnete „Musenhütte“. Noch heute beeindruckt die imposante, mit aus den USA importiertem Pinenholz gebaute Villa mit ihrem überstehendem Satteldach.

Scharwenka selbst nutzte sein Refugium bis zu seinem Tod im Jahr 1924, seine Familie noch bis in die 1940er. Später unter anderem als Verpflegungspunkt für Urlauber der Sozialversicherung und Café genutzt, stand das Haus ab 1991 zeitweise leer. Im Jahr 2005 wurde die inzwischen im Eigentum der Gemeinde befindliche Villa unter Denkmalschutz gestellt. Heute beherbergt das schrittweise sanierte und restaurierte Gebäude ein Kulturforum mit Musikermuseum, einer Galerie und ortsgeschichtlichen Ausstellungen. In diesem Jahr gefeiert wird das zehnjährige Bestehen des Kulturforums und der 100. Todestag des Komponisten und Pianisten Xaver Scharwenka.

Adresse: Moorstraße 3, 15526 Bad Saarow / Das aktuelle Veranstaltungsprogramm des Scharwenka-Kulturforums finden Sie hier.

Bunkeranlage „Fuchsbau“ (Petersdorf)

In der jahrzehntelang militärisch genutzten Bunkeranlage „Fuchsbau“ in den Rauener Bergen befindet sich heute ein Museum.

Bettina Winkler

Die Geschichte Bad Saarows besteht längst nicht nur aus Kur und Kunst. Das beweist nicht zuletzt die Bunkeranlage in den Rauenschen Bergen – auch bekannt als „Fuchsbau“. Im Sommer 1943 errichtet, diente sie der Waffen-SS als Nachrichtenzentrale. Den Bau der Anlage mussten auch Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge umsetzen. Er diente als Fernschreiber-Knotenpunkt zwischen Riga, Warschau, Prag, Wien, Metz, Apeldorn und Berlin bis die letzten SS-Einheiten im April 1945 vor der nahenden Roten Armee aus dem „Fuchsbau“ flüchteten.

Ab Mitte der 1960er nutzten die NVA-Luftstreitkräfte die Bunkeranlage. Auch nach der Wende befand sich dort unter anderem ein Radarführungskommando der Bundeswehr im Einsatz, ehe die Anlage 1995 verlassen und versiegelt wurde. Nach einem Jahrzehnt unter Verschluss wurde der „Fuchsbau“ wieder geöffnet. Heute ist er als technisches Denkmal geschützt und beherbergt ein Museum. Zudem werden Führungen durch die Anlage angeboten (aktuell: samstags um 10 Uhr).

Adresse: Am Fuchsbau 8a, 15526 Bad Saarow / Preise für Führungen: Erwachsene 20 Euro, Jugendliche (10 bis 17 Jahre) 10 Euro, Kinder (bis 9 Jahre) 5 Euro / Weitere Infos unter www.bunkermuseum-fuchsbau.de