Bahn Berlin-Brandenburg: Pläne für Regional-Bahnhof Buch – diese Züge könnten halten

Gibt es noch grünes Licht für einen Regional-Bahnhof in Berlin-Buch?
Sören Stache/dpa- Berlin diskutiert Bau eines Regional-Bahnhofs Buch. CDU und SPD unterstützen den Plan.
- Station könnte auf ehemaligem Güterbahnhof entstehen und schnelle Verbindungen zum BER bieten.
- Pendler aus Brandenburg und Bewohner neuer Stadtviertel profitieren.
- Alternative: Turmbahnhof Karower Kreuz, Bau frühestens ab 2035.
- Entscheidung im Abgeordnetenhaus noch vor Sommerpause erwartet.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
In Berlin wird über einen neuen Regional-Bahnhof in Buch diskutiert. Die Fraktionen der CDU und der SPD im Abgeordnetenhaus haben dazu einen Antrag zur Abstimmung vorbereitet.
Darin wird der Senat aufgefordert zu prüfen, ob und inwiefern die Errichtung und der Betrieb eines Regional-Bahnhofs am S-Bahnhof Buch im Rahmen eines Verkehrskonzepts Nord-Ost sinnvoll und realisierbar wäre.
Neuer Bahnhof für Berlin – schnelle Verbindung zum BER
Der Regionalhalt könnte dabei auf dem ehemaligen Güterbahnhof eingerichtet werden und idealerweise auch Umsteigebeziehungen zur S-Bahn ermöglichen, heißt es. Dadurch könnten sowohl die Züge der RB24 als auch einzelne Züge des RE3 oder des RE/RB66 in Buch einen Halt einlegen. „Das ermöglicht schnelle Verbindungen zum BER, in das Berliner Zentrum und bis nach Stettin“, erklärt der CDU-Abgeordnete Johannes Kraft.
Der Politiker aus Pankow hält den Regionalhalt für dringend notwendig, weil die Region an der Stadtgrenze zu Brandenburg seit Jahren boomt. Es gehe aber nicht alleine darum, die vielen internationalen Experten im Max Dellbrück Center, der Helios-Klinik sowie der ansässigen Firmen besser an den Flughafen BER anzuschließen, erläutert Kraft.
„In einem Radius von fünf Kilometern sollen ja in den kommenden Jahren noch zusätzlich über 20.000 neue Wohnungen für über 50.000 Menschen gebaut werden“, verweist Kraft auf die neuen geplanten Stadtviertel vom Blankenburger Süden bis Französisch Buchholz.
Berliner S-Bahn im Berufsverkehr überfüllt
Dazu käme, dass viele Pendler aus dem Brandenburger Umland mit dem Auto zum Bahnhof Berlin-Buch fahren, um dort in die S-Bahn zu steigen, weil der Halt schon im preiswerteren AB-Tarif liegt. Dabei sei die S2 jetzt schon chronisch überbelegt. „Morgens zwischen 7.30 und 8 Uhr ist es schwer, überhaupt hineinzukommen“, berichtet der Abgeordnete, der selbst regelmäßig aus dem Berliner Nordosten in die Innenstadt pendelt.
Die Forderungen nach dem Regionalhalt in Buch aber gibt es schon seit mehreren Jahren. Der Bürgerverein, ansässige Firmen und der Klinik-Campus mit den wissenschaftlichen Einrichtungen machten sich erstmals 2019 dafür stark. Auch die Bezirksverordneten von Pankow beschlossen schon damals, dass sich das Bezirksamt beim Senat für einen Regional-Bahnhof Buch einsetzen soll.
Doch in der Berliner Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt hegt man andere Pläne und favorisiert einen Ausbau am Karower Kreuz auf der Stettiner Bahn am Schnittpunkt zum Berliner Außenring. Auch dort soll mit dem Turmbahnhof Karower Kreuz in „Nord-Süd“- und „Ost-West“-Richtung ein neuer Regional-Bahnhof entstehen.
„Dieser Bahnhof bietet viele Umsteigemöglichkeiten und Netzverknüpfungen aufgrund weiterer dort verkehrender S-Bahn- und Regionalverkehrslinien“, erklärt Michael Herden, Sprecher der Verkehrsverwaltung. „So entstehen insbesondere auch neue Verbindungen zu den östlichen Bezirken Berlins und in westlicher Richtung nach Oranienburg.“
Umsteigen zwischen S-Bahn und Regionalzug
Bei der geplanten „Durchbindung“ der S75 am Karower Kreuz übernimmt die S75 den heutigen Linienverlauf der S8 in Richtung Birkenwerder. Die S8 soll dann über die Stettiner Bahn parallel zur S2 nach Buch geführt werden. Am Karower Kreuz ist eine Umsteigemöglichkeit zwischen der S8 und allen anderen dort stoppenden Linien des S-Bahn- und des Regionalverkehrs vorgesehen.
„Durch den neuen Turmbahnhof wird die Anbindung der Entwicklungsgebiete von Karow verbessert und die S-Bahnlinie S2 entlastet“, erklärt Herden. Darüber hinaus führe der Turmbahnhof zu Reiseverkürzungen für Fahrgäste aus und nach Buch.
„Ein zusätzlicher Regionalhalt Buch ist demnach - neben dem Turmbahnhof Karower Kreuz - aus verkehrlicher Sicht nicht zielführend“, betont der Behördensprecher. Der Turmbahnhof Karower Kreuz habe aufgrund der deutlich besseren Umsteigeverbindung, Reisezeiten und Wohnungsbauentwicklung Priorität.
Doch auch für Karow läuft derzeit gerade mal die Ausschreibung der Planungsleistungen. Baubeginn ist nach jetzigem Stand frühestens 2035, die Inbetriebnahme 2040.
Für einen Regional-Bahnhof Buch wiederum spreche, dass man dort die Fläche für den neuen Regio-Halt nicht erst wie in Karow aufwändig erschließen müsse, hält CDU-Mann und Verkehrsexperte Kraft dagegen. „Der Bau des Regional-Bahnhofs kann als Seitenbahnsteig mit einer eingleisigen Ausfädelung im Bereich des ehemaligen Güterbahnhofs erfolgen, während alleine die Erschließung in Karow 80 Millionen Euro kosten würde“ so Kraft, der selbst in Berlin-Buch geboren ist, aber in Karow lebt.
Der Berliner Fahrgastverband IGEB ist da eher neutral. „Ein Regional-Bahnhof Karow, aber auch in Buch haben jeweils etwas für sich, aber beide zu bauen, wäre zu viel“, sagt IGEB-Geschäftsführer Florian Müller.
Neue S-Betriebswerkstatt in Karow
Er glaubt aber, dass der politische Wille eher zu Karow tendiere, unter anderem weil sich die Stadt dort zusätzlich an der Schönerlinder Straße eine Fläche gesichert hat, auf der perspektivisch eine neue S-Betriebswerkstatt gebaut werden könnte, die nicht der Deutschen Bahn gehört. In dieser könnten laut Müller in ferner Zukunft auch private Bahn-Unternehmen ihre Züge unterstellen, und man würde sich dadurch in Sachen Vergabe von der DB unabhängiger machen.
Die Deutsche Bahn selbst will sich zu den zwei Varianten und ihren möglichen Kosten derzeit nicht äußern. „Wenn aus Buch ein Regionalhalt werden soll, muss das vom Land Berlin über den Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) bei der Deutschen Bahn AG als Infrastrukturbetreiber angefragt werden“, erklärt ein Sprecher. Erst damit würden bauliche und fahrplantechnische Planungen beginnen.
SPD und CDU fordern in dem Antrag, dass erst einmal Flächen im Bereich des ehemaligen Güterbahnhofs gesichert werden und der Regional-Bahnhof Buch mit „vordringlichem Bedarf“ so wie das Karower Kreuz in das Infrastrukturprogramm 2030 aufgenommen wird.
Der besagte Antrag wurde nach einer ersten Lesung vor wenigen Tagen im Abgeordnetenhaus in den Ausschuss für Mobilität und Verkehr gegeben, wo er demnächst diskutiert werden soll. Eine Entscheidung der Abgeordneten wird noch vor der Sommerpause erwartet.




