Die Brandenburger müssen sich auf eine Verlängerung des harten Lockdowns zur Eindämmung des Coronavirus einstellen. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sagte am Dienstag nach den Bund-Länder-Beratungen, der seit dem 9. Januar geltende Lockdown solle bis zum 14. Februar verlängert werden. Das hatten die Regierungschefs der Länder mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) vereinbart. Das Kabinett wolle darüber voraussichtlich am Donnerstag beraten, sagte Woidke. Am Mittwoch will der Regierungschef den Landtag in einer Sondersitzung über die Beschlüsse unterrichten.

Schulen bleiben geschlossen - Präsenzpflicht ausgesetzt

Damit blieben die meisten Geschäfte sowie Kinos, Theater und Gaststätten vorerst zu. Schulen und Kindergärten sollen nach dem Beschluss der Bund-Länder-Runde ebenfalls grundsätzlich geschlossen bleiben beziehungsweise die Präsenzpflicht für die Schüler ausgesetzt werden. In Brandenburg gab es bislang Ausnahmen für Abschlussklassen und Förderschulen.
„Die Infektionszahlen gehen langsam nach unten – aber das reicht nicht“, sagte Woidke. „Die in einigen Staaten aufgetretene Mutation ist deutlich infektiöser als die bisher bekannten Virus-Varianten. Wir müssen vorsichtig sein.“ Daher müsse der Lockdown verlängert werden. Außerdem sollten durch die Ausweitung von Home-Office die Kontakte der Menschen weiter reduziert werden. „Wenn mehr Menschen zu Hause arbeiten, wird auch der ÖPNV weniger belastet“, erklärte der Regierungschef. „Gerade weil wir noch zu wenig über die Verbreitung der Mutation wissen, sollten wir uns und andere noch besser durch die Nutzung von medizinischen Masken vor Infektionen schützen.“

Höchste Zahl an Corona-Todesfällen in Brandenburg

In Brandenburg sind am Dienstag so viele neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus bestätigt worden wie seit Beginn der Pandemie nicht. 83 Menschen seien innerhalb eines Tages gestorben, teilte das Gesundheitsministerium mit. Die Zahl neuer Ansteckungen pro 100.000 Einwohner in einer Woche nimmt dagegen ab: Für Brandenburg lag der Durchschnitt bei fast 230, vor einer Woche bei 286.
Eine Corona-Schutzimpfung haben laut Ministerium bisher
41.094 Menschen erhalten, 2620 mehr als am Vortag. Die Impfungen waren schleppend angelaufen, kamen dann aber voran. Nun sorgt eine Lieferverzögerung der Hersteller Biontech und Pfizer für Unklarheit. Brandenburg bekommt in der kommenden Woche 25 Prozent weniger Impfstoff der Hersteller Biontech und Pfizer. Daher könnten in den kommenden Wochen weniger Erstimpfungen durchgeführt werden, teilte das Gesundheitsministerium am Dienstag mit. Die Reduzierung der Impfstoffmenge werde bis Mitte Februar nicht kompensiert, hieß es in der Mitteilung. Darüber hinaus gebe es noch keine gesicherten Lieferzusagen der Hersteller.

Keine neuen Termine in Impfzentren

Für die Impfzentren in Potsdam, Cottbus und Schönefeld werden vorerst keine neuen Impftermine vergeben. Bei den bereits vereinbarten Terminen werde es von der kommenden Woche an zu Umbuchungen kommen. Die vereinbarten Termine in den Impfzentren Elsterwerda, Frankfurt (Oder) und Oranienburg, die in dieser Woche starten, bleiben bis Ende kommender Woche bestehen.
Auch in den Pflegeheimen werde weiter geimpft, erklärte das Ministerium. Die mit den Pflegeeinrichtungen bislang vereinbarten Termine mit den mobilen Impfteams für die Erst- und Zweitimpfung solle es unverändert geben.
„Die jetzt vorliegenden Informationen zum weiteren Lieferzeitplan und Lieferumfang des BioNTech/Pfizer-Impfstoffs sind nicht zufriedenstellend. Es gibt noch viele Unklarheiten“, sagte Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne). Das Land könne das System nicht beliebig schnell hoch- und runterfahren, betonte sie.
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