Die künftige Brandenburger Regierung will den Stichtag für die Einschulung im Land ändern. Das geht aus dem dieser Zeitung vorliegenden Koalitionsvertrag vor. Am Donnerstagabend verkündeten SPD, CDU und Bündnisgrüne den erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen. Das Ergebnis wird heute vorgestellt.
Außerdem wurde die künftige Ressortverteilung bekannt. Finanzen, Bildung, Wirtschaft und Wissenschaft gehen an die SPD. Die CDU übernimmt die Ministerien für Inneres, Verkehr und Justiz. Die Bündnisgrünen sollen für Landwirtschaft und Umwelt verantwortlich sein sowie für Soziales und Gesundheit.
Im Bildungsbereich soll künftig ausgeschlossen werden, dass gegen den Elternwillen Kinder bereits mit fünf Jahren zur Schule müssen. Dafür wird der Stichtag vom 30. September auf den 30. Juni vorgezogen. Das heißt künftig: Alle Mädchen und Jungen, die am 30. Juni eines Jahres sechs Jahre alt sind, gelten in diesem Sommer als schulpflichtig. "Wie bisher können Eltern einen Antrag auf frühere Einschulung ihres Kindes stellen", heißt es im Koalitionsvertrag weiter. Ab wann die Änderung des Stichtags gelten soll, ist noch unklar.
Als einzige der drei angehenden Regierungsparteien hatte die CDU eine entsprechende Forderung im Wahlprogramm für die Landtagswahl. Noch vor einer Woche hatte das Bildungsministerium auf Anfrage dieser Zeitung erklärt: "Wir sehen keine Veranlassung, den Stichtag 30. September zu ändern." Hintergrund der Anfrage war die seit einigen Wochen laufende Petition Brandenburger Eltern gegen die Einschulung mit fünf Jahren. Bislang wurde die Forderung online 7000 Mal unterzeichnet.
Eltern kritisieren, dass Kindergärten und Schulleitungen zuweilen gegen den Willen der Mütter und Väter auf die frühe Einschulung pochen würden. Eltern müssten mancherorts ärztliche Atteste vorlegen, damit ihre Kinder zurückgestellt werden.