Essen in Spandau: Jäger aus Gatow mit besonderem Angebot – Dachsschinken und mehr

Hirschkeule, Rehrücken und Wildschweingulasch sind beliebt als Weihnachtsbraten. Wer zu Weihnachten eine besondere Fleischmahlzeit auf dem Teller haben möchte, sollte rechtzeitig ans Bestellen denken.
Jens Kalaene/picture alliance/dpaGans und Ente sind die Klassiker zu Weihnachten – lecker zubereitet mit Kartoffeln, Klößen sowie Rot- oder Grünkohl. Doch für manche besteht das Feiertagsmenü zunehmend aus Wildschweingulasch, Rehrücken oder Hirschbraten. Ein Jäger aus Spandau hat sich für diese Saison ein ganz besonderes Angebot ausgedacht.
Christian Heymann geht vier- bis sechsmal in der Woche nachts raus, um zu jagen. Mittlerweile ist er für 430 Hektar in der Umgebung von Gatow verantwortlich. Seine Leidenschaft für das Jagen hat er vor knapp acht Jahren entdeckt.
Essen in Spandau: Spezielles Weihnachts-Angebot in Gatow
„Wir hatten hier ein großes Wildschweinproblem auf unseren Gemüseflächen“, erklärt der Geschäftsführer des Hofladens „Wild und Gemüse“ in der Straße Alt-Gatow 30. Die Anbauflächen sind inzwischen eingezäunt. Heymann hat den Jagdschein – und damit die Legitimation, sich um den Wildtierbestand in Gatow zu kümmern.

Bis zu sechsmal sitzt Jäger Christian Heymann nachts auf seinem Hochsitz. Er ist sich bewusst, dass das Jagen kein Hobby ist. Er setzt sich für einen bewussten Konsum von Fleisch ein.
Christian HeymannDas Jagen in der Nähe der Stadt ist herausfordernd, sagt der Jäger. Wildtiere finden leicht zu fressen und können sich gut vermehren. „Die Wildschwein-Population in Spandau ist sehr groß.“ Zusätzlich müsse er besonders aufmerksam sein, es ist immer möglich, dass jemand nachts um 1.30 Uhr in den Rieselfeldern mit seinem Hund spazieren geht.
„Jagen ist kein Hobby“, erläutert Heymann, der sehr genau weiß, dass seine Leidenschaft mit dem Töten zu tun hat. „Wer jagt, sollte sich bewusst sein, was er macht.“ Für Heymann gehört das Jagen zur Bestandspflege.
Rehrücken – hohe Nachfrage zur Weihnachtszeit in Gatow
Alles, was Heymann erlegt, wird auch vermarktet. Bestellungen zu Wurst und Fleisch gibt es das ganze Jahr. „Jetzt wo es kalt wird, kommen die ersten Gulaschbestellungen rein.“ Ihm ist es wichtig, dass das ganze Tier verwertet wird, erläutert der Jäger.
Zu Weihnachten sei vor allem Rehrücken sehr beliebt. „So ein Reh hat aber nur einen Rücken“, sagt Heymann. Daher sei der Bestellstopp dafür schon sehr früh. „Man muss den Leuten oft sagen, dass man die Rippchen oder den Nacken ebenfalls verwenden kann“, berichtet Heymann.
Preise und Frist für den Weihnachtsbraten in Spandau
Vier Wochen vor Weihnachten nimmt der Jäger keine Bestellungen mehr an. „Für Rehrücken muss man sich jetzt schon melden“, rät der Jäger. Wild sei grundsätzlich etwas Besonders. Dies darf dann auch etwas mehr kosten. „Wild ist kleiner, daher ist der Kilopreis höher.“ Rund 24 Euro kostet ein Kilo Wildfleisch direkt vom Jäger. Dafür erhalte die Kundschaft hochwertiges Fleisch und gute Qualität.

Der Dachs lebt in Clans, in dem mehrere Generationen zusammenleben. Auch wenn Dachse Allesfresser sind, ist vor allem der Bestand der Bodenbrüter in den Rieselfeldern von ihm bedroht. (Symbolbild)
Christian Charisius/picture alliance/dpa„Ich lege Wert darauf, nachhaltig zu jagen“, sagt Heymann. Ihm geht es bei der Jagd auch um Wissensvermittlung. Deshalb bietet er ebenfalls Jagdbegleitungen über zwei Tage an – quasi vom Erlegen, über die Verarbeitung bis auf den Teller. „Es geht um Wertevermittlung, das Reflektieren, woher Fleisch kommt und die Verantwortung für den eigenen Konsum.“
Etwas Besonderes zu Weihnachten: Dachsschinken
Das bewusstere Konsumieren hat ihn auch auf sein neuestes Angebot gebracht. Heymann bietet in diesem Jahr zusätzlich Dachsschinken an. In den 1970er Jahren stand der Dachs noch unter Naturschutz. Inzwischen hat sich die Population erholt. Von Anfang August bis Ende Oktober darf der Dachs bejagt werden – oder muss, wie im Revier von Heymann.
„In meinem Revier gibt es viele Dachse.“ Das Raubwild lebe in Clans, erklärt der Jäger. Dachse bekämen im Jahr bis zu acht Jungtiere. Ein Clan könne schnell mehr als zwölf Mitglieder haben, die im gleichen Gebiet wildern. „Besonders gefährlich ist das für Bodenbrüter“, sagt Heymann. Davon gibt es einige in den Rieselfeldern – auch stark gefährdete Arten, wie Rebhühner, die auf der „Roten Liste“ stehen.
Durch die Schonzeit gibt es den Dachsschinken nicht das ganze Jahr. Auch jetzt werde er noch nicht verkauft, sondern lediglich in der Weihnachtszeit. Erwachsen ist die Idee aus Heymanns Grundsatz, alles, was er erlegt, auch vollständig zu verwerten.
Wildfleisch aus Spandau – exklusiver Verkauf in Gatow
„Dachsfleisch schmeckt etwas würziger“, sagt der Experte. Aktuell probiere er noch viel aus. „Wir werden den Dachs noch etwas länger abhängen, damit er trockener wird.“ Da Meister Grimbart eine sehr gute Nase hat, sei er schwerer zu erlegen. „Man muss ihn schon überlisten“, verrät Heymann.
Öffnungszeiten und Bestellungen im Hofladen
● Geöffnet: Donnerstag und Freitag: 13 Uhr bis 18.30 Uhr, Samstag 10 Uhr bis 17 Uhr
● Adresse: Alt-Gatow 30, 14089 Berlin
● Kontakt: (030) 36 55 196, info@wildesgut.de
Für den Dachsschicken nimmt der Jäger keine Bestellungen entgegen. „Den gibt es nur im freien Verkauf“ im Hofladen in der Straße Alt-Gatow 30. Für das nächste Jahr experimentiert Heymann schon am nächsten Gericht. Dann will er neben dem Dachsschinken auch Dachskeule anbieten.

