Garten in Brandenburg
: Hecke, Rasen, Schädlinge – was ist im Frühling zu tun?

HintergrundBlühen soll es auf dem Grundstück, ein schattiges Plätzchen darf nicht fehlen und eine reiche Ernte ist erwünscht. Wie schafft man es, dass der Garten alle Wünsche erfüllt?
Von
Annegret Krüger
Frankfurt (Oder)/Cottbus
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Lebensbaum Thuja „Brabant“: ARCHIV - Der Herbst ist die ideale Jahreszeit, um Nadelgehölze zu pflanzen. (zu dpa: «Warum der Herbst die ideale Zeit zum Pflanzen ist») Foto: Christin Klose/dpa-mag - Honorarfrei nur für Bezieher des Dienstes dpa-Magazin +++ dpa-Magazin +++

Garten in Brandenburg: Hier sind sie noch klein und handlich – aber mit den Jahren können Thuja-Pflanzen in einer Hecke verkahlen. Oder zum großen Ärgernis werden. Lässt sich dagegen noch etwas tun?

Christin Klose/dpa-mag/dpa
  • Gartenarbeit im Frühling: Thuja-Heckenpflege, Düngung und Schädlingsbekämpfung sind Themen.
  • Ulrike Holz vom Landesamt beantwortet Fragen zur Pflege von Thuja-Hecken und Scheinzypressen.
  • Wichtig: Rasen vor oder nach dem Vertikutieren düngen und pflegen.
  • Schädlinge am Tulpenbaum beobachten und natürliche Lösungen finden.
  • Chemische Unkrautbekämpfung nur mit zugelassenen Mitteln erlaubt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Viele Gärten in Brandenburg sind für die neue Saison schon vorbereitet.  Und doch gibt es Fragen: Wann wird ein Rasen am besten gedüngt? Wie erkenne ich welche Krankheiten und Schädlinge an Sträuchern und Bäumen lauern und vor allem, wie kann ich dagegen effektiv und auch nachhaltig vorgehen? Welche „Mittelchen“ sind inzwischen verboten im Einsatz gegen Unkraut? Welche exotischen Pflanzen gedeihen.

Am Lesertelefon hat Ulrike Holz, Referatsleiterin Integrierter Pflanzenschutz im Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung (LELF), Fragen beantworter.

Garten in Brandenburg: Thujahecke dünnt aus – was tun?

Vor über 20 Jahren haben wir am Grundstücksrand eine Thujahecke gepflanzt. Diese ist auch lange gut gewachsen. Seit etwa drei oder vier Jahren müssen wir allerdings feststellen, dass die einzelnen Pflanzen immer schwächer werden. Würde jetzt Dünger helfen oder was können wir tun, um die Hecke zu retten und vor allem die Dichte zu erhalten? 
Das sind gleich mehrere Probleme, die Sie angehen müssen. Wenn Sie in einem ersten Schritt genau festgestellt haben, dass es nicht Schaderreger – also vielleicht Schadpilze oder Insekten – sind, die für die Wachstumsprobleme sorgen, dann sind es in der Regel die Standortbedingungen. Wenn man pflanzt, dann will man es meist schnell blickdicht haben. Die Folge ist, dass die Pflanzen zu eng gesetzt werden.

Indem sie größer werden und sich verdichten, nehmen sich die Pflanzen damit gegenseitig das Licht. Die Folge ist eine Verkahlung von innen her. Die aktiven Wachstumszonen gehen nach außen. Bei zu vielen Pflanzen auf zu engem Raum kommt die Wasser- und Nährstoffkonkurrenz hinzu, was das Problem der Verkahlung und damit das unschöne Aussehen noch verstärkt. Man kann versuchen, mit Dünger und Wassergaben Abhilfe zu schaffen. Aber das löst nicht das Grundproblem. Ratsam wäre, die Konkurrenz der Pflanzen zu minimieren, und dazu könnte jede zweite Pflanze entfernt werden.

Mit Formschnitten ist das Grundproblem in dem konkreten Fall wohl nicht mehr lösbar. Thuja wächst aktiv nur an den noch grünen Pflanzenteilen, verholzte Äste treiben nicht mehr aus. Daher wäre eine Möglichkeit, jede zweite Pflanze herauszunehmen. Die verbleibenden Pflanzen bekommen dann wieder Licht.

Sollten Sie sich wirklich zu einem radikalen Entfernen von Pflanzen durchringen können, um die anderen noch zu retten, dann wäre dies erst im Herbst wieder möglich. Laut Bundesnaturschutzgesetz ist es in der Zeit zwischen März und September verboten, derartig radikale Schnitte oder gar Rodungen auszuführen, um so brütende Vögel zu schützen. Sie haben also noch bis zum Oktober Zeit mit einer Entscheidung, dürfen gerade jetzt nur formgebende Eingriffe realisieren.

Wie werden Scheinzypressen im Garten geschnitten?

Als wir mit der Gestaltung unseres Gartens vor Jahrzehnten begannen, pflanzten wir auch Scheinzypressen. Erst sind diese in die Höhe gegangen, jetzt geht es auch in die Breite und so ist auf manchem Weg kein Durchkommen mehr. Kann man nur die Krone lassen und die Seiten beschneiden? 
Natürlich ist ein Eingrenzen immer möglich, aber da gibt es biologische Gegebenheiten, die Sie kennen und beachten sollten. Bei diesen Pflanzen ist ein pyramidenartiger Schnitt ratsam, so wie er der natürlichen Wuchsform entspricht. Wenn Sie nur an den Seiten im unteren Bereich des Gehölzes Äste entfernen, dann beschatten die darüber liegenden, weiter ausladenden Äste alles darunter und der Wuchs von unten bleibt aus.

Zudem treiben bis auf das Holz zurückgeschnittene Äste beim Lebensbaum nicht mehr aus. Es kommt zum Verkahlen, was nicht besonders gut aussieht. Ein ebenfalls zu beachtender biologischer Aspekt ist, dass Nährstoffe, die die Pflanze aufnimmt, immer nach oben transportiert werden. Wenn die unteren Äste offensichtlich aus Platzgründen entfernt werden sollen, entsteht dort eine Art dunkle Nische ohne aktives Pflanzenwachstum, das heißt der Stamm wird von unten aufgeputzt.

Aus Naturschutzgründen sind für derartige Schnittmaßnahmen die vorgeschriebenen Schnittzeiten im Frühjahr und Sommer zu beachten.

Rasen vor oder nach dem Vertikutieren düngen?

Immer wieder hört man verschiedene Meinungen, ob es wirklich notwendig ist, Rasenflächen zu vertikutieren und ob die Grünflächen vorher oder nachher gedüngt werden sollten. Was ist empfehlenswert? 
Auf alle Fälle ist jetzt die ideale Zeit, um den Rasen zu belüften, also zu vertikutieren. Die Vegetation ist in diesem Jahr schon wieder leicht verfrüht. Die Rasenpflanzen benötigen Luft und Licht zum Wachsen. Das schafft man durch die Lockerungen bzw. das Beseitigen von Moos, das sich oft in den feuchteren Winterwochen gebildet hat. Es macht dem Gras übrigens nichts aus, wenn es beim Vertikutieren in den Wurzelbereichen leicht verletzt wird.

Soll das Gras dann in die wüchsige Phase kommen, benötigt es dringend Wasser und auch Nährstoffe. Mit Niederschlägen sah es in den letzten Wochen ja eher dürftig aus, da muss man jetzt je nach Bodenzustand nachhelfen. Das Wasser spielt auch eine Rolle, wenn es um das Düngen geht. Es ist nicht entscheidend, ob man vor oder nach dem Vertikutieren den Dünger gleichmäßig auf die Flächen ausbringt, wenn er mit Wasser in tiefere Bodenschichten transportiert wurde. Wichtig ist, dass dann eine natürliche oder künstliche Versorgung mit Wasser erfolgt, damit die Pflanze den Dünger auch aufnehmen kann. An Standorten mit sehr viel Moos ist zudem eine Aufkalkung zur Anhebung des ph-Wertes zu empfehlen.

Garten in Brandenburg - Schädlinge am Tulpenbaum

In unserem Garten wächst schon seit Jahren ein Tulpenbaum. Im Vorjahr im Spätsommer klebten die Blätter plötzlich, alles unter dem Baum war klebrig. Ich denke, er hatte Läuse. Sollte ich jetzt im Frühjahr vorbeugend etwas dagegen sprühen oder dem Baum anders helfen? 
Wenn man nicht genau weiß, welche Insekten Auslöser für die klebrigen Absonderungen waren, dann ist dies schwierig. Erst einmal beobachten Sie genau, was mit Beginn der diesjährigen Wachstumsphase passiert. Es könnten Blattläuse sein, obwohl Tulpenbäume nicht dafür prädestiniert sind.

Gerade bei größeren Gewächsen wird es für den Baum trotz des Verlustes von Pflanzensaft nicht kritisch. Das natürliche Gleichgewicht pegelt sich in der Regel wieder ein, wenn ein Schädlingsbefall helfende Nützlinge anzieht.

Der Asiatische Marienkäfer, der auch in unserer Region weit verbreitet ist, hat einen recht großen Appetit und bildet sogar zwei Generationen im Jahr aus. Nehmen Sie also die klebrige Herbstphase Ihres Baumes als Naturereignis hin und beobachten Sie jetzt bei weiter steigenden Temperaturen genau, was passiert. Chemische Maßnahmen sind bei einem so großen Gehölz zumeist ohnehin nicht machbar.

Ulrike Holz, Referatsleiterin Pflanzenschutz Gartenbau und öffentliches Grün im Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung (LELF)

Ulrike Holz ist die Fachfrau am Lesertelefon zu Fragen rund um den Garten. Sie ist Referatsleiterin Pflanzenschutz, Gartenbau und öffentliches Grün im Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung (LELF)

Annegret Krüger

Ein junger Spalierobstbaum hat im Vorjahr noch vor dem Herbst alle Blätter verloren. Sie wurden einfach braun. Flecken oder Insekten haben wir nicht entdecken können, trotz intensiver Suche. Wir haben alle Blätter trotzdem entfernt plus entsorgt und jetzt aber die Sorge, ob der Baum überhaupt wieder austreibt. Kann man dies erkennen, denn die Knospen scheinen noch sehr klein? 
Eine Ferndiagnose ist bei einem solchen „Patienten“ immer schwierig. Der Laubabwurf könnte eine Folge der sehr heißen, trockenen Augustwochen des Vorjahres gewesen sein. Denkbar wären aber auch rindenbrütende Insekten, die Sie natürlich auch bei noch so genauer Betrachtung der braunen Blätter nicht entdecken konnten. Doch jetzt müsste es möglich sein zu prüfen, ob noch Leben in den Zweigen ist. Auch Wurzelschäden sind nicht auszuschließen, beispielsweise durch Mäusefraß.

Manchen Sie einen Schnitt an einem Vorjahrestrieb. Ist dieser innen grün, dann ist es lebendiges Holz. Suchen Sie auch die Rinde nach Bohrlöchern ab, dies wäre ein Hinweis auf Schadkäfer. Schauen Sie die Knospen genau an, denn jetzt müssten daran bereits grüne Zonen zu entdecken sein. Finden Sie gar keine grünen Lebenszeichen, ist das Gehölz leider abgestorben. Gewissheit bringen die nächsten Wochen, dann sollte ein Austrieb deutlich sichtbar sein.

Baumpfingstrose sieht anders als im Prospekt aus

Ich mag im Garten immer auch ausgefallene Pflanzen. So habe ich kürzlich das sehr interessant aussehende Angebot einer Baumpfingstrose entdeckt, mit tollen Blüten auf den Fotos und diese dann im Gartenfachgeschäft bestellt. Jetzt kam die Pflanze. Aber es ist mehr ein Stock und ich zweifle. Das Bild sah anders aus. Gibt es wirklich Baumpfingstrosen? 
Ich kann Sie beruhigen, es gibt wirklich Baumpfingstrosen, man nennt diese Pflanzen auch Strauchpäonien, also Strauchpfingstrose. Das ist kein Fantasiename. Diese Strauchpäonie muss auch wie ein Strauch verholzte Teile haben, aus denen jetzt im Frühjahr ganz zarte, rötliche Blätter austreiben. Das ist wohl das, was Sie bekommen haben und als Stock bezeichnen.

Die Pflanze ist zwar winterhart, aber jetzt gerade beim ersten Austrieb darf kein Spätfrost dieses zarte, empfindliche Gewebe treffen. Innerhalb der Vegetationsperiode verholzen die Triebe dann. Ganz einfach ist es allerdings mit dieser Pflanze, die unterschiedliche Farbvarianten der Blüten hat, nicht. Sie ist recht anspruchsvoll und benötigt ein sonniges, aber über die Mittagszeit halbschattiges Plätzchen, im ausschließlichen Schatten blüht sie nicht. Sie mag es feucht, aber nicht nass, liebt stark nahrhafte Böden, aber keine Konkurrenz von wurzelstarken Nachbarn.

Chemische Mittel gegen Unkräuter im Garten

Die Frühblüher sind durch, andere Pflanzen werden noch durch die Trockenheit ausgebremst. Was aber schon vielfach zu entdecken ist bei mir im Garten, sind Unkräuter, ob auf den Rasenflächen oder den Beeten. Welche chemischen Mittel kann man dagegen einsetzen? Ich habe beim Marktbummel im Nachbarland gesehen, dass es zwei oder drei verschiedene Unkrautvernichter zur Auswahl gibt, was ich ansonsten im Gartenmarkt bei mir in der Stadt nicht mehr bekomme.
Pflanzenschutzmitteln, und dazu zählen auch Unkrautvernichter für den Rasen, dürfen grundsätzlich nur dann nach Deutschland eingeführt werden, wenn sie hier zugelassen sind, das heißt, die Verpackung mit einer Zulassungsnummer des BVL – Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit – versehen ist. Ein polnisches Pflanzenschutzmittel ist in Polen zugelassen, aber nicht in Deutschland und damit ist die Einfuhr und folglich Anwendung in Deutschland auch nicht erlaubt. Gleiches gilt übrigens auch für ein Produkt aus Österreich, auch wenn dort sogar eine Beschriftung in Deutsch vorhanden ist.

Für den Haus- und Kleingartenbereich gibt es auch in Deutschland im Gartenfachhandel verschiedene Herbizide, die speziell für die Dezimierung von unerwünschten zweikeimblättrigen Unkräutern im Rasen und auch gegen Moose zugelassen sind.

Auf Beeten sollte man aufgrund der Vielfalt von Pflanzengemeinschaften auf eine chemische Unkrautbekämpfung generell verzichten. Im Interesse der Natur sollte grundsätzlich überlegt werden, ob eine chemische Unkrautbekämpfung im Freizeitgarten überhaupt notwendig ist.