Schnelle und direkte Hilfe ohne Umwege – das war und ist das Versprechen der Spendenaktion „Wir helfen“ für die Opfer der Flut-Katastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Die Spendensumme liegt aktuell bei 920.694,92 Euro. Etwas mehr als 3000 Euro hat allein das Benefizkonzert des Brandenburgischen Staatsorchesters am 20. August in Frankfurt (Oder) erbracht. Noch bis Ende September können Spenden eingezahlt werden – und vielleicht erreichen wir die magische Summe von einer Million Euro.
Doch von der stolzen Gesamtsumme liegt längst nur noch ein kleiner Teil auf dem eigens eingerichteten Konto des Landkreises Märkisch-Oderland, der die Hilfsaktion gemeinsam mit Märkischer Oderzeitung und Lausitzer Rundschau sowie den Gemeinden Letschin und Wriezen gestartet hat. Fast das gesamte Geld ist nämlich längst bei den Hilfebedürftigen.

Bislang wurden 911.000 Euro an Hilfebedürftige ausgezahlt

Wie auch auf der Internetseite des Landkreises Märkisch-Oderland detailliert aufgelistet, wurden bislang 911.000 Euro ausgezahlt. Hilfsgelder sind demnach an den Lebenshilfeverein Sinzig, den Winzerverein Ahrwein, die Hinterbliebenen der bei dem Unwetter getöteten sechs Feuerwehrleute sowie an den Jugendtreff Ehrang-Quint in Trier und das Haus der Jugend Prüm gegangen.
Außerdem profitiert der SC Rhein-Ahr Sinzig, dessen komplette Sportanlage samt Inventar ein Opfer der Fluten geworden ist. Voller Begeisterung und Dankbarkeit für die Hilfe der Menschen in Brandenburg hatte Vereinschefin Silvia Mühl dieser Zeitung ein Foto des Kontoauszugs mit dem Geldeingang geschickt. „100.000,00 EUR – Hochwasserhilfe Brandenburg“ steht dort.

Die Liste der Spendenempfänger hat sich verlängert

Zu den genannten Empfängern sind indes weitere hinzugekommen. So gehen jeweils 70.000 Euro an in Not geratene Feuerwehrleute in der Region und an das Schullandheim und Jugendgästehaus Dalbenden in Urft bei Euskirchen, das am 15. Juli überflutet und schwer beschädigt wurde. „Als ich von der Hilfsbereitschaft der Menschen in Brandenburg erfahren habe, standen mir die Tränen in den Augen“, sagt Gabi Rittinghaus-Koppers, die Leiterin der Einrichtung. „Die Schäden auf der gesamten Anlage sind gewaltig. Das Spendengeld aus Brandenburg hilft uns, in Eigenarbeit eine zerstörte Küche und Wohnräume zu sanieren, damit wir dort hoffentlich ab Ende Oktober wieder Gäste aufnehmen können.“
Mit 11.000 Euro wird der Gnadenhof Anna in Neukirchen im Rhein-Sieg-Kreis unterstützt, auf dem alte und kranke Tiere betreut werden.„Hinter jeder Tür, die wir öffnen, lauert die nächste Katastrophe“, sagt Magdalena Hofmann vom Gnadenhof über die Lage vor Ort. So zeige sich erst nach und nach, welche Schäden das Wasser und mögliche enthaltene Giftstoffe in den Wänden der verschiedenen Gebäude hinterlassen haben. „Wir sind sehr dankbar für die Hilfe aus Brandenburg“, sagt Magdalena Hofmann. „Das ist wirklich wichtig für uns. So können wir bis zum Winter möglichst viele Schäden beseitigen und unsere Tiere zurückholen, die jetzt an Pflegestellen bei Ehrenamtlern verteilt werden mussten.“

Auch die Belegschaft der PCK Raffinerie Schwedt beteiligt sich an der Spendenaktion

Die Spendenaktion „Wir helfen“ geht unterdessen weiter. Das Konto beim Landkreis Märkisch-Oderland ist nach wie vor geöffnet. Auch in Brandenburger Unternehmen gibt es eine große Bereitschaft, sich zu beteiligen. So haben Betriebsrat und Geschäftsführung der PCK Raffinerie in Schwedt bereits unmittelbar nach der Katastrophe einen Spendenaufruf im eigenen Haus gestartet.
Unter den 1200 Beschäftigten sei die Hilfsbereitschaft bei Hochwasser und ähnlichen Ereignissen schon immer groß, sagt die Betriebsratsvorsitzende Simona Schadow. „Uns ist es wichtig, dass die Hilfe genau dort ankommt wo sie gebraucht wird“, betont sie. Weil es so viele Betroffene gibt, sei es schwierig ein konkretes Projekt zu finden. „Die Aktion ‚Wir helfen’ unterstützt genau das, was uns am Herzen liegt. Aus diesem Grund möchten wir gerne das Geld in diese Spendenaktion einbringen“, erzählt die Betriebsratschefin. Wie viel Geld es ist, werde man Mitte September wissen, blickt Simona Schadow voraus. Die PCK-Geschäftsführung habe zugesichert, auf die von der Belegschaft bis dahin gespendete Summe noch etwas oben drauf zu legen – vielleicht reicht es dann zu einer Million.
Wie Brandenburg den Unwetter-Opfern hilft, lesen Sie auf einer Themenseite.

Spendenkonto Hochwasserhilfe

Landkreis Märkisch Oderland
IBAN: DE39 1705 4040 0020 0662 95
Stichwort: Spenden Hochwasserhilfe 2021