Landtagswahl 2024 Brandenburg
: Umfrage – AfD verliert an Zustimmung, SPD und CDU gewinnen

Wären am Sonntag Landtagswahlen in Brandenburg, würde die AfD stärkste Kraft im Landtag, allerdings schlechter abschneiden als im Januar. Für eine Regierungsbildung kommen ungewöhnliche Varianten infrage.
Von
Ulrich Thiessen
Potsdam
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Alles Wichtige zur Landtagswahl 2024 in Brandenburg: Termin der Wahl, Spitzenkandidaten von SPD, CDU, Grünen, AfD, Linke und Co. und aktuelle Umfragen. (Symbolbild)

Die Abstände zwischen den Parteien verringern sich. Für die Landtagswahlen am 22. September wird ein spannendes Rennen erwartet. (Symbolbild)

Foto: Markus Scholz/Monika Skolimowska/dpa/Collage: Schubert

Vier Monate vor der Landtagswahl am 22. September zeichnet sich ein spannendes Rennen um die Mehrheitsverhältnisse im brandenburgischen Parlament ab. Wenn am kommenden Sonntag (26.5.) Landtagswahlen wären, würde die AfD mit 25 Prozent stärkste Kraft werden. Dahinter lägen SPD und CDU mit jeweils 19 Prozent gleichauf.

Das geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa im Auftrag von Märkischer Oderzeitung (MOZ), Lausitzer Rundschau (LR) und Märkischer Allgemeiner Zeitung (MAZ) hervor. Vom 13. bis 21. Mai wurden von Insa 1000 Wahlberechtigte in Brandenburg im Alter ab 16 Jahren online befragt. Die Fehlertoleranz wird mit plus/minus 3,1 Prozentpunkten angegeben.

Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen SPD und CDU

Im Vergleich zur Umfrage desselben Instituts vom Januar dieses Jahres ist der Vorsprung der AfD gegenüber den anderen Parteien geschmolzen. Damals hatte die Partei einen Umfragewert von 28 Prozent erreichen können. Die SPD, die im Januar nur auf dem dritten Platz lag, konnte 2 Prozentpunkte zulegen, die CDU einen.

Viertstärkste Kraft würde das Bündnis Sahra Wagenknecht werden, das wie im Januar auf 13 Prozent käme. Die Grünen würden einen Prozentpunkt verlieren und lägen bei sieben Prozent, die Linke verharrt bei 6 Prozent und BVB/Freie Wähler könnte einen Prozentpunkt zulegen und erreichte 5 Prozent. Die FDP verharrt in der neuen Umfrage bei drei Prozent und würde den Einzug in den Landtag verpassen. 6 Prozent entfallen auf kleiner Parteien, die an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern würden.

Vierparteien-Regierung oder Koalition mit BSW

Bei der Landtagswahl 2019 war die SPD mit 26,2 Prozent der Stimmen noch stärkste Kraft, vor der AfD mit 23,5 Prozent und der CDU, die bei 15,6 Prozent einkam.

Um bei den aktuellen Umfragewerten eine stabile Regierung ohne Beteiligung der AfD bilden zu können, müssten die derzeitigen Koalitionäre SPD, CDU und Grüne sich mit den Linken oder Freien Wählern einen vierten Partner ins Boot holen. Denkbar wäre jedoch auch, eine Regierung von Sozial- und Christdemokraten gemeinsam mit dem Bündnis Sahra Wagenknecht. Zusammen kämen die drei Parteien auf 49 Prozent der Stimmen, was rechnerisch für eine Mehrheit im Landtag reichen kann.

Die Teilnehmer der Befragung gaben auch an, bei welcher Partei sie, neben ihrer jeweils ersten Wahl, sich noch vorstellen könnten, ein Kreuz zu machen. Daraus lässt sich das Potenzial an Wählern errechnen, das eine Partei im optimalen Fall für sich gewinnen kann. Bei der SPD und der CDU liegt der Wert bei jeweils 35 Prozent der Befragten, bei der AfD bei 33 Prozent, bei Grünen und Linken bei 21 Prozent und für BVB/Freie Wähler bei 20 Prozent. Das Bündnis Sahra Wagenknecht kommt beim Wählerpotenzial auf Anhieb auf 32 Prozent und die FDP auf 11 Prozent.