Lebensmittel in Brandenburg: Gesundes Essen für wenig Geld – Tipps zum Sparen

Gesund und ausgewogen wollen sich viele Menschen in Brandenburg ernähren. Doch wie geht das am besten, wo doch viele Lebensmittel immer noch sehr teuer sind?
Jens Büttner/dpa- Lebensmittelberaterin Carola Clausnitzer gibt Tipps zum sparsamen Einkauf und zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung.
- Selbstgemachte Getränke und Mahlzeiten reduzieren Kosten und Verpackungsmüll.
- Regionales und saisonales Einkaufen spart Geld und bietet bessere Qualität.
- Leitungswasser ist günstiger als Softdrinks, spart über 2130 Euro jährlich.
- Preisvergleich und richtige Lagerung erhöhen Haltbarkeit und sparen Geld.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Viele Menschen suchen nach Möglichkeiten, wie sie beim Einkauf in Discounter, Supermarkt oder Bio-Laden ihren Geldbeutel entlasten können. Und dabei nicht auf Qualität und Geschmack verzichten müssen. Im Webseminar hat die Lebensmittelberaterin Carola Clausnitzer von der Verbraucherzentrale Brandenburg Lebensmittel vorgestellt, die für eine vollwertige Ernährung unerlässlich sind, Tipps zum sparsamen Einkauf gegeben, zur Lagerung und zur vollständigen Verwertung.
Die Lebensmittelpreise sind in den zurückliegenden Jahren um etwa 30 Prozent gestiegen und werden vermutlich auf einem hohen Niveau bleiben. Welche Möglichkeiten haben Verbraucher und Verbraucherinnen, ihre Ausgaben für Lebensmittel zu senken?
Wir raten, das Thema schrittweise anzugehen – beginnen Sie am besten mit einer Beobachtung der Lebens- oder genauer gesagt Essgewohnheiten. Wer isst und trinkt wann was? Gibt es regelmäßig unterwegs Essen „auf die Hand“ oder nach der Schule einen Imbiss am Kiosk? Die Kosten für Getränke und Snacks „to go“ summieren sich und können pro Woche schnell bei 15 Euro und mehr liegen. Versuchen Sie, solche alltäglichen Ausgaben bewusst zu identifizieren – und suchen Sie dann gezielt nach einfachen Alternativen. Kleine Veränderungen können viel bewirken.
Ein weiterer zentraler Punkt ist die Vermeidung von Lebensmittelverschwendung: In Deutschland landen pro Kopf jährlich rund 76 Kilogramm Lebensmittel im Müll und damit bares Geld – vor allem Obst und Gemüse sowie zubereitete Speisen. Mit einer klugen Einkaufs- und Essensplanung sowie der kreativen Verwertung von Resten lässt sich nicht nur viel Geld sparen, sondern auch die Umwelt entlasten.
Bananenmilch selbst mixen - und sparen
Welche Alternativen könnten das sein?
Wer beispielsweise Kaffee im eigenen Thermobecher und eine selbst zubereitete Mahlzeit wie belegte Brote oder Wraps von zu Hause mitnimmt, reduziert nicht nur seine Ausgaben, sondern vermeidet auch unnötigen Verpackungsmüll. So werden Umwelt und Geldbeutel gleichermaßen geschont. Ein weiteres Beispiel: Statt teurer Bananenmilch aus dem Supermarkt lohnt sich der Griff zum Mixer. Aus frischer Milch, einer Banane und etwas Zitronensaft lässt sich ein gesünderes Getränk für weniger als die Hälfte des Preises herstellen – ganz ohne Zuckerzusatz oder künstliche Inhaltsstoffe. Zudem enthalten diese fertigen Milchmischgetränke oftmals weniger als ein Prozent Obstzusatz.
Lassen sich hohe Lebensmittelqualität und Einsparungen überhaupt vereinbaren?
Ja. Wichtig sind bewusste Entscheidungen und eine durchdachte Planung. Denn Qualität muss nicht automatisch teuer sein. Wer saisonale und regionale Produkte kauft, profitiert oft gleich doppelt: Diese Lebensmittel sind meist günstiger, da sie nicht über weite Strecken transportiert oder lange gelagert werden müssen – und sie schmecken besser, weil sie in natürlichem Reifezustand geerntet werden. Besonders Obst und Gemüse außerhalb der Saison überzeugt geschmacklich häufig nicht, da es oft unreif geerntet und nachgereift wird.
Auch die Auswahl der Lebensmittel spielt eine Rolle: Produkte mit hohem Zucker- oder Fettgehalt machen oft nicht lange satt und liefern kaum wertvolle Nährstoffe. Die Folge: Man hat schneller wieder Hunger und greift öfter zu – was langfristig teuer und ungesund ist. Sättigende, nährstoffreiche Lebensmittel (z. B. Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte oder Gemüse) sind daher die bessere Wahl.
Wasser aus der Leitung trinken - das spart 2000 Euro
Immer wieder wird darauf hingewiesen, wie wichtig eine richtige Trinkmenge für jeden von uns ist, egal, ob Erwachsener oder Kind. Haben Sie Tipps, wie ich die Trinkmenge meiner Kinder erhöhen kann? Und wie ich Sie dazu motiviere, weniger Fruchtsäfte und dafür Wasser zu trinken?
Trinken ist eine Gewohnheit, die Eltern früh fördern sollten. Sie sind daher gut beraten, ihren Kindern regelmäßig Getränke anzubieten – am besten bereits morgens vor dem Schulstart. Ideal sind Wasser, ungesüßte Tees und ab und zu eine Fruchtsaftschorle im Verhältnis ein Teil Saft und drei Teile Wasser. Bei den reinen Fruchtsäften können sie nach und nach den Wasseranteil erhöhen. Das erleichtert den Übergang von puren Säften hin zu stark verdünnten Fruchtsaftschorlen.

Carola Clausnitzer ist Verbraucherberaterin im Team Lebensmittel und Ernährung bei der Verbraucherzentrale Brandenburg
Andre' WagenzikAuch finanziell lohnt sich ein Umstieg auf Leitungswasser. Eine vierköpfige Familie hat einen durchschnittlichen Trinkbedarf von etwa sechs Litern pro Tag. Wird dieser ausschließlich mit Softdrinks gedeckt – bei einem angenommenen Preis von einem Euro pro Liter – summieren sich die Ausgaben auf rund 2136 Euro pro Jahr. Wer stattdessen auf Leitungswasser (0,2 Cent pro Liter) setzt, zahlt für die gleiche Menge lediglich etwa 4,38 Euro jährlich – ein Einsparpotenzial von über 2130 Euro. Leitungswasser ist in Deutschland das am strengsten kontrollierte Lebensmittel und kann bedenkenlos getrunken werden, wenn keine Bleirohre im Haus verbaut sind. Und wenn die Kinder kein reines Wasser mögen, dann lässt sich dieses mit frischer Minze, Zitrone oder ein paar Obststücken geschmacklich aufpeppen.
Wie lässt sich mit saisonalem Obst und Gemüse sparen?
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag. Ist das überhaupt noch bezahlbar?
Wer saisonal und regional einkauft, kann deutlich sparen. Erdbeeren sind im Winter oder zu Beginn der Saison oft noch teuer – später, bei größerem Angebot, sinken die Preise deutlich. Wer dann auch noch Vorräte anlegt – etwa durch Einfrieren oder Einkochen – spart langfristig. Als Orientierungshilfe lohnt sich der Saisonkalender der Verbraucherzentrale. Auch die App „GrünZeit“ zeigt, wann heimisches Obst und Gemüse Saison hat – und damit oft günstiger und frischer ist.
Auch Tiefkühlgemüse kann eine günstige und nährstoffreiche Alternative sein. Achten Sie darauf, dass es ungewürzt und ohne Zusatz von Rahm oder Soßen ist – so behalten Sie Kontrolle über Geschmack und Inhaltsstoffe.
Ein weiterer Tipp: Gehen Sie kurz vor Ladenschluss oder am Samstagabend einkaufen. Viele Supermärkte reduzieren dann ihre Preise. Und es muss nicht immer die perfekte, glänzende Paprika sein – leicht angeschlagenes Gemüse eignet sich hervorragend für Ofengerichte, Suppen oder Eintöpfe.
Wie kann ich sonst noch beim Einkauf sparen?
Wir empfehlen Verbrauchern, sich vor dem Einkauf einen Wochenplan für Mahlzeiten zu erstellen und eine Einkaufsliste zu schreiben. Denn wer seinen Einkauf gezielt plant, kauft in der Regel nur das, was er oder sie tatsächlich benötigt – das spart nicht nur Geld, sondern reduziert auch Lebensmittelverschwendung. Impulskäufe lassen sich vermeiden, wenn man sich konsequent an die Einkaufsliste hält.
Ein bewährter Tipp: Gehen Sie nicht hungrig einkaufen. Studien zeigen, dass hungrige Personen tendenziell mehr und oft unnötige Produkte kaufen. Auch die Wahl des Einkaufsbehältnisses macht einen Unterschied: Große Einkaufswagen verleiten dazu, mehr mitzunehmen. Für kleinere Besorgungen empfiehlt sich daher ein Einkaufskorb. Auch beim Vergleich von Preisen lässt sich sparen: Der Grundpreis – also der Preis pro Kilogramm oder Liter – hilft, Produkte objektiv zu vergleichen. Der Grundpreis wird auf dem Preisschild am Regal ausgewiesen. Größere Verpackungseinheiten sind zwar meist günstiger. Sie lohnen sich aber nur, wenn man den Inhalt vor dem Verderb verbraucht.
Preisnachlässe zum Feierabend
Wann sind Preisnachlässe besonders hoch?
Ein Marktcheck der Verbraucherzentralen hat ergeben, dass viele Produkte kurz vor dem Ablauf des Mindesthaltbarkeits- oder Verbrauchsdatums mit einem Preisnachlass von etwa 30 Prozent angeboten werden. Das bietet Sparpotenzial. Dennoch lohnt sich ein Preisvergleich, denn häufig sind No-Name-Produkte oder Eigenmarken sogar trotz Preisnachlass günstiger als reduzierte Markenprodukte – und genauso gut, wie zahlreiche Tests bestätigen.
In Ihrem Webinarvortrag haben Sie häufiger unnötige Lebensmittel erwähnt. Welche sind dies?
Zu den sogenannten unnötigen Lebensmitteln zählen unter anderem spezielle Kinderlebensmittel, Sportlerlebensmittel, vitaminisierte Produkte, Detoxprodukte, Light-Produkte und viele Nahrungsergänzungsmittel. Diese Produkte sind bei einer ausgewogenen und abwechslungsreichen Ernährung nicht notwendig – im Gegenteil: Sie sind oft teuer, enthalten viel Zucker oder andere Zusatzstoffe, die unser Körper gar nicht braucht. Besonders kritisch ist der Markt der Nahrungsergänzungsmittel zu betrachten. Obwohl die Werbung oft suggeriert, dass wir diese Produkte benötigen, gilt: Eine Einnahme sollte immer in Absprache mit einer Ärztin oder einem Arzt erfolgen. In den meisten Fällen reicht eine ausgewogene Ernährung aus, um den Nährstoffbedarf zu decken.
Der Trick mit den Mogelpackungen
Sparen ist gar nicht so einfach beim Einkauf, gerade wenn man auf Qualität und Gesundheit achtet, da alles sehr viel teurer geworden ist. Immer wieder hört man auch von Mogelpackungen. Worauf sollte man achten, damit man nicht auf solche Sachen zusätzlich zu den Preissteigerungen reinfällt?
Ein Trick der Hersteller ist es, Rezepturen zu ändern und teure Zutaten zu reduzieren oder vollständig auszutauschen. Ein Orangensaft, der zuvor 100 Prozent aus Fruchtsaft bestand, enthält nun beispielsweise einen geringeren Fruchtgehalt. Der Hersteller halbierte den Anteil an Orangensaft pro Flasche und ersetzte ihn durch Zuckerwasser. Die Qualität wird also gesenkt, während der Preis gleich bleibt.
Ein weiterer Trick ist, den Inhalt der Verpackung zu reduzieren. Auf der Verpackung steht dann beispielsweise der Hinweis „Neuer Inhalt“. Diese Angabe ist korrekt, allerdings bezieht sie sich darauf, dass es weniger Inhalt gibt. Der Preis bleibt aber gleich oder steigt sogar. Das sind versteckte Preiserhöhungen, die Verbraucher nicht leicht erkennen können. Die Verbraucherzentralen sammeln solche Beispiele in ihrer Mogelpackungsliste und veröffentlichen regelmäßig besonders dreiste Tricksereien der Hersteller.
Wie kann man bei der Lagerung von Lebensmitteln sparen?
Durch die richtige Lagerung lässt sich nicht nur die Haltbarkeit verlängern, sondern auch viel Geld sparen. Grundsätzlich gilt: Vorräte sollten regelmäßig kontrolliert und bewusst verbraucht werden. So behält man den Überblick, verhindert unnötige Einkäufe und wirft nichts unnötig weg. Bei Trockenwaren wie Mehl, Reis, Müsli oder Nudeln ist die richtige Lagerung entscheidend. Diese sollten in luftdichten Behältern aufbewahrt werden, um sie vor Schädlingen wie Lebensmittelmotten zu schützen.
Einige Obst- und Gemüsesorten wie Tomaten, Äpfel und Birnen geben das Reifegas Ethylen ab. Dieses Gas beschleunigt den Reifeprozess anderer Lebensmittel. Um ein schnelles Verderben zu vermeiden, sollten diese Sorten getrennt von anderen Obst- und Gemüsearten gelagert werden.
Wie sieht es bei Lebensmitteln im Kühlschrank aus?
Der Kühlschrank hat verschiedene Kältezonen, die ideal genutzt werden können. Die kälteste Zone befindet sich direkt über dem Gemüsefach. Dort sollten empfindliche Lebensmittel wie Fleisch, Fisch und Wurst gelagert werden. Milchprodukte wie Joghurt, Quark oder Frischkäse gehören in die mittleren Fächer. Das oberste Fach ist am wärmsten und eignet sich für bereits zubereitete Speisen oder geräucherte Produkte.
Obst und Gemüse bleiben im dafür vorgesehenen Gemüsefach am längsten frisch. Allerdings gibt es Ausnahmen: Wasserreiche Sorten wie Tomaten, Zucchini oder Gurken sollten nicht im Kühlschrank aufbewahrt werden, da sie dort an Geschmack verlieren und schneller verderben
Mindesthaltbarbeit und Verbrauchsdatum - was unterscheidet sie?
Der Streit um das Mindesthaltbarkeitsdatum flammt immer wieder mal in unserer Familie auf. Wie lange darf man etwas noch essen, wenn das MHD überschritten ist?
Lebensmittel mit abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) müssen nicht sofort im Müll landen. Bei verschlossener Verpackung und richtiger Lagerung sind viele Produkte auch nach Ablauf des MHD noch bedenkenlos genießbar. Das MHD gibt lediglich an, bis wann der Hersteller die Qualität des Produkts – also Geschmack, Geruch und Farbe – garantiert. Ob ein Lebensmittel noch gut ist, lässt sich mit den eigenen Sinnen überprüfen: sehen, riechen, schmecken. Hat sich Schimmel gebildet, riecht es unangenehm, schmeckt es sauer oder prickelt es auf der Zunge? Dann sollte man es besser nicht mehr essen.
Wichtig ist die Unterscheidung zum Verbrauchsdatum (VD): Bei leicht verderblichen Lebensmitteln wie Hackfleisch, rohem Fisch, Geflügel oder geschnittenem Salat ist auf der Verpackung ein „zu verbrauchen bis...“-Datum angegeben. Das sollte unbedingt eingehalten werden, da nach dessen Ablauf eine akute Gesundheitsgefahr durch Keime bestehen kann.
Besonders wichtig ist es, die auf der Verpackung angegebenen Kühlempfehlungen einzuhalten – etwa die Lagerung von Hackfleisch bei maximal 2 °C. Auch beim Transport der Lebensmittel (vom Supermarkt bis nach Hause) sollte auf eine ausreichende Kühlung geachtet werden, insbesondere bei sommerlichen Temperaturen.
Webseiten mit weiteren Informationen zu preiswerter und gesunder Ernährung
Fragen zu Lebensmitteln und Ernährung
Was die Ernährungspyramide aussagt
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