Michael Stübgen (CDU): Brandenburgs Innenminister im Porträt – der Pfarrer aus dem Osten

Brandenburger Innenminister Michael Stübgen (CDU) im Porträt: Herkunft, Familie, Lebenslauf, politischer Werdegang und aktuelle Kontroversen. (Symbolbild)
Bernd Settnik/dpaDer Brandenburger Innenminister Michael Stübgen begann mit der Wende seine politische Karriere. Er war neben Angela Merkel der einzige Ostdeutsche, der von 1990 bis 2019 ununterbrochen dem Deutschen Bundestag angehörte. Nach seinem Wechsel in die Landespolitik unter Woidke fand er sein Thema: Migration, Asyl und Abschiebungen. Jüngst erntete er einiges an Kritik – in verschiedenen Bereichen.
Welche Stübgen-Kontroversen zuletzt Schlagzeilen machten, wer der CDU-Mann privat ist, wo er herkommt und warum sein Bruder im Gefängnis war, lesen Sie in diesem Porträt.
Steckbrief von Michael Stübgen
Herkunft, Lebenslauf und Familie
Politischer Werdegang
Aktuelle Kontroversen
Steckbrief: Brandenburger Innenminister Stübgen
Name: Michael Stübgen
Geburtstag: 17. Oktober 1959
Geburtsort: Lauchhammer, Brandenburg
Wohnort: Finsterwalde
Beruf: Pfarrer, Politiker
Familienstand: verheiratet
Kinder: drei Kinder
Partei: CDU
Konfession: evangelisch
Herkunft und Lebenslauf – Vater im Arbeitslager, Bruder im Gefängnis
Der Brandenburgische Innenminister Michael Stübgen wurde am 17. Oktober 1959 in Lauchhammer, Kreis Senftenberg in der ehemaligen DDR geboren. Seine Mutter war Katechetin in der Kirche. Im Jahr 1978 beendete er seine Lehre als Maurer und legte 1981 in Naumburg (Saale) beim evangelischen Kirchlichen Proseminar das Abitur ab. In der DDR wurde das Abitur von dem Kirchlichen Proseminar nicht anerkannt. Aus diesem Grund und weil Stübgens Vater in einem Arbeitslager inhaftiert war und sein acht Jahre älterer Bruder über zwei Jahre wegen Republikflucht im Gefängnis saß, blieb ihm ein Studium an einer Universität verwehrt. Er schloss also 1987 ein Studium der Evangelischen Theologie in Berlin und in Naumburg mit dem Ersten Theologischen Examen ab. 1989 legte Stübgen nach dem Vikariat auch das Zweite Theologische Examen ab. Er wurde Pfarrer in Großthiemig, Brößnitz und Hirschfeld.
Heute lebt der ehemalige DDR-Pfarrer in Finsterwalde. Er ist verheiratet und hat drei Kinder. Der CDU-Mann ist leidenschaftlicher Segler und möchte gerne einmal weiter weg segeln. An der Ostsee hat er ein Segelboot vor Anker.
Michael Stübgen: Partei und politischer Werdegang
Mit der Wende begann Stübgens politische Karriere. Er gehörte dem Kabinett Merkel IV von 2018 bis 2019 als Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft an. Seit 2019 ist er als Innenminister Teil des Kabinetts Woidke III.
CDU: Von Stübgens Eintritt in die Partei bis zum CDU-Landesvorsitzenden
1990 trat Michael Stübgen in die CDU ein. Seit 1998 gehört er dem CDU-Landesvorstand in Brandenburg an. Von 2001 bis 2005 hatte er die Position des stellvertretenden CDU-Landesvorsitzenden inne. Seit 1999 ist er außerdem Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes Elbe-Elster. Dort wurde er zuletzt am 19. Januar 2018 mit einer Zustimmung von 89,74 % wiedergewählt. Am 2. März 2013, bei der Landesvertreterversammlung der CDU Brandenburg, wurde Michael Stübgen zum Spitzenkandidaten der CDU Brandenburg für die Bundestagswahl am 22. September 2013 gewählt.
Nach dem Rücktritt von Ingo Senftleben übernahm Stübgen am 10. September 2019 vorübergehend das Amt des brandenburgischen Landesvorsitzenden der CDU. Gleichzeitig wurde er vom Landesvorstand der CDU Brandenburg beauftragt, die Sondierungsgespräche zur Bildung einer Regierungskoalition im Bundesland zu leiten. Von 2019 bis 2023 war Michael Stübgen der 13. CDU-Landesvorsitzende.
29 Jahre im Bundestag
Michael Stübgen war von 1990 bis 2019 Mitglied des Deutschen Bundestages. Während seiner Zeit im Bundestag hatte er verschiedene Positionen inne, darunter stellvertretender Vorsitzender des Bundestagsausschusses für Angelegenheiten der Europäischen Union und Vorsitzender der Landesgruppe Brandenburg in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Darüber hinaus war Stübgen Mitglied im Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages und im Gremium gemäß § 3 Abs. 3 Stabilisierungsmechanismusgesetz. Stübgen war außerdem Mitglied des Gemeinsamen Ausschusses gemäß Artikel 53a des Grundgesetzes. Von März 2018 bis März 2019 war er Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft. Nach seinem Wechsel in die brandenburgische Landesregierung legte er sein Mandat nieder und schied aus dem Bundestag aus. Er war neben Angela Merkel der einzige Ostdeutsche, der von 1990 bis 2019 ununterbrochen dem Bundestag angehörte.
Wechsel in die Landespolitik
Seit November 2019 ist Michael Stübgen Minister des Innern und für Kommunales des Landes Brandenburg.
Politisches Engagement
Stübgen setzte sich im Februar 2023 für eine Migrationsbremse eine. Anstatt weiterer Aufnahmeprogramme brauche das Land eine Rückführungsoffensive und eine deutliche Verringerung der Zugangszahlen, so Stübgen. Im September 2023 befürwortete Stübgen feste Grenzkontrollen und sprach sich gegen den Individualanspruch auf Asyl aus.
Aktuelle Kontroversen: Stübgen (CDU) in der Kritik
Jüngst geriet der CDU-Politiker in die Kritik, weil er seine Büroleiterin im September 2023 zur Chefin des Referates 21 des Innenministeriums machte, ohne dass sie einen juristischen Hochschulabschluss hat. Außerdem wurde die Stelle nicht ausgeschrieben. Derselben Mitarbeiterin hatte er im Jahr 2022 zu einem unbefristeten Arbeitsvertrag verholfen, was für Büroleiter äußerst untypisch ist, da es sich um Vertrauenspersonen des Ministers handelt.


