Neonazi und Rocker: Schießerei in Cottbus wird der Bandenkriminalität zugeordnet

Innenminister Michael Stübgen (CDU) trifft sich mit dem Verfassungsschutz, um über die Ermordung eines Rockers in Cottbus zu sprechen (Symbolbild).
Ralf Hirschberger/dpa„Über laufende Ermittlungen können wir öffentlich allerdings nicht sprechen“, so der Minister. Bei einem Besuch in Cottbus sagte er allerdings: „Es handelt sich bei der Schießerei um eine Milieutat, vielleicht aus dem Bereich Banden– oder organisierte Kriminalität.“ Bei der Schießerei war am Sonntagabend ein Mann in Cottbus getötet worden, die Polizei fahndet nach mehreren Tätern.
Bei dem Opfer handelt es sich um einen Mann aus der lokalen rechtsextremen Kampfsport– und Türsteher–Szene. In sozialen Netzwerken postete der gebürtige Spremberger immer wieder auch Fotos, die ihn mit Rockern des MC Provokateur Eastside zeigen.
Nach den Tätern wird gefahndet
Dieser Rockerclub trauert auf seiner Facebookseite um einen Freund und, so wörtlich, „Krieger“. Der Motorradclub galt in früheren Jahren als Unterstützer der Hells Angels. Szenebeobachter gehen aber davon aus, dass diese Verbindungen gekappt wurden. Der Provokateur MC distanziert sich nach einem entsprechenden Online–Bericht der Lausitzer Rundschau von den Hells Angels. „Wir waren nie, sind nicht und werden nie ein Support Club sein“, heißt es. Außerdem betont der Club: „Wir sind kein Verbund von Kriminellen oder Rechtsradikalen.“
Der Tote selbst wurde vom Verfassungsschutz der „Kampfgemeinschaft Cottbus“ zugerechnet, einem eher losen Zusammenschluss von über hundert Rechtsextremen aus dem Hooligan–, Kampfsport–, Security– und Türsteher–Milieu. Nach Auskunft der Cottbuser Staatsanwaltschaft wird nach den Tätern weiter gefahndet und in viele Richtungen ermittelt.