Spielplatz in Berlin
: Gefahren auf Spielplätzen - worauf Eltern achten sollten

Auf Spielplätzen in Berlin häufen sich Schäden durch Abnutzung, Vandalismus und Vermüllung. Doch es gibt auch Gefahren, die entstehen, wenn Eltern ihre Kinder besonders schützen wollen.
Von
Maria Neuendorff
Berlin
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Alles morsch: Der 2013 eröffnete Spielplatz im Park am Gleisdreieck in Berlin muss derzeit generallüberholt werden.

Alles morsch: Der im Jahr 2013 eröffnete Spielplatz im Park am Gleisdreieck in Berlin muss generalüberholt werden.

Grün Berlin/Johanna Oesterreich
  • Viele Berliner Spielplätze haben Schäden durch Verschleiß, Vandalismus, Vermüllung.
  • Gleisdreieckpark-Spielplatz (2013) gesperrt; Pilzbefall, Neubau bis April geplant.
  • Kontrollen: wöchentlich Sichtkontrolle, 4× jährlich Inspektion, jährliche TÜV-Prüfung.
  • Pankow: 220 Anlagen; Probleme mit Graffiti, Müll, sogar Exkremente im Einsteinpark.
  • Sicherheits-Tipp: Helm absetzen; Gefahr durch Strangulation, Giftpflanzen, Kippen, Spritzen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Sobald die Märzsonne strahlt, herrscht im Gleisdreieckpark in Berlin-Schöneberg Hochbetrieb. Die Innenstadt-Oase auf dem ehemaligen Bahngelände ist gut besucht; doch der große Spielplatz ist gesperrt. Obwohl er wie der Park erst 2013 eröffnet wurde, ist er morsch und baufällig und muss erneuert werden.

„Die Arbeiten an dem 1800 Quadratmeter großen Areal wurden notwendig, da die Holzgeräte nicht mehr verkehrssicher waren“, heißt es von der landeseigenen Grün Berlin GMBH, die den Park bewirtschaftet.

Kein Einzelfall in Berlin. Laut Grünflächenämtern und Parkbetreibern werden wöchentlich Sichtkontrollen, viermal im Jahr Inspektionen sowie jährliche TÜV-Prüfungen auf den Spielplätzen durchgeführt. Im Rahmen dieser Kontrollen würden auch schwerwiegende Gefahrenstellen festgestellt, heißt es unter anderem vom Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg, das 170 Spielplätze betreut.

Erhebliche Sicherheitsmängel auf Spielplätzen in Berlin

Gefahrenstellen würden durch Verschleiß, Korrosion und Vandalismus verursacht. „Insbesondere bei der jährlichen sehr umfangreichen Hauptuntersuchung, bei der auch verdeckte Bauteile und Fundamente überprüft werden, treten immer wieder erhebliche Sicherheitsmängel zutage“, heißt es vom Bezirksamt. „In solchen Fällen muss zum Schutz der spielenden Kinder und Begleitpersonen das betroffene Gerät bis zur Gefahrenbeseitigung umgehend abgesperrt werden.“

Doch die personellen und finanziellen Rahmenbedingungen ließen selten eine umfangreiche sofortige Reparatur oder die kurzfristige Neubeschaffung eines Gerätes zu, schreibt das Bezirksamt. Kleinere Reparaturen könnten häufig bei der Regelkontrolle miterledigt oder durch Tischler und Schlosser nach wenigen Tagen durchgeführt werden.

„Am häufigsten treten Verschleißschäden wie zum Beispiel abgenutzte Bodenbeläge oder Gelenkteile in Spielgeräten auf“, erklärt Sabrina Kirmse aus dem Bezirksamt Treptow-Köpenick, wo alle 163 öffentlichen Spielplätze in Betrieb sind. Besonders bedauerlich seien Schäden durch mutwillige Zerstörung wie auf dem neu gestalteten Spielplatz im Volkspark Köpenick.

Zunehmende Vermüllung auf Spielplätzen in Berlin

Der moderne Spielbereich für jüngere und ältere Kinder wurde Ende 2025 im Allende-Viertel eröffnet und bietet auch den ersten Outdoor-Wickeltisch im Bezirk. Gegenüber dem Kleinkindbereich entstand eine Jugendecke, an deren Gestaltung auch Jugendliche aus dem Kiez beteiligt waren.

Doch schon kurze Zeit nach der Freigabe seien die Kickertische und die Tischtennisplatte erneut mutwillig beschädigt worden, berichtet Sabrina Kirmse.

„Um Vandalismus einzudämmen, wäre es zu begrüßen, dass Spielplätze in Berlin grundsätzlich auch beleuchtet werden können“, schlägt Manuela Anders-Granitzki (CDU), Bezirksstadträtin in Pankow, vor. Das würde sie sicherer und auch in der dunklen Jahreszeit besser und länger nutzbar machen.

„Gleichzeitig stellt uns die Haushaltssperre vor große Herausforderungen. Nicht alle Maßnahmen können so schnell umgesetzt werden, wie wir es uns wünschen“, gesteht die Politikerin. Dennoch arbeitet das Bezirksamt daran, Mittel gezielt einzusetzen, um die Qualität und Sicherheit der Spielplätze zu sichern.

Menschliche Exkremente im Spielgerät

Der Bezirk Pankow muss 220 Anlagen in Schuss halten. Neben Zerstörung seien Graffiti und zunehmende Vermüllung große Kostenfaktoren, heißt es aus dem Straßen- und Grünflächenamt. Das gehe sogar so weit, dass mehrfach menschliche Exkremente aus einem Gerät auf dem Spielplatz Einsteinpark entfernt werden mussten.

Doch im Fall des Spielplatzes im Gleisdreieckpark in Berlin-Schöneberg war es kein Vandalismus, sondern ein ungewöhnlicher Pilzbefall, der den Spielgeräten so arg zusetzte.

„Der Neubau der Spiellandschaft ist notwendig, weil die alten Geräte durch Pilzbefall nicht mehr verkehrssicher waren“, heißt es von der Grün Berlin GmbH. Um eine langlebige Anlage zu schaffen, werde der Spielplatz, der im April wiedereröffnen soll, nun überwiegend aus Robinien- und Eichenholz errichtet.

„Das Kernholz der Robinie ist von Natur aus sehr widerstandsfähig gegen Pilze und Insekten“, bestätigt Ulrike Anders von der SIK-Holzgestaltungs GmbH. Die Firma aus Niedergörsdorf in Teltow-Fläming, die auch Spielgeräte für Berliner Anlagen baut, schwört auf den einheimischen Baum.

Spielgeräte ohne Chemie-Lack

„Mit großer Härte und hohem Gewicht erreicht das Robinienholz Festigkeits- und Resistenzwerte, die sogar über denen der Eiche liegen“, erklärt Ulrike Anders. Diese Eigenschaften sorgten dafür, dass Spielgeräte auch einer intensiven Nutzung durch viele Kinder problemlos standhielten.

Dazu gebe es einen weiteren Vorteil. Durch die natürliche Zähigkeit und Elastizität der Robinie seien keine chemischen Schutzanstriche nötig. „Ein wichtiger Aspekt für Spielplätze, auf denen Kinder auch manchmal direkt mit dem Mund mit den Materialien in Kontakt kommen“, findet Ulrike Anders.

Allerdings wird das in der Regel teurer. Die Kosten für die Baumaßnahme im Gleisdreieckpark belaufen sich auf rund 360.000 Euro und werden aus Landesmitteln finanziert. Ergänzt werden die Spielgeräte durch Seile und Metallteile, die die Holzkonstruktion unterbrechen.

Doch die können zur Gefahr werden. „Den Fahrradhelm auf dem Spielplatz bitte unbedingt absetzen“, warnt Birger Holz. Der Berliner gibt unter anderem Erste-Hilfe-Kurse für Eltern. „Viele denken, der Helm sei ein zusätzlicher Schutz auf Spielplätzen bei Stürzen oder Kollisionen. Doch die Gefahr, sich damit an einem Spielgerät zu strangulieren, ist viel zu groß“, erklärt der Vater eines zehnjährigen Sohnes und einer dreijährigen Tochter.

Heroin-Spritzen auf einem Berliner Spielplatz

Was morsche Spielgeräte und die Vermüllung angeht, sieht der Berliner in der Großstadt große Unterschiede in den Kiezen. Seine Familie wohnt in Reinickendorf. „Da hat man die Spielplätze ganz gut im Griff“, berichtet Holz. Vorher lebte er im Wedding. „Da musste mal die Kita eine Woche lang geschlossen bleiben, weil man Heroin-Spritzen auf dem Spielplatz gefunden hat.“ Bedenklich seien auch Kippen im Buddelkasten, warnt der 41-Jährige. Denn schon in einem einzigen Zigarettenstummel lauerten bis zu 40 Giftstoffe.

Doch auch so manche Pflanze auf und neben dem Spielplatz könne schwer auf den Magen schlagen. „Efeu, Goldregen oder der Blaue Eisenhut sehen zwar schön aus, sind aber giftig“, betont Birte Holz.

Besonders Kinder unter vier Jahren könnten diese Gefahren nicht einschätzen. „Die nehmen auch mal giftige Knallerbsen in den Mund.“ Während viele der Pflanzen bereits bei der Berührung Hautentzündungen, Kreislaufschocks und Allergien auslösen, kann der Genuss von drei bis vier Tollkirschen sogar tödlich sein.

„Natürlich macht auch immer die Menge das Gift“, betont der Eltern-Coach. „Doch wenn ich die ganze Zeit auf mein Handy schaue, kann es schon passieren, dass sich die Kids in der Zeit unbemerkt einen Salat aus Giftpflanzen machen.“

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