Stromausfall in Berlin
: So bekommen Betroffene jetzt ihr Hotel bezahlt

Wegen des anhaltenden Stromausfalls in Berlin Steglitz-Zehlendorf können Betroffene sich ihre Hotelkosten erstatten lassen. Auch Museen und Schwimmbäder öffnen gratis.
Von
Maria Neuendorff
Berlin
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Stromausfall im Südwesten Berlins: 06.01.2026, Berlin: Die Gottfried-Benn-Bibliothek bietet Menschen im Gebiet ohne Strom die Möglichkeit, Smartphones zu laden und bietet auch Tee an. Zehntausende Menschen im Südwesten der Hauptstadt haben keinen Strom. Foto: Jens Kalaene/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Die Gottfried-Benn-Bibliothek in Berlin bietet Menschen im Gebiet ohne Strom die Möglichkeit, Smartphones zu laden und sich aufzuwärmen. Nun werden für die Betroffenen auch die Hotelkosten übernommen.

Jens Kalaene/dpa
  • Betroffene des Stromausfalls in Berlin können Hotelkosten rückwirkend erstattet bekommen.
  • Buchungen sind über VisitBerlin Partnerhotels e.V. mit Buchungscode „Stromausfall“ möglich.
  • Museen, Bibliotheken und Schwimmbäder bieten kostenlosen Zugang zum Aufwärmen und Laden an.
  • Stromnetz Berlin versorgt immer mehr Haushalte, vollständige Reparatur bis Donnerstag (8.1.) erwartet.
  • Nach einem Brandanschlag waren noch 24.700 Haushalte und 1.120 Gewerbekunden ohne Strom.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Im Rahmen des großflächigen Stromausfalls in Berlin, der bereits seit Sonnabend andauert, können sich betroffene Berlinerinnen und Berliner die Kosten für Hotelzimmer erstatten lassen.

„Betroffene können – ausschließlich in der laufend aktualisierten Übersicht von VisitBerlin Partnerhotels e.V. – eigenständig eine Hotelreservierung unter Verwendung des entsprechenden Buchungscodes Stromausfall vornehmen“, heißt es dazu auf Anfrage aus dem Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf.

„Die Kosten hierfür werden im Nachgang erstattet“, erklärte eine Sprecherin am Dienstagnachmittag (6.1.). Die entsprechenden Nachweise wie die Rechnungen sowie die Kopie des Personalausweises können an stromausfall-kosten@ba-sz.berlin.de übersandt werden.

Hotels in Berlin nicht ausgelastet

Die landeseigene Tourismusagentur VisitBerlin arbeitet mit über 200 Partnerhotels in der gesamten Stadt zusammen. Nach Einschätzung des Hotel- und Gastronomieverbands (Dehoga) Berlin sind in den Hotels derzeit Kapazitäten vorhanden. Üblicherweise liege die Auslastung der Berliner Hotels in der ersten Januarhälfte bei 50 bis 65 Prozent, sagte Hauptgeschäftsführer Gerrit Buchhorn.

Nach dem Brandanschlag auf das Berliner Stromnetz, zu dem sich die linksextremistische „Vulkangruppe“ bekennt, hatten nach Dehoga-Angabe mehr als 150 Hotels bereits Zimmer zu Sonderkonditionen von 70 Euro pro Nacht angeboten.

SPD-Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) hatte bis dato nur erklärt, dass in den speziellen Fällen auf die Erhebung der City Tax - einer zusätzlichen Übernachtungssteuer - verzichtet werde.

Daraufhin gab es empörte Reaktionen in den sozialen Netzwerken und auch eine Art Neiddebatte darüber, dass unter anderem auch „Geflüchtete“ in manchen Fällen Hotelkosten von 60 Euro vom Land Berlin bezahlt bekommen würden.

Kostenlos ins Museum und Schwimmbad

Daraufhin kündigte der Regierende Bürgermeister Kai Wegner auf der Plattform X an, dass die Stadt die gesamten Hotel-Kosten für die Betroffenen des Stromausfalls übernehmen werde. Zahlen dazu, wie viele Berliner von dem bisherigen Angebot schon Gebrauch gemacht haben, lagen aber noch nicht vor.

Sonderkonditionen erhalten die Menschen, die derzeit noch ohne Strom und Heizung sind, auch anderswo. So laden unter anderem das Technikmuseum, das Naturkundemuseum sowie das Humboldt-Forum Betroffene zum kostenlosen Besuch. Auch die Berliner Öffentlichen Bibliotheken (VÖBB) laden alle Menschen, die vom aktuellen Stromausfall im Berliner Südwesten betroffen sind, herzlich ein, in ihren Räumen Zuflucht zu finden, hieß es am Dienstag in einer Mitteilung.

Schwimmbad rund um die Uhr geöffnet

„Als offene, konsumfreie und warme Orte bieten die Bibliotheken die Möglichkeit, sich aufzuwärmen, zu verweilen, zu arbeiten oder zur Ruhe zu kommen – auch ohne Bibliotheksausweis.“ Besuchende können dort mobile Geräte aufladen, kostenfreies WLAN nutzen und kinderfreundliche Aufenthaltsbereiche in Anspruch nehmen.

Dazu haben mehrere Schwimmbäder zum Duschen geöffnet. Innensenatorin Iris Spranger (SPD) zufolge können die Menschen die Schwimmhalle Finckensteinallee, die Schwimmhalle Hüttenweg und das Stadtbad Lankwitz rund um die Uhr nutzen, auch um sich aufzuwärmen oder das Handy zu laden. Das Angebot gilt demnach, solange die Großschadenslage besteht, und ist kostenlos.

Nach dem Brandanschlag auf eine Kabelbrücke über den Teltow-Kanal in Berlin-Lichterfelde konnte Stromnetz Berlin nach eigenen Angaben am Dienstag weitere Haushalte und Gewerbekunden im Berliner Südwesten wieder ans Netz bringen.

So seien beispielsweise alle 74 betroffenen Pflegeeinrichtungen wieder versorgt. Strom gab es auch wieder für die S-Bahn-Stationen Mexikoplatz, Nikolassee und Wannsee.

Bis zum Nachmittag waren noch rund 24.700 Haushalte und rund 1.120 Gewerbekunden in den Stadtteilen Nikolassee, Zehlendorf, Wannsee und Lichterfelde ohne Strom. Die Arbeiten laufen besser als geplant, hieß es. Doch bis der Strom für alle wieder da ist, wird es voraussichtlich noch bis Donnerstag (8.1.) dauern. (Mit dpa)

Die Hotels, die für Betroffene des Stromausfalls bezahlt werden, finden sich unter VisitBerlin Partnerhotels e.V.