Zukunftspreis Brandenburg 2025
: Die Erfolgsstorys hinter den Preisträgern

Die Jury hat entschieden, wer 2025 mit dem Zukunftspreis Brandenburg ausgezeichnet ist. In Zeiten der Krise beweist die Verleihung, dass erfolgreiche Unternehmensgeschichten nach wie vor möglich sind.
Von
Katharina Schmidt
Schönefeld
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Verleihung des Brandenburger Zukunftspreise 2019

Verleihung des Brandenburger Zukunftspreise 2019

Begehrte Trophäe: Die Preisträger des Brandenburger Zukunftspreises 2025 stehen fest.

Fotoatelier Goethe
  • Zukunftspreis Brandenburg 2025: Alle Nominierten gewinnen – 91 Bewerber, 44 Mio. Euro Umsatz 2024.
  • Ardelt Kranbau rettet 100-jährige Tradition in Eberswalde und sichert Zukunft nach Insolvenz.
  • 2M Gruppe in Potsdam überzeugt mit Nachhaltigkeit, Digitalisierung und EMAS-Umweltsiegel.
  • Monari Arts aus Schlieben punktet mit XXL-Fliesendesign und Projekten wie im Jüdischen Museum.
  • Augletics entwickelt smarte Ruderergometer, Spiel-Bau exportiert innovative Spiellandschaften.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Er gilt als wichtigste Auszeichnung für die regionale Wirtschaft. Der Zukunftspreis Brandenburg setzt gerade in Zeiten einer kriselnden Konjunktur und einer eingetrübten Stimmung einen wichtigen Impuls: Sie sind noch vorhanden, die erfolgreichen Unternehmen.

Vielleicht ist das der Grund, weshalb sich die Jury dazu entschieden hat, im Jahr 2025 allen Nominierten den Preis zu verleihen. Sie haben sich unter insgesamt 91 Bewerbern durchgesetzt und erwirtschafteten gemeinsam 44 Millionen Euro im Jahr 2024.

„Die heute ausgezeichneten Unternehmen zeigen eindrucksvoll, was Brandenburg kann. Sie tragen dazu bei, Wachstum und Wertschöpfung zu generieren“, würdigt Wirtschaftsminister Daniel Keller (SPD) die Preisträger und dankt ihnen für ihr Engagement. „Mit ihren Ideen und ihrer verantwortungsbewussten Unternehmensführung sorgen sie für gute Arbeit und bringen unser Land entscheidend voran.“

Zukunftspreis 2025, Kranbau Ardelt

Die Ardelt Kranbau GmbH aus Eberswalde hat es geschafft, die Erfolgsgeschichte des Kranbaus in der Region fortzusetzen. Trotz eines großen Umbruchs. Das wurde mit dem Zukunftspreis Brandenburg gewürdigt.

Thomas Goethe/Fotoatelier

Ardelt Kranbau aus Eberswalde

Da wäre Ardelt Kranbau aus Eberswalde, ein Hersteller von Doppellenker-Kranen, die auf der ganzen Welt zum Einsatz kommen. Es ist ein Unternehmen mit einer mehr als einhundertjährigen Geschichte am Standort – die vor zwei Jahren hätte enden können, als die damalige Gesellschaft Insolvenz anmelden musste. Geschäftsführer Uwe Grünhagen entschied sich daraufhin, die Produktion in Ardelt Kranbau zu überführen und so ihre Zukunft zu sichern.

Für den heute 63-Jährigen war das eine Frage des Herzbluts und des Willens. „Wir sind einer der wenigen Anlagenbauer, die hier noch existieren dürfen.“ Die Leidenschaft hat sich ausgezahlt. Für 2025 wurde der erzielte Auftragseingang erreicht, berichtet Grünhagen. Er empfindet tiefe Dankbarkeit: „Sie gilt besonders den Mitarbeitern bei Ardelt.“ Und auch von den Bürgern, der lokalen Politik und den kommunalen Vertretern in Eberswalde sei große Unterstützung gekommen.

2M Gruppe aus Potsdam

Es ist die fünfte Bewerbung des Reinigungsunternehmens um den Zukunftspreis. 2025 hat die Potsdamer 2M Gruppe es unter die Nominierten geschafft – und gewonnen. „Mit jeder Bewerbung haben wir unsere Unternehmensleistung stetig verbessert“, schildert Geschäftsführer Oliver Majowski. „Wir sind gewachsen, nachhaltiger und umweltfreundlicher geworden.“

Seit 2020 nutzen die Mitarbeiter ausschließlich Reinigungsmittel mit Eco-Zertifizierung. Zudem trägt das Unternehmen schon im dritten Jahr das wichtige europäische EMAS-Umweltsiegel. „Dahinter steckt unsere persönliche Einstellung. Schließlich möchten wir unseren Kindern eine gute Umgebung hinterlassen.“

Zudem hat das Unternehmen früh in die Digitalisierung investiert. Reinigungsroboter, Arbeitszeiterfassung per App und Personalplanung mit KI-Unterstützung erleichtern das Management heute immens.

Zukunftspreis Brandenburg 2025, Monari Arts Schlieben

Fliesen spielen bei Monari Arts aus Schlieben schon immer die Schlüsselrolle. Nur werden sie jetzt in XXL produziert. Der Umstieg hat sich als richtiger Schritt erwiesen. Dafür gab es den Zukunftspreis.

Thomas Goethe/Fotoatelier Goethe

Monari Arts aus Schlieben

Traditionsreiche Unternehmen bestehen auch deshalb fort, weil sie es immer wieder schaffen, sich neu zu erfinden. In Schlieben (Elbe-Elster) besteht das Fliesenbauhandwerk schon in vierter Generation. Allerdings haben Fliesenlegermeister Benjamin Schulz und Partnerin Sissy Otto sich 2020 dazu entschieden, das Terrain der Badezimmer und Waschküchen zu verlassen und sich Interior Design, Möbelbau und Projekten zu widmen, die außerhalb des Standards liegen. Die Rede ist von maßgeschneiderter XXL-Fliesenkunst, die etwa im Jüdischen Museum in Berlin betrachtet werden kann.

Es war ein Risiko, das hohe Investitionen erforderte und auch in der Familie verdaut werden musste, gesteht General Managerin Sissy Otto. Doch Monari Arts hat gerade aufgrund seiner Sonderstellung seinen Platz gefunden. „Wir haben mit unserer Positionierung alles richtig gemacht“, so Otto, die nun den Zukunftspreis in den Händen halten darf.

Augletics aus Königs Wusterhausen

Noch im Studentenwohnheim haben Flavio Holstein und Stefan Kötitz als ehemalige Leistungssportler am Prototyp ihrer Vision eines smarten Ruderergometers getüftelt. Zehn Jahre später sind sie mit ihrem Unternehmen Augletics mit dem Zukunftspreis ausgezeichnet worden. „Wir sind überzeugt, dass wir zu den innovativsten und zukunftsorientiertesten Unternehmen in Brandenburg gehören“, antwortet Geschäftsführer Holstein auf die Frage, was ihn zur Bewerbung animiert habe.

Der Heimfitnessmarkt ist stark umkämpft. Doch gerade die angebotenen Ruderergometer seien häufig die Kopie eines bestimmten Grundtyps. „Wir haben uns bewusst für einen anderen Ansatz entschieden und unsere Geräte wirklich komplett neu entwickelt“, so Holstein. „Unser Know-how aus dem Rudersport hat dabei enorm geholfen und genau deshalb sind die Geräte so gut geworden.“ Produziert werden sie in Königs Wusterhausen.

Spiel-Bau aus Brandenburg an der Havel

Wassergekühlte Rutschen und der leiseste Seilbahnwagen der Welt: Die Spiellandschaften von Spiel-Bau aus Brandenburg an der Havel sind innovativ und zudem echte Originale, die bis nach Australien exportiert werden. Großen Wert legt das Unternehmen auf Nachhaltigkeit. Daher kommen als Materialien zertifiziertes Robinienholz und rostfreier Edelstahl zum Einsatz.

Es waren die Kollegen, die den Anstoß gaben, sich um den Zukunftspreis zu bewerben: „Es ist eine Auszeichnung für unsere Mitarbeiter und das, was sie jeden Tag liefern“, erklärt Spiel-Bau- Geschäftsführer Fabian Lorenz stolz. Übrigens hat das Unternehmen schon vor zwei Jahren die flexibilisierte Arbeitszeit eingeführt und ermöglicht den Beschäftigten damit eine Vier-Tage-Woche.

Metall- und Balkonbau Hansmann

Der Jacobsdorfer Metall- und Balkonbauer Hansmann war ebenfalls für den Zukunftspreis 2025 nominiert, zog allerdings kurz vor Preisverleihung seine Bewerbung zurück. Zum Grund wurde zunächst nichts bekannt: Das Unternehmen hat auf Kontaktanfragen nicht reagiert.