Im Norden Europas verorten manche Zeitgenossen die Heimat des Weihnachtsmannes. Die norwegische Supermarktkette Oda fühlte sich jedenfalls berufen, eine Umfrage in Auftrag zu geben, was die Deutschen am liebsten zum Weihnachtsfest essen.
Was in Brandenburg Heiligabend auf den Tisch kommt, hat die repräsentative Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Appinio ebenfalls ermittelt. Das Ergebnis ist keine Überraschung. Der Gewinner ist ein Klassiker: Kartoffelsalat mit Würstchen.

Giffey feiert Weihnachten in Briesen mit der Familie

Das bestätigt auch Franziska Giffey (SPD), Regierende Bürgermeisterin in Berlin und in Briesen bei Frankfurt (Oder) aufgewachen: Bei ihr gebe es ganz klassisch Heiligabend Kartoffelsalat und Würstchen, am 1. Weihnachtstag zum Mittagessen Ente mit Rotkohl, Grünkohl und Klößen und Silvester traditionell Raclette. Und natürlich um Mitternacht: Pfannkuchen, verriet sie auf Anfrage der Märkischen Oderzeitung. So richtig viel Zeit zum Feiern bleibt ihr allerdings nicht: „Heiligabend und die Weihnachtstage verbringe ich bei meiner Familie in Briesen. Silvester wird in Berlin gefeiert. Am Silvesterabend besuche ich wie jedes Jahr die Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr und danke ihnen für ihre Arbeit.“

Heiligabend isst in Brandenburg jeder Zweite Kartoffelsalat

Giffey und Brandenburg liegen damit auch im allgemeinen Deutschland-Trend: Für die Oda-Befragung wurden im Dezember 2022 die Angaben von 1000 Menschen aus ganz Deutschland berücksichtigt. Auch deutschlandweit führt demnach das bescheidene Kartoffel-Gericht die Top-Liste an. 25 Prozent der Befragten gaben an, sich am Heiligabend für Würstchen an Kartoffelsalat zu entscheiden.
Während die Erdapfel-Zubereitung in nahezu jedem Bundesland die Nummer eins unter den Heiligabend-Essen ist, gibt es deutliche Unterschiede zwischen den östlichen und westlichen Bundesländern: In den östlichen Bundesländern kommt der Klassiker bei rund 42 Prozent aller Befragten auf den Tisch.
Wie Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen sticht auch Brandenburg dabei besonders heraus – fast jeder zweite Befragte isst zwischen Havel und Oder Würstchen mit Kartoffelsalat am Weihnachtsabend. In den westlichen Bundesländern tun das dagegen nur 22 Prozent.
Die beliebtesten Heiligabend-Essen in Deutschland laut der Oda-Umfrage unter 1000 Deutschen.
Die beliebtesten Heiligabend-Essen in Deutschland laut der Oda-Umfrage unter 1000 Deutschen.
© Foto: Oda

Jüngere Brandenburger mögen Abwechslung an Heiligabend

Unterschiede im Essverhalten fallen auch zwischen den Altersgruppen ins Gewicht. Während unter den 45- bis 65-Jährigen an Heiligabend jeder dritte Befragte (33 %) Würstchen mit Kartoffelsalat konsumiert, tun das unter den 16- bis 34-Jährigen mit rund 15 Prozent nur die Hälfte. Die jüngeren Deutschen weichen von traditionellen Essgewohnheiten ab.
Stattdessen gestalten sie ihr Heiligabend-Essen vielfältig und geben mit 17 Prozent überdurchschnittlich oft an, dass sie an Weihnachten “immer unterschiedliche” Speisen genießen möchten. Gleichzeitig sind sie eher dazu geneigt, vegetarische und vegane Gerichte zu verspeisen. Vier Prozent feiern Weihnachten fleischlos, bei den Älteren sind es bloß drei Prozent.

Je größer der Haushalt, desto üppiger das Weihnachtsessen

Die kinderfreundlichsten Gerichte sind indes Geflügelbraten, sowie Raclettes und Fondues. Die Wahl des Heiligabend-Essens variiert zusätzlich stark je nach Haushaltstyp: In größeren Haushalten mit vier oder mehr Personen sind Gänse- oder Entenbraten (18 Prozent), Fondue bzw. Raclette (14 Prozent) und vegetarische Gerichte (6 Prozent) überdurchschnittlich populär.
Weihnachtsbraten mit Wintergemüsen im skandinavischen Stil.
Weihnachtsbraten mit Wintergemüsen im skandinavischen Stil.
© Foto: Oda
In Haushalten mit Kindern kommen zudem Gänse- oder Entenbraten (20 Prozent), Fondue bzw. Raclette (13 Prozent) und Fisch (9 Prozent) wesentlich häufiger auf den Tisch als in Haushalten ohne Kinder. Bemerkenswert ist, dass besonders größere Haushalte zum "besonderen Dinner" tendieren: Je mehr Personen am Esstisch sitzen, desto geringer die Neigung zum bescheidenen Würstchen und Kartoffelsalat.

Vielfältige Gerichte in Berlin, klassische Küche in Brandenburg

Populäre Heiligabend-Essen in Brandenburg und Berlin im deutschlandweiten Vergleich.
Populäre Heiligabend-Essen in Brandenburg und Berlin im deutschlandweiten Vergleich.
© Foto: Oda

Berliner:innen und Brandenburger:innen weisen im Vergleich deutliche Unterschiede auf. Befragte in Berlin essen den Heiligabend-Klassiker Würstchen mit Kartoffelsalat weitaus seltener als die Bürger in Brandenburg. 23 Prozent essen in der deutschen Hauptstadt ebenso häufig Gänsebraten wie Würstchen mit Kartoffelsalat.
Die Weihnachtsgans kommt Heiligabend in Brandenburg nur in 19 Prozent der befragten Haushalte auf die Teller. Knapp 16 Prozent der Berliner geben an, dass sie am Abend vor Weihnachten “immer unterschiedliche Gerichte" essen. In Brandenburg tun das nur vier Prozent, genauso viele wählen Grünkohl mit Pinkel.
Die Brandenburger mögen ihr Heiligabend-Essen klassisch und traditionell. Doch warum wird in Brandenburg mit 7,4 Prozent so wenig Fisch an Heiligabend gegessen? Der Peitzer Karpfen aus Brandenburg kommt hier traditionell eher Silvester auf die festlich gedeckten Tafeln.

So isst Brandenburg am Heilabend vor Weihnachten

Die Details der Umfrage vom Institut Appinio im Auftrage der norwegischen Supermarktkette Oda sind hier nachzulesen. Die Top-Liste der Heiligabend-Essen für Brandenburg schaut so aus.
● Kartoffelsalat mit Würstchen (48,1 Prozent)
● Gänse- oder Entenbraten (18,5 Prozent)
● Karpfen u.a. Fische (7,4 Prozent)
● Wild wie Reh oder Kaninchen (7,4 Prozent)
● Grünkohl mit Pinkel (3,7 Prozent)
● Rinder- oder Schweinebraten (3,7 Prozent)
● Ein veganes Gericht (3,7 Prozent)
Raclette oder Fondue ziehen demnach laut Umfrage die Menschen in Brandenburg gar nicht in Betracht.