Aktuelle Umfragewerte der AfD: Wo die Partei über 40 % erreicht

In mehreren Bundesländern kommt die AfD auf Umfragewerte von über 40 %.
Carsten Koall/dpaIn drei Bundesländern erreicht die AfD in der jeweils jüngsten Landtagsumfrage mindestens 40 Prozent: In Sachsen kommt sie auf 42 Prozent, in Sachsen-Anhalt auf 41 Prozent und in Thüringen auf 40 Prozent. Damit liegt die Partei in allen drei Ländern deutlich vor der CDU, die jeweils den zweiten Platz belegt.

In diesen drei Bundesländern kommt die AfD auf 40 % oder mehr.
Lukas Böhl mit ChatGPTBesonders groß ist der Vorsprung in Sachsen. Dort erreicht die AfD doppelt so viele Prozentpunkte wie die CDU. Doch auch in Sachsen-Anhalt und Thüringen beträgt der Abstand jeweils 18 Punkte.
Sachsen: AfD doppelt so stark wie die CDU
In Sachsen erzielt die AfD ihren derzeit höchsten Landeswert. Eine am 21. Mai 2026 veröffentlichte INSA-Umfrage sieht die Partei bei 42 Prozent. Die CDU folgt mit 21 Prozent. Der Vorsprung der AfD beträgt damit 21 Prozentpunkte.
Keine andere Partei kommt annähernd an die beiden Erstplatzierten heran. Die Linke erreicht 9 Prozent, das Bündnis Sahra Wagenknecht 7 Prozent. SPD und Grüne liegen jeweils bei 6 Prozent. Weitere Parteien kommen zusammen auf 9 Prozent.
Bemerkenswert ist nicht nur die Höhe des AfD-Wertes, sondern auch die Entwicklung seit der Landtagswahl vom 1. September 2024. Damals hatte die AfD 30,6 Prozent erreicht und war knapp hinter der CDU gelandet. Die CDU kam auf 31,9 Prozent. In der aktuellen Umfrage haben sich die Kräfteverhältnisse deutlich verschoben: Die AfD liegt 11,4 Punkte über ihrem damaligen Wahlergebnis, während die CDU fast elf Punkte darunter liegt.
Allerdings beruht der aktuelle Wert in Sachsen bislang auf einer einzelnen neueren Erhebung. Die vorherige bei den beiden Umfrageportalen aufgeführte Befragung stammt aus dem Juni 2025 und sah die AfD bei 35 Prozent. Ein direkter Trend sollte deshalb vorsichtig interpretiert werden.
Sachsen-Anhalt: 41 Prozent und 18 Punkte Vorsprung
In Sachsen-Anhalt erreicht die AfD laut der jüngsten INSA-Umfrage 41 Prozent. Die CDU folgt mit 23 Prozent. Damit liegt die AfD 18 Prozentpunkte vor ihrem stärksten Konkurrenten. Die Befragung von 1.000 Wahlberechtigten fand zwischen dem 23. und dem 30. Juni 2026 statt und wurde am 3. Juli veröffentlicht.
Auf dem dritten Platz steht die Linke mit 13 Prozent. Die SPD kommt nur noch auf 6 Prozent, das BSW auf 5 Prozent. Grüne und FDP erreichen jeweils 4 Prozent.
Anders als in Sachsen wird die hohe Zustimmung zur AfD in Sachsen-Anhalt durch mehrere neuere Erhebungen gestützt. Im Mai 2026 kam die Partei bei INSA auf 42 Prozent und bei Infratest dimap auf 41 Prozent. Bereits im Oktober 2025 hatte eine INSA-Umfrage 40 Prozent ausgewiesen.
Gegenüber der Landtagswahl 2021, bei der die AfD 20,8 Prozent erzielt hatte, hat sich ihr aktueller Umfragewert nahezu verdoppelt. Der Zuwachs beträgt rechnerisch 20,2 Prozentpunkte.
Die Zahlen haben hier eine besondere Bedeutung: In Sachsen-Anhalt findet bereits am 6. September 2026 die nächste Landtagswahl statt. Die Umfrage ist damit deutlich näher am Wahltermin als die Erhebungen in Sachsen und Thüringen. Dennoch bleibt offen, wie stabil die Werte bis zur Wahl sind.
Thüringen: AfD erreicht erstmals 40 Prozent
In Thüringen kommt die AfD in der jüngsten INSA-Umfrage auf genau 40 Prozent. Die CDU erreicht 22 Prozent und liegt damit ebenfalls 18 Punkte zurück. Die Linke folgt mit 16 Prozent vor dem BSW mit 7 Prozent und der SPD mit 6 Prozent. Die Grünen stehen bei 4 Prozent.
Die Onlinebefragung wurde zwischen dem 23. und dem 30. Juni 2026 unter 1.000 Wahlberechtigten durchgeführt. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse am 2. Juli.
In Thüringen ist ein schrittweiser Anstieg erkennbar. Im Februar 2026 lag die AfD bei 38 Prozent, im April bei 39 Prozent und im Juli schließlich bei 40 Prozent. Im Mai 2025 waren es noch 35 Prozent gewesen. Gleichzeitig sank die CDU innerhalb der Erhebungsreihe von 24 auf 22 Prozent.
Bei der Landtagswahl 2024 hatte die AfD bereits 32,8 Prozent erzielt und war stärkste Kraft geworden. Der aktuelle Wert liegt 7,2 Prozentpunkte darüber. Die CDU verliert gegenüber ihrem damaligen Wahlergebnis von 23,6 Prozent leicht und kommt in der Umfrage auf 22 Prozent.
Platz eins bedeutet nicht automatisch eine Regierung
Aus einer Umfrageführung folgt jedoch weder ein entsprechendes Wahlergebnis noch automatisch eine Regierungsbeteiligung. Wahlumfragen sind Momentaufnahmen und unterliegen statistischen Unsicherheiten. Zudem können unterschiedliche Auftraggeber, Befragungsmethoden und Erhebungszeiträume die Ergebnisse beeinflussen.
Auch eine Partei mit mehr als 40 Prozent benötigt in der Regel weitere Stimmen oder einen Koalitionspartner, um eine parlamentarische Mehrheit zu erreichen. Entscheidend ist außerdem, welche kleineren Parteien die Sperrklausel überwinden und wie sich dadurch die Sitze verteilen.
