Bärbel Bas (SPD): Die neue Arbeitsministerin im Porträt

Bärbel Bas (SPD) ist die aktuelle Bundesministerin für Arbeit und Soziales. Wer ist die SPD-Politikerin?
Michael Kappeler/dpaDie SPD-Politikerin Bärbel Bas soll in der künftigen Regierung von Union und Sozialdemokraten eine wichtige Rolle spielen. Am 5. Mai wurde sie offiziell für das Amt der Bundesministerin für Arbeit und Soziales vorgeschlagen. Jetzt wurde zudem bekannt, dass Bas neue SPD-Vorsitzende werden könnte. Wer ist Bärbel Bas? Wir stellen sie im Porträt vor:
Alter, Beruf, Herkunft - Bärbel Bas im Steckbrief
Hier gibt es die wichtigsten Zahlen und Fakten zu Bärbel Bas in aller Kürze:
- Name: Bärbel Bas
- Geburtstag: 3. Mai 1968
- Geburtsort: Walsum (heute Duisburg)
- Ausbildung/Beruf: 1984 Hauptschulabschluss mit Fachoberschulreife; 1985 bis 1987 Ausbildung zur Bürogehilfin bei der DVG Duisburg, 1994 bis 1997 Ausbildung zur Sozialversicherungsfachangestellten, 2005 bis 2007 Abendstudium zur Personalmanagement-Ökonomin (VWA)
- Familie: Vater ist Busfahrer, Mutter Hausfrau, Bärbel Bas hat fünf Geschwister
- Ehemann: war bis zu seinem Tod mit Siegfried Ambrosius verheiratet
- X: Bärbel Bas
- Instagram: baerbelbas
Bärbel Bas: unkompliziert und bodenständig
Bodenständig, geradlinig, klar: Als Bundestagspräsidentin hat sich Bärbel Bas (SPD) in den vergangenen dreieinhalb Jahren einen guten Ruf erworben. Zuvor war die Duisburgerin einer breiteren Öffentlichkeit kaum bekannt. Sie sitzt seit 2009 im Bundestag und kümmerte sich unter anderem um Gesundheitspolitik. Ihre unkomplizierte Art mag mit der Herkunft zu tun haben: Die 57-Jährige wuchs als zweitälteste von sechs Geschwistern in materiell einfachen Verhältnissen auf. Spielen, so erzählte Bas später, musste sie als Kind draußen, weil im Kinderzimmer zu wenig Platz war.
Bärbel Bas und ihr Weg in der SPD
So lief die Parteikarriere von Bärbel Bas in der SPD:
- Seit Oktober 1988 Mitglied der SPD
- 1997 bis 2018 Mitglied im Unterbezirksvorstand der Duisburger SPD
- dessen stellvertretende Vorsitzende von 2006 bis 2018
- 2004 bis 2018 Mitglied im Regionalvorstand der SPD-Niederrhein
- 2009 bis 2018 Mitglied im Sprecherkreis der RuhrSPD
- seit 2010 Vorsitzende des Landesparteirates der NRWSPD
- 1994 bis 2002 Mitglied im Rat der Stadt Duisburg
- Mitglied des Bundestages seit 2009
- Mitglied des Gesundheitsausschusses von 2009 bis 2013 und 2016 bis 2019
- 2013 bis 2019 Parlamentarische Geschäftsführerin der SPD-Bundestagsfraktion
- seit 2019 stellvertretende Fraktionsvorsitzende
- seit 2013 Mitglied des geschäftsführenden Fraktionsvorstandes der SPD-Bundestagsfraktion
- 2011 bis 2019 Mitglied im Vorstand der NRW Landesgruppe der SPD-Bundestagsfraktion
- seit 2014 Schatzmeisterin der Parlamentarischen Linke der SPD-Bundestagsfraktion
- 2021 bis 2025 Präsidentin des Deutschen Bundestages
- Seit 2025: Arbeitsministerin in der neuen großen Koalition
SPD-Vorsitz: Bärbel Bas könnte mit Klingbeil Doppelspitze bilden
Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) will nach Angaben der Agence France-Presse (AFP) beim Parteitag Ende Juni 2025 gemeinsam mit Lars Klingbeil als neue Doppelspitze der SPD kandidieren. Sie signalisiert ihre Bereitschaft zur Kandidatur, was im Parteipräsidium auf breite Unterstützung gestoßen sein soll. Saskia Esken hatte zuvor angekündigt, nicht erneut für den Vorsitz anzutreten.
Parallel dazu wurde der Bundestagsabgeordnete Tim Klüssendorf einstimmig vom Präsidium als neuer SPD-Generalsekretär vorgeschlagen. Er soll Matthias Miersch ablösen, der neuer Fraktionschef ist. Klüssendorf ist Vertreter des linken Flügels der SPD, sitzt seit 2021 im Bundestag und verteidigte im Februar sein Direktmandat in Lübeck. Seine Nominierung steht ebenfalls auf dem Parteitag im Juni zur Wahl.
So will Bärbel Bas künftig Politik machen
Bärbel Bas hat die drei künftigen Koalitionsparteien aufgefordert, sich als gemeinsame Regierung zu verstehen und sich wechselseitig Erfolge zu „gönnen“. „Ja, wir wollen den Erfolg der ganzen Regierung“, sagte Bas dem „Tagesspiegel“ (Online- und Samstagausgabe). Alle Beteiligten bei CDU, CSU und SPD sollten „nicht nur für eigene Erfolge kämpfen, sondern auch dem jeweiligen Partner Erfolge gönnen“. „Wenn wir dem anderen ständig etwas neiden, haben wir schon verloren.“
Die künftige Regierung wolle „konstruktiv regieren, statt wie in der Ampel permanent zu streiten“, sagte Bas. Das Motto des Koalitionsvertrages „Verantwortung für Deutschland“ bezeichnete die SPD-Politikerin als „eine Verpflichtung“. Meinungsunterschiede zwischen SPD, CDU und CSU seien „kein Problem“, sagte Bas. Differenzen sollten jedoch „hinter verschlossenen Türen“ geklärt werden. „Die Menschen wollen keinen Dauer-Zoff auf offener Bühne. Die SPD sollte nicht versuchen, Ideen der Union auszubremsen, nur weil sie von der Union sind. Oder umgekehrt.“
