Mindestlohn
: Erhöhung in Deutschland ab 2026 geplant

Der Mindestlohn soll den aktuellen Plänen von CDU, CSU und SPD zufolge erneut angehoben werden. Welche Höhe könnte ab 2026 gelten?
Von
David Hahn
Berlin
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Bargeld: ARCHIV - 21.08.2023, Berlin: ILLUSTRATION - Geldscheine mit dem Wert von 100 und 50 Euro und Münzen liegen auf einem Tisch. (zu dpa: «Bundesbank: Bargeld und Debit günstiger als Kreditkarten») Foto: Monika Skolimowska/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Wie hoch fällt der Mindestlohn 2026 in Deutschland aus?

Monika Skolimowska/dpa

Am Mittwoch, 9. April 2025, haben Politiker der CDU/CSU und SPD den Entwurf eines neuen Koalitionsvertrages vorgestellt. Auch wenn dieser noch von den Parteien bestätigt werden muss, lohnt sich ein Blick: Was plant die neue Regierung unter dem wahrscheinlichen Kanzler Friedrich Merz (CDU) für den Mindestlohn?

Mindestlohn

Ein Mindestlohn ist der gesetzlich festgelegte niedrigste Stunden- oder Monatslohn, den Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber ihren Angestellten zahlen dürfen. Er soll sicherstellen, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eine angemessene Bezahlung für ihre Arbeit erhalten. Ausgenommen sind lediglich Auszubildende, Langzeitarbeitslose und teilweise Praktikantinnen und Praktikanten. In Deutschland wurde der gesetzliche Mindestlohn 2015 eingeführt. Über die Jahre kam es mehrmals zu Erhöhungen. Auch 2025 wurde der Mindestlohn angehoben.

Mindestlohn 2026: Erhöhung in Deutschland möglich

Eingeführt wurde der gesetzliche Mindestlohn 2015 mit 8,50 Euro brutto pro Stunde. Mehrfach erfolgte seitdem eine Erhöhung des Mindestlohns. Im Oktober 2022 wurde der Mindestlohn in Deutschland beispielsweise auf 12 Euro pro Stunde angehoben. Ab Januar 2024 lag der Mindestlohn bei 12,41 Euro. Zum 1. Januar 2025 stieg der Mindestlohn in Deutschland um weitere 41 Cent auf 12,82 Euro. Den Plänen des neuen Koalitionsvertrags zufolge soll sich die Mindestlohnkommission im Rahmen einer Gesamtabwägung sowohl an der Tarifentwicklung als auch an 60 Prozent des Bruttomedianlohns von Vollzeitbeschäftigten orientieren. Auf diesem Weg soll ein Mindestlohn von 15 Euro im Jahr 2026 erreicht werden können.

Nicht alle Länder der Europäischen Union (EU) haben einen Mindestlohn. So wird zum Beispiel in Dänemark, Italien, Österreich, Finnland und Schweden darauf verzichtet. Im europäischen Vergleich lag Deutschland mit der Höhe des Mindestlohns 2023 auf Platz zwei.

Mindestlohn Erhöhung 2026: Pro und Contra

Die Einführung und Erhöhung eines Mindestlohns wird mitunter kontrovers diskutiert. Befürworter eines Mindestlohns sehen darin ein Instrument zur Armutsbekämpfung und zur Sicherstellung fairer Löhne. Ohne einen Mindestlohn könnten ihrer Ansicht nach Arbeitgeber dazu neigen, sehr niedrige Löhne anzubieten, um ihre Kosten zu senken und höhere Gewinne zu erzielen. Dies könnte zu Ausbeutung von Arbeitnehmern führen, die trotz harter Arbeit nicht genug verdienen, um ihren Lebensunterhalt angemessen zu bestreiten. Gegner eines Mindestlohns argumentieren, dass eine zu hohe gesetzliche Vorgabe Arbeitsplatzverluste verursachen könnte, da Arbeitgeber möglicherweise nicht in der Lage sind, die erhöhten Lohnkosten zu stemmen. Dies führe dazu, dass die Wirtschaft nicht ausgelastet wäre, Menschen ihren Job verlieren und letztendlich weniger verdienen würden als vor der Einführung.