Philipp Birkenmaier (CDU): Wer ist der neue Chef im Kanzlerbüro von Merz?

Acht Monate nach seinem Amtsantritt hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) überraschend seinen Büroleiter ausgetauscht. Nachfolger des eher außenpolitisch orientierten Jacob Schrot wird der bisherige CDU-Bundesgeschäftsführer Philipp Birkenmaier, ein Wirtschaftsexperte.
picture alliance/dpa/CDU | Tobias KochAcht Monate nach seinem Amtsantritt hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) überraschend seinen Büroleiter ausgetauscht. Nachfolger des eher außenpolitisch orientierten Jacob Schrot wird der bisherige CDU-Bundesgeschäftsführer Philipp Birkenmaier, ein Wirtschaftsexperte. Birkenmaier werde zeitnah die Leitung des Kanzlerbüros übernehmen und die tägliche Arbeit des Bundeskanzlers organisieren, teilte Regierungssprecher Stefan Kornelius mit. Es ist die erste wesentliche personelle Veränderung im Umfeld des Kanzlers seit seiner Vereidigung im Mai 2025, so die Deutsche Presseagentur (dpa).
Philipp Birkenmaier: Wer ist der neue Büroleiter des Kanzlers?
Philipp Birkenmaier ist ein deutscher politischer Beamter und CDU-Politiker. Er gilt als erfahrener Verwalter, Parteistratege und Wirtschaftspolitiker innerhalb der CDU und wurde nun zum Leiter des Kanzlerbüros im Bundeskanzleramt von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) berufen. Laut Hasepost ist der neue Büroleiter des Kanzlers in Berlin politisch gut vernetzt, was Parteistruktur, Bundestag und Regierung angeht. Das Handelsblatt beschreibt Birkenmaier als wirtschaftspolitisch erfahren, weil er im Wirtschaftsministerium und in der CDU-Parlamentsarbeit langjährige Erfahrung gesammelt hat. Außerdem gilt er als pragmatischer Verwalter, der wirtschafts- und innenpolitische Kompetenz in das Kanzleramt mitbringt.
Wo Birkenmaier vorher gearbeitet hat
Ab 1995 studierte Birkenmaier Rechtswissenschaften an der Uni Bonn und der LMU München. 2000 folgte das erste juristische Staatsexamen und 2004 dann die Promotion an der TU Dresden. Am Kammergericht in Berlin absolvierte er sein Rechtsreferendariat. 2005 absolvierte er das zweite Staatsexamen.
Vor seiner Ernennung zum Büroleiter des Kanzlers Friedrich Merz im Januar 2026, war er seit 2024 Bundesgeschäftsführer der CDU Deutschlands. Bereits davor war er in der CDU-Bundesgeschäftsstelle (Konrad-Adenauer-Haus) als Leiter des Büros der Programm- und Grundsatzkommission und später als Hauptabteilungsleiter Politik & Programm tätig. Gemeinsam mit Generalsekretär Carsten Linnemann leitete Birkenmaier den Prozess zur Erarbeitung eines neuen Grundsatzprogramms der CDU. Dies war ein bedeutendes Projekt nach der Bundestagswahl, um inhaltliche Herausforderungen und Parteiausrichtung der CDU zu klären.
Birkenmaiers beruflicher Werdegang begann 2005 als Rechtsanwalt in der Kanzlei von Reinhard Pöllath. Danach war er als Referent beim Nationalen Normenkontrollrat im Bundeskanzleramt und später als Geschäftsführer des Parlamentskreises Mittelstand innerhalb der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag tätig. Von 2019 bis 2022 arbeitete Philipp Birkenmaier im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie als Leiter der Stabstelle Mittelstandsstrategie.
Aufgabe als Kanzlerbüroleiter
Als Leiter des Kanzlerbüros ist Birkenmaier verantwortlich für die organisatorische und strategische Koordination der täglichen Arbeit des Bundeskanzlers. Im deutschen Regierungssystem ist der Leiter des Kanzlerbüros eine Schlüsselposition. In der Rolle hat Birkenmaier Einfluss auf die Prioritäten des Kanzlers, auf interne Abstimmungen und strategische Entscheidungsprozesse.
Deutung des Personalwechsels: Philipp Birkenmaier ist jetzt Kanzlerbüroleiter
Während es keine großen Skandale oder strafrechtlichen Vorwürfe gegen Birkenmaier gibt, gibt es doch eine kritische Debatte. Die Berufung Birkenmaiers zum Leiter des Kanzlerbüros wird von einigen Kommentatoren als Zeichen für einen strategischen Richtungswechsel des Kanzlers interpretiert. Weg von Außen- und Sicherheitspolitik, hin zu stärkerer Betonung wirtschaftlicher Fragen und effizienterer Koordination zwischen Regierung und Partei, so der Tagesspiegel. Der Personalwechsel wird auch im Kontext der Unzufriedenheit über die Regierungsarbeit der CDU/CSU-SPD-Koalition gesehen.
Einige politische Beobachter werten die Ersetzung des bisherigen Büroleiters Jacob Schrot durch Birkenmaier als Reaktion auf Kritik an der bisherigen Performance im Kanzleramt, mit dem Wunsch nach stärkeren wirtschaftlichen und parteiinternen Synchronisationen. Darüber berichtet der Tagesspiegel.


Der Kanzler wirbt erneut für Reformen. Dabei wäre Machen besser.