Der erste Urlaub mit Hund
: 7 Tipps für eine entspannte Reise-Zeit

Endlich Urlaub! Dieses Mal aber mit Hund! Unsere Check-Liste verrät euch, warum eine Reise-Apotheke wichtig ist, wie man eine passende Unterkunft findet und welche Regeln zu beachten sind.
Von
Doreen Matschuk
Frankfurt (Oder)
Jetzt in der App anhören

Der Hund kommt mit in den Urlaub! Dabei gibt es ein paar Dinge zu beachten und es bedarf mehr Vorbereitung.(Symbolbild)

Hauke-Christian Dittrich/dpa

Der Hund gilt als der beste Freund des Menschen. Da ist es verständlich, dass viele ihren treuen Begleiter auch im Urlaub an der Seite haben möchten. „Die Beziehung des Menschen zum Hund hat sich geändert. Der Hund ist zu einem vollwertigen Familienmitglied geworden.“ „Früher wurde der Hund während des Urlaubs eher unter Aufsicht zu Hause gelassen - heute nimmt man ihn lieber mit.“, sagt Martina Züngel-Hein, die den Blog www.hunde-reisen-mehr.com betreibt. Die Bloggerin reist leidenschaftlich gern mit ihren zwei Rhodesian Ridgebacks, Raban und Charly und erzählt uns, was man auf Reisen mit Hund beachten sollte.

Eine Reise mit Hund benötigt ein bisschen mehr Vorbereitung. Wer an ein paar wichtige Punkte denkt, kann sorgenfrei und entspannt aufbrechen.

Mit dieser Checkliste für den Urlaub seid ihr auf der sicheren Seite:

1. Welche Reiseziele sind für den Urlaub mit Hund geeignet?

Zunächst eine Faustformel vorab: Je kürzer die Anreise, umso stressfreier für das Tier.

Die gute Nachricht ist, Deutschland ist ein sehr hundefreundliches Land - und hat von der Küste bis zu den Alpen jede Menge Natur und schöne Gegenden zu bieten. Beispiele

  • Nord- und Ostsee: Meeresrauschen, frische Luft, viel Bewegung - ein Urlaub an der Küste tut Mensch und Tier gut. Umso besser, dass Hunde an vielen Stränden erlaubt sind. Schöne Hundestrände finden sich sowohl an der Nordsee als auch an der Ostsee.
  • Mittelgebirge: Ob Harz, Schwarzwald, Bayerischer Wald oder das Elbsandsteingebirge - Deutschlands Wälder bieten eine große Auswahl an vortrefflichen Wanderwegen und damit viel Auslauf. Damit sich der Hund auch ohne Leine austoben kann, gibt es zum Beispiel im Harz einen Hundewald. Das ist ein weitläufiges Freilaufgelände.
  • Voralpen und Alpen: In Regionen wie dem malerischen Allgäu oder im Nationalpark Berchtesgaden können Hundebesitzer einen idyllischen Urlaub verbringen - vor traumhafter Bergkulisse.

Auch unsere Nachbarländer bieten sich für einen Urlaub mit Hund an. Ein Land heben Hundebesitzer besonders positiv hervor:

  • Niederlande: Hier geht es sehr hundefreundlich zu. Das zeigt sich auf der Insel Texel: „Auch in der Hochsaison kann ich die Hunde am Strand laufen lassen“, sagt Martina Züngel-Hein. An die Leine müssen die Tiere dabei nicht, anders als an den deutschen Küsten. „Die Holländer sind da einfach entspannter“, sagt die Bloggerin.
  • Dänemark: Schöne Strände an Nord- und Ostsee bietet auch unser nördlicher Nachbar. Für eine Extraportion Auslauf sorgen jede Menge ausgedehnte Hundewälder («Hundeskove»). Infos zur Einreise und zum dänischen Hundegesetz hat Visit Denmark zusammengestellt.
  • Österreich: Die Berge rufen! Von Vorarlberg über Tirol bis ins Salzburger Land gibt es unzählige schöne Ecken. In zahlreichen hundefreundlichen Hotels werden die Vierbeiner bestens umsorgt. Mit Maulkorb dürfen die Tiere auch mit der Seilbahn auf den Berg.

2. So klappt die Anreise ohne Hektik und Stress

Zunächst eine grundsätzliche Abwägung: Möchte man unbedingt mit dem Hund in den Urlaub fliegen? Oder setzt man lieber auf ein Reiseziel, das mit dem Auto oder der Bahn erreichbar ist? Diese Transportmittel bringen für das Tier mehr Ruhe und Entlastung.

Grund: Im Flugzeug dürfen nur kleinere Hunde in die Kabine zu Frauchen oder Herrchen. Größere Hunde fliegen im Frachtraum mit (dazu weiter unten mehr). Das ist nicht gerade entspannt für das Tier, bestätigt Tierärztin Sonja Krämer. Für kürzere Urlaubsreisen rät sie daher eher vom Flugzeug als Transportmittel ab.

Martina Züngel-Hein würde ihre Tiere nicht dem Bauch eines Fliegers anvertrauen. „Mein Transportmittel der Wahl ist das Auto.“ Auch sie findet aber, dass es bei dieser Frage auf die Urlaubsdauer ankommt. „Für eine Woche Mallorca würde ich nicht das Flugzeug wählen. Aber es gibt Menschen, die ihren Hund von klein an darauf trainiert haben.“

Tipps für die Anreise mit dem Auto

Wer sich für die Anreise mit dem Auto entscheidet, sollte folgende Dinge berücksichtigen, um entspannt ans Ziel zu kommen:Sicherung: Der Hund muss, dem ADAC zufolge, mit einer Transportbox, einem Trenngitter oder einem Gurt gesichert werden. Sonst kann es hohe Strafen geben.

  • Pausenzeiten: Regelmäßige Pausen sind wichtig, damit der Hund die Reise genießen kann. „Ich würde alle eineinhalb Stunden anhalten und schauen, wie es dem Tier geht“, rät Sonja Krämer, die für die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz tätig ist. „Wenn das Tier schläft, kann man ruhig noch eine Weile weiterfahren.“ Martina Züngel-Hein rät bei ausgewachsenen Hunden alle zwei bis drei Stunden zu einer Pause. Bei Welpen besser alle eineinhalb Stunden.
  • Pausenplätze: Mindestens eine halbe Stunde sollte die Pause dauern - ein angenehmer Ort ist da wünschenswert. „Die meisten Hunde erleichtern sich nicht auf dem Asphalt, die wollen ein bisschen Grün unter dem Popo haben“, sagt Züngel-Hein. Sie meidet Rastplätze direkt an der Autobahn. „Auch wenn ich nicht tanke, suche ich mir für die Pause einen stillen Ort abseits der Autobahn, wo es grün ist.“ Klar, das kostet etwas mehr Zeit. Aber dafür geht es dem Hund gut.
  • Belüftung: Der ADAC rät davon ab, mit geöffnetem Fenster zu fahren. Denn die Zugluft tut den Augen der Hunde nicht gut.

Tipps für die Anreise mit der Bahn

Diese Punkte sind wichtig für eine gemütliche Anreise mit der Bahn:

  • Kleine Hunde: Wenn der Hund in eine Tierbox passt, fährt er laut der Deutschen Bahn kostenlos mit. Die Box muss unter den Sitz oder in die Ablage passen. Sie darf nicht auf dem Sitz stehen.
  • Größere Hunde: Ist der Hund größer als eine Hauskatze, braucht er ein eigenes Ticket. Der Preis entspricht einer Kinderfahrkarte, also die Hälfte des regulären Fahrpreises.
  • Sitzplatz: Martina Züngel-Hein weist darauf hin, dass dem Hund dann auch mit einer Fahrkarte kein eigener Sitzplatz zusteht.
  • Fahrkarte: Ein Ticket für den Hund ist in jeder Form erhältlich - als Online-Ticket, per Post, in DB-Reisezentren oder am Automaten. Regeln: Ein Hund, der zu groß für eine Transportbox ist, muss im Zug außerdem angeleint sein und einen Maulkorb tragen.

Tipps für die Anreise mit dem Flugzeug

Wer sich für die Anreise mit dem Flugzeug entscheidet, sollte mit den Regeln für den Transport von Hunden im Luftverkehr vertraut sein:

3. Dokumente und Impfungen: Wann ist der Hund reisefertig?

Wer an alles denkt, hat später keinen Stress. Folgende Dinge sollten Hundebesitzer bei der Vorbereitung des Urlaubs auf dem Zettel haben:

Alternative zum Chip ist eine vor dem 3. Juli 2011 angebrachte, noch lesbare Tätowierung. Die ist aber selten geworden.

Registrierung des Hundes

Eine Registrierung des Hundes ist in jedem Fall ratsam, auch wenn man nicht in den Urlaub fährt:

Es gibt zwei große, kostenlose Haustierzentralregister.

TASSO - der Verein engagiert sich für den Tierschutz und hilft zum Beispiel mit Steckbriefen für die Suche, falls der Hund mal verloren geht.

FINDEFIX - ein Service-Angebot des Deutschen Tierschutzbundes e. V., unterstützt ebenfalls mit Suchmeldungen online und einem weltweiten Netzwerk

►Beide haben eine 24h Notruf Hotline

4. Gut zu wissen: Die Regeln für Hunde vor Ort

Wer mit seinem Hund im Urlaub ein paar erfüllende Tage verbringen möchte, sollte wissen, was vor Ort geht und was nicht.

5. So findet man hundefreundliche Unterkünfte

Gastfreundschaft ist wichtig - auch für den Hund. Er soll im Urlaub nicht bloß geduldet werden, sondern willkommen sein. Das gilt vor allem in der Ferienunterkunft, egal ob Hotel oder Ferienwohnung.

Gibt es spezielle Hotels für Hunde?

Und ob! Der Vierbeiner gehört im Urlaub dazu: „Das ist ein Trend, auf den Hunde-Hotels aufgesprungen sind“, sagt Züngel-Hein. „Die bieten alles vom Hundekeks über Hundemenüs bis zu Hundesportplätzen - und lassen sich das Ganze gerne gut bezahlen“, weiß die Bloggerin.

Für wen ist das was?

„Wenn man als Besitzer jung und dynamisch ist und sich das Tier mit allen anderen verträgt, ist das seine super Idee“, findet die Hunde-Bloggerin. „Wenn man einen Hund hat, der nicht jeden mag, dann ist es vielleicht nicht mehr so spaßig.“

Wie finde ich sonst eine hundefreundliche Herberge?

Martina Züngel-Hein hat hier einen unkomplizierten Tipp: einfach anrufen und nachfragen. „Da merke ich sofort, wie die Reaktion ist.“

Klingt simpel und bringt Vorfreude auf einen gelungenen Urlaub: „So haben Reisende schon früh das gute Gefühl, dass ihr Vierbeiner willkommen ist. Es geht darum, dass man ein Gespür dafür bekommt, ob das Hotel Hunden freundlich zugeneigt ist.“

Oft ist auch ohne Anruf ersichtlich, dass Hunde willkommen sind. Vermittlungsplattformen wie zum Beispiel www.hundeurlaub.de und auch die Webseiten der Ferienregionen selbst lassen sich häufig nach haustierfreundlichen Unterkünften durchsuchen. Und es gibt Hotels, die „Urlaub mit Hund“ aktiv auf ihrer Webseite bewerben.

Was stellt der Hotelier meinem Hund in Rechnung?

Die Preise sind laut Züngel-Hein ganz unterschiedlich. Der Hund kann kostenlos sein oder fünf Euro pro Übernachtung kosten - in gehobenen Häusern durchaus auch 25 oder 30 Euro pro Nacht.

Und wo findet man hundefreundliche Unterkünfte?

Viele Buchungsportale haben bereits als Filter „tierfreundlich“ integriert. Es gibt aber auch Webseiten, die speziell auf den Urlaub mit Hund ausgerichtet sind und bereits Unterkünfte recherchiert oder gar getestet haben. Dazu gehören z. B. hundeurlaub.de oder top-hundeurlaub.de - bei letzterem gibt es sogar Rubriken für Wohnmobil, Hausboot und Camping.

Darüber hinaus, kann man auch in Facebook-Gruppen tolle, auf Hunde ausgerichtete Feriendomizile finden oder sich Anregungen für Urlaubsregionen holen:

Hunde on tour

Urlaub nur mit Hund

Hund und Urlaub willkommen nicht nur geduldet

6. Die optimale Packliste

Es kommt natürlich immer darauf an, zu welcher Jahreszeit man weg fährt und welche Art von Urlaub man macht. Beim Campen benötigt man durchaus mehr Utensilien, als wenn man in ein Hotel oder eine Ferienwohnung fährt. Und im Herbst und Winter sollte man etwas mehr einpacken, damit der Vierbeiner warm und trocken bleibt.

Für Reisen ins Ausland den EU-Heimtierausweis nicht vergessen. Darüber hinaus gibt es noch ein paar andere Dinge, die auf keiner Reise mit Hund im Gepäck fehlen sollten.

Folgende Utensilien gehören zur Grundausstattung:

Reise-Apotheke für den Hund

Zudem sollte auch ein Erste-Hilfe-Set für den Hund immer dabei sein. Das kann in Notsituationen Leben retten, aber auch viele leichtere Beschwerden lindern. Durchfall, eine Schnittwunde, ein Zeckenbiss - das kann schnell gehen. Dann ist man doch beruhigter, wenn man seinem Liebling schnell helfen kann. Der Tierarzt unterstützt gern bei der Zusammenstellung der Reiseapotheke.

Was ihr auf jeden Fall einpacken solltet:

Unsere Empfehlung:

Absolviere einen Erste-Hilfe-am-Hund-Kurs, um deinem Vierbeiner im Notfall ruhig und gezielt helfen zu können.

7. Auf die richtige Einstellung kommt es (auch) an

Abgesehen von den praktischen Dingen noch etwas Grundsätzliches:

Martina Züngel-Hein weiß aus eigener Erfahrung gut, worauf es bei einem Urlaub mit Hund oder auch mehreren Hunden ankommt: „Das Wichtigste sind Rücksichtnahme und Gelassenheit.“

Ein Beispiel: „Wenn ich den Hund frei laufen lasse und da kommt ein Radfahrer oder eine Familie mit Kindern, dann rufe ich den Hund zurück. Das macht man aus Höflichkeit einfach so.“

Andersherum dürfe man Rücksichtnahme von anderen einfordern. Ein Klassiker: „Kinder sollten den Hund nicht einfach ungefragt anfassen.“

Allerdings muss man es auch nicht komplizierter machen als nötig. „Es ist eigentlich egal, wo man Urlaub macht, wenn der Hund gut erzogen ist“, sagt Züngel-Hein und ergänzt: „Am besten verhalte ich mich so, wie ich möchte, dass sich auch andere mir gegenüber verhalten.“

Das ist in der Tat immer eine gute Empfehlung.

Mit dieser Check-Liste solltet ihr nun bestens auf den ersten Urlaub mit Hund vorbereitet sein. Viel Spaß und Entspannung!

Kein Newsletter ausgewählt
Melden Sie sich jetzt unkompliziert an und bleiben Sie automatisch informiert.