Bundestagswahl 2025: Leichtes Spiel für die AfD in Brandenburg trotz Wahlkampf?


Der Wahlkampf zur Bundestagswahl 2025 war kurz und intensiv. Doch war er auch gut? Und wie haben sich die Parteien in Brandenburg präsentiert? (Symbolbild)
Michael Bihlmayer/actionpressDie beste Möglichkeit, die Zukunft vorherzusagen, ist die, sie zu gestalten. Was dieser berühmte Ausspruch sagt, haben wir jetzt in der Hand: Mit zwei Kreuzchen gestalten wir bei der Bundestagswahl tatsächlich die Zukunft.
Wir legen das Maß an Demokratie fest und wie radikal wir Veränderungen wollen. Wir entscheiden über Deutschlands Rolle in Europa, über den Euro und wirtschaftlichen Aufschwung. Unsere beiden Kreuzchen bestimmen die Zukunft unserer Kinder in einer digitalen Welt oder eine Rückkehr in die analoge.
Bundestagswahl 2025 – es wurde ein Ukraine-Wahlkampf
Auch über Bürgergeld, Bürokratie, und Energie ist die Schlacht der Argumente geschlagen, über Mietpreise und Schuldenbremse das Pulver der Polemik verschossen. Bildung, Bafög und Rente kamen zu kurz. War es ein guter Wahlkampf? Auf jeden Fall war es ein anderer, als der, den CDU-Herausforderer Friedrich Merz und Noch-Kanzler Olaf Scholz wollten.
Merz hatte sich für einen Wirtschaftswahlkampf gewappnet. Er wollte damit punkten, dass Industrie und Mittelstand nach den Ampeljahren in den Knien sind. Scholz wollte hingegen einen Sozial-Wahlkampf: Schuldenbremse weg, mehr Netto vom Brutto.
Durch Donald Trump wurde es ein Ukraine-Wahlkampf. Den Verfechtern des Prinzips der Abschreckung, das uns nachweislich 80 Jahre Frieden beschert, standen populistische Angstmacher und Hochrisiko-Zocker mit unserer Sicherheit gegenüber. Dazu entfachte der Mordanschlag von Aschaffenburg einen Migrationswahlkampf mit zwei Höhepunkten: dem für die SPD „historischen Tabubruch“, als die Union mithilfe der AfD im Bundestag ihren Antrag zur Migration durchbrachte; und Merz‘ „Mit Ihnen nicht“ im ZDF zu Alice Weidel, um sich davon reinzuwaschen.
Ein guter Wahlkampf? Neben den erfreulich informativen, kontroversen, aber nicht chaotischen TV-Runden fehlten die Spitzenbewerber ums Kanzleramt in Brandenburg fast vollständig vor Ort. Nicht einer zeigte sich an den Hotspots: in Schwedt, das um die Zukunft der Raffinerie PCK bangt; in Frankfurt (Oder), Deutschlands durch die Grenzkontrollen gebeutelten Tor zu Polen und Osteuropa; in Grünheide, wo Tesla unter Elon Musks Irrlichterei leidet; oder in Eisenhüttenstadt, das sich wegen der neuen US-Zölle noch mehr um sein Stahlwerk sorgt.
Bundestagswahl 2025 – auch Alice Weidel bleibt der Lausitz fern
Auch ein Großteil der in der Kohletransformation steckenden Lausitz ist offenkundig zu konfliktträchtig oder schlicht zu dünn besiedelt, als dass es sich gelohnt hätte, hier auf Stimmenfang zu gehen. So bleibt die Mark unzufrieden und deshalb wohl vielerorts eine gemähte Wiese für die AfD, obwohl auch Alice Weidel durch Abwesenheit glänzte. Genau wissen wir das am Sonntagabend.
Gefühlt war es nie wichtiger als jetzt, die Kreuzchen richtig zu setzen, um unsere Zukunft zu gestalten. Das Zitat am Anfang stammt übrigens von Abraham Lincoln, Trumps Ur-Vorgänger, dem ersten republikanischen US-Präsidenten. Viele halten ihn gar für den bedeutendsten, weil er die Einheit seiner Nation bewahrte und die Basis für Amerikas Aufschwung schuf. 175 Jahre nach ihm täten Deutschland nun Einheit und Aufschwung gut.

