Konsequenzen
: Migranten verlangen Umdenken nach Hanau-Anschlag

Der Anschlag von Hanau hat vielen Migranten in Deutschland beziehungsweise Deutschen mit ausländischen Wurzeln Angst gemacht.
Von
André Bochow
Berlin
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Farhad Dilmaghani, Vorsitzender des DeutschPlus e.V

Wolfgang Kumm/dpa

Der Sprecher der Türkischen Gemeinde in Deutschland (TGD), Cihan Sinanoglu, sagte, man "klage alle Brandstifter in Politik und Medien an“. Im politischen Bereich sei damit nicht nur die AfD gemeint. „Wenn man sich den öffentlichen Diskurs ansieht, dann gibt es einen Rechtsruck. Auch Teile von CDU, CSU und SPD haben diesen Rechtsruck mitgemacht.“ Außerdem kritisierte Sinanoglu die häufig „einseitige Berichterstattung über den Islam und über Muslime“. Es bedürfe einer viel größeren Differenzierung und einer besseren Beachtung der „Opferperspektive“. Hanau sei nur ein Teil einer Kette von Anschlägen gewesen. Viele Migranten hätten Angst und dächten darüber nach, das Land zu verlassen.

Farhad Dilmaghani, Vorsitzender des Thinktanks „DeutschPlus e.V.“ verlangte einen „Paradigmenwechsel für die gesamte Gesellschaft“. Das Thema Rassismus müsse zur „ChefInnensache“ gemacht werden. Die Migrantenorganisationen verlangen unter Berufung auf den Koalitionsvertrag eine Quote für Menschen mit Migrationshintergrund in der Politik. Das beziehe sich auch auf die Besetzung von Bundesregierungen. Hier liege die Quote „derzeit bei Null“.