• Am 26. September wird in Mecklenburg-Vorpommern neben der Bundestagswahl auch die Landtagswahl stattfinden
  • In Umfragen liegt die SPD mit Ministerpräsidentin Manuela Schwesig seit Wochen vorne
  • Die SPD hofft auf drei Siege am Sonntag: Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und den Bund
  • Wie sind die aktuellsten Prognosen und Hochrechnungen?
  • Wie könnte die nächste Koalition im Nordosten aussehen?
Für die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern an diesem Sonntag zeichnet sich ein klarer Sieg der SPD ab. Wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten ZDF-Politbarometer Extra hervorgeht, kommt die Regierungspartei von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig wenige Tage vor der Wahl auf 39 Prozent. Die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen hatte im Auftrag des ZDF zu Beginn dieser Woche rund 1000 Wähler im Nordosten zu ihrem Wahlverhalten befragt. Eine Woche zuvor war für die Nordost-SPD mit 38 Prozent ein ähnlich hoher Wert errechnet worden. In Umfragen anderer Institute erreichte die Partei zuletzt sogar 40 Prozent.

Landtagswahl MV: Was sagen die Umfragen zu CDU, Linke und Grünen?

Für den bisherigen Koalitionspartner CDU ermittelten die Mannheimer Demoskopen 14 Prozent, einen Prozentpunkt weniger als vor Wochenfrist. Die Union mit Landesparteichef Michael Sack an der Spitze würde damit gegenüber der Landtagswahl 2016 noch einmal an Zustimmung verlieren und erneut hinter der AfD bleiben. Den Rechtspopulisten gaben in der Umfrage 16 Prozent der Befragten ihre Stimme, ein Prozentpunkt weniger als in der Vorwoche.

Berlin

Die Linke wäre mit unverändert 11 Prozent viertstärkste Kraft. Die Grünen, die derzeit nicht im Schweriner Landtag vertreten sind, legen zur Vorwoche um einen Prozentpunkt zu und kommen in der neuen Umfrage auf 7 Prozent. Für die FDP wird die ebenfalls angestrebte Rückkehr ins Parlament zunehmend zur Zitterpartie: Die Liberalen liegen mit 5,5 Prozent nur noch hauchdünn über der maßgeblichen Fünf-Prozent-Hürde.

Wahl in Mecklenburg-Vorpommern: Schwesig ist omnipräsent

Die schwachen Werte dieser Parteien seien auch Ausdruck einer sehr starken SPD mit einer sehr populären Partei- und Regierungschefin, hieß es. „Die SPD kannibalisiert gewissermaßen alle anderen Parteien“, sagte der Rostocker Politikwissenschaftler Wolfgang Muno im tagesschau24-Interview. Schwesig sei während der gesamten Corona-Pandemie „omnipräsent“ gewesen. Umfragewerte für ihre Landespartei von bis zu 40 Prozent seien im Vergleich zu den Zahlen für die Bundespartei „phänomenal“.
Der Wahlkampf der Nordost-SPD sei ganz auf Schwesig zugeschnitten, die Partei stehe geschlossen und geeint hinter ihr, stellte Muno fest. Die CDU hingegen habe mit Sack nur einen Verlegenheitskandidaten aufbieten können. Angesichts der Umfragewerte sei davon auszugehen, dass sich Schwesig den Koalitionspartner nach der Wahl aussuchen kann. Alle möglichen Partner hätten ihre Bereitschaft zu einer Zusammenarbeit signalisiert, erinnerte der Professor.
Manuela Schwesig, Ministerpräsidentin und SPD-Spitzenkandidatin für Mecklenburg-Vorpommern, spricht während der Wahlkampfveranstaltung zu den Anwesenden.
Manuela Schwesig, Ministerpräsidentin und SPD-Spitzenkandidatin für Mecklenburg-Vorpommern, spricht während der Wahlkampfveranstaltung zu den Anwesenden.
© Foto: Danny Gohlke
Ginge die Wahl am 26. September so aus wie die Umfrage, gäbe es für die Fortsetzung der rot-schwarzen Koalition eine deutliche, für ein Bündnis aus SPD und Linke eine knappere Mehrheit. Möglich wäre rein rechnerisch auch eine Ampelkoalition aus SPD, FDP und Grünen.
Wie die Umfrage für das ZDF-Politbarometer weiter ergab, bevorzugen weiterhin gut zwei Drittel der Befragten Amtsinhaberin Manuela Schwesig als künftige Ministerpräsidentin. Für ihren Herausforderer Michael Sack sprachen sich zwölf Prozent aus, für den AfD-Spitzenkandidaten Nikolaus Kramer vier Prozent.

Landtag in MV: Ein Drittel der Wähler unentschlossen

Laut ZDF geben die Projektionswerte für die Landtagswahl lediglich das Stimmungsbild für die Parteien zum jetzigen Zeitpunkt wieder und stellen keine Prognose für den Wahlausgang dar. Ein Drittel der Befragten habe angegeben, noch nicht sicher zu sein, ob sie wählen wollen und wenn, dann wen.
Bei der Landtagswahl 2016 war die SPD auf 30,6 Prozent gekommen, die AfD auf 20,8, die CDU auf 19,0 und die Linke auf 13,2. Alle anderen Parteien hatten den Sprung in den Landtag verpasst.