Sachsen-Anhalt: Rausch: CDU-Stimmen halfen bei Wahl zum Landtagspräsidenten

Tobias Rausch (AfD) nimmt teil an der konstituierenden Sitzung des Landtags von Sachsen-Anhalt.
Jan Woitas/dpa pool/dpa- Tobias Rausch (AfD) sagt, er wurde auch mit CDU-Stimmen Landtagspräsident.
- Er erhielt 48 Ja-Stimmen, 29 Nein-Stimmen und 5 Enthaltungen in Magdeburg.
- AfD und BSW haben zusammen 44 Sitze – vier Stimmen kamen wohl aus anderen Reihen.
- Rausch: Ulrich Siegmund könne im Dezember mit denselben vier CDU-Stimmen rechnen.
- Die CDU-Spitze empfahl Enthaltung; Sven Schulze kommentierte Rauschs Aussagen nicht.
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Der sachsen-anhaltische Landtagspräsident Tobias Rausch (AfD) ist nach eigener Einschätzung auch mit Stimmen der CDU ins Amt gekommen. Bei „Nius“ sagte Rausch auf die Frage, ob er auch von CDU-Abgeordneten gewählt worden sei: „Ja.»
Auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur, ob Ulrich Siegmund (AfD) bei der Wahl zum Ministerpräsidenten im Dezember ebenfalls mit diesen vier Stimmen aus der CDU-Fraktion rechnen könne, sagte Rausch, dies sei so abgesprochen. „Schlauer sind wir erst, wenn es passiert.“ Man warte zudem den Landesparteitag der CDU am 5. Dezember ab. Näher darauf eingehen wollte er nicht.
Die AfD stellt mit Rausch erstmals in Deutschland einen Landtagspräsidenten. Bei der Abstimmung in Magdeburg erhielt er am Dienstag 48 Ja-Stimmen. 29 Abgeordnete stimmten gegen ihn. Zudem gab es 5 Enthaltungen. Zusammen kommen die Fraktionen von AfD und BSW auf 44 Abgeordnete. Rausch erhielt damit bei der geheimen Abstimmung wohl vier Stimmen aus anderen Reihen.
SPD, Grüne und Linke hatten angekündigt, mit Nein zu stimmen. Die CDU-Fraktionsspitze empfahl ihren Abgeordneten, sich bei der Wahl zu enthalten. Wenn alle dieser Empfehlung gefolgt wären, hätte es 14 Enthaltungen geben müssen.
CDU-Fraktionschef und Ministerpräsident Sven Schulze wollte sich zu den Aussagen Rauschs auf Anfrage nicht äußern.
