Koch aus Köpenick, die Eisern-Kolumne
: Die Union-Vergangenheit holt einen bei jedem Heimspiel ein

Matze Koch berichtet in seiner Kolumne von Gesprächen mit Matthias Sammer und Jens Keller beim vergangenen Bundesliga-Spiel von Union Berlin.
Von
Matthias Koch
Berlin
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Matze Koch schreibt über den 1. FC Union Berlin - in seiner Kolumne verrät er, was den Verein aus der Fußball-Bundesliga wirklich bewegt.

Matze Koch schreibt über den 1. FC Union Berlin - in seiner Kolumne verrät er, was den Verein aus der Fußball-Bundesliga wirklich bewegt.

Matthias Koch
  • Begegnungen beim Union-Heimspiel gegen Dortmund: Gespräche mit Matthias Sammer und Jens Keller.
  • Sammer erinnerte sich an Jugendspiele in der Alten Försterei und wirkte wehmütig.
  • Jens Keller war 2016/17 Trainer, verpasste den Aufstieg knapp und wurde später überraschend entlassen.
  • Unter Nachfolger Hofschneider geriet Union in Gefahr, den Aufstieg schaffte erst Urs Fischer 2018/19.
  • Keller ist heute Immobilienmakler und wünscht Union den Klassenerhalt; Stadion wirkt für ihn unverändert.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Beim letzten Union-Heimspiel gegen Borussia Dortmund (0:0) habe ich die Ankunft der Mannschaftsbusse mit der Kamera dokumentiert. Die Eisernen trudelten mit ihrem Spielertransporter zuerst ein. Dafür kam der BVB mit zwei Bussen.

Während meiner Wartezeit lief auch so manch Prominenter an mir vorüber. Matthias Sammer, den Berater des Borussia-Managements, parkte nahe der Haupttribüne. Den früheren DDR- und DFB-Nationalspieler lichtete ich natürlich auch ab.

Ich sagte ihm, dass ich ihn vor 40 Jahren mit seinem Heimatverein Dynamo Dresden schon in der Alten Försterei gesehen habe. Sammer lachte und zeigte dann in Richtung Innenraum und sagte, dass er dort schon als Jugendlicher Spartakiade-Partien bestritten habe.

Sammer wirkte dabei etwas wehmütig. Gemeinsam stellten wir fest, dass viel Zeit seitdem vergangen sei. Man kann es kaum glauben, der letzte Torschütze der DDR-Auswahl und gesamtdeutsche Europameister von 1996 wird 2027 tatsächlich 60 Jahre alt.

Kurzer Plausch mit Matthias Sammer und Jens Keller

Sammer stand danach noch Anhängern für Fotos zur Verfügung. In der Zeit gesellte sich Frank Noack zu mir. Der werte Reporter-Kollege von der MOZ und LR machte mich darauf aufmerksam, dass Jens Keller im Anmarsch sei.

Tatsächlich nahte der frühere Union-Trainer herbei, der von Sommer 2016 bis Dezember 2017 das Traineramt innehatte. Wir grinsten uns beide an. Keller sagte später: „Herr Koch, Sie sind nach wie vor der Erste, den ich bei Union sehe. Das war schon damals so, als ich Trainer wurde.“

Keller sollte den FCU ins Oberhaus führen. Mit Platz vier in der Saison 2016/17 waren die Köpenicker unter Keller so dicht dran am Aufstieg wie nie zuvor. Nach einer 1:2-Niederlage am 16. Spieltag der Saison 2017/18 beim VfL Bochum wurde Keller aber völlig überraschend entlassen, obwohl Union zu diesem Zeitpunkt als Tabellenvierter nur drei Punkte Rückstand auf die Aufstiegsränge hatte. Mit Nachfolger André Hofschneider geriet der Verein in Abstiegsgefahr. Erst 2018/19 erreichte Union unter Urs Fischer die Eliteliga.

1.BL 1. FC Union - Borussia Dortmund 2026/27: Fußball, Herren, Saison 2026/2027, 1. Bundesliga (6. Spieltag), 1. FC Union Berlin - Borussia Dortmund (0:0), Trainer Jens Keller, 17.10.2026, Foto: Matthias Koch

Jens Keller kommt vor dem Spiel gegen Borussia Dortmund (0:0) an der Alten Försterei an.

Matthias Koch

Jens Keller verkauft jetzt Immobilien

Keller ist jetzt Immobilienmakler, den Fußball verfolgt er seit zwei Jahren nur noch aus der Distanz. Union wünscht er, dass sie mit dem Abstieg nichts zu tun haben. Er stellt fest, dass die Alte Försterei noch wie früher aussieht, obwohl zu seiner Zeit schon vom Umbau gesprochen wurde.

Das Stadion hat in seiner jetzigen Art auch schon Christoph Menz erlebt. Ich treffe ihn auf der Waldseite. Der Mittelfeldmann spielte in der Regionalliga, der 3. Liga und 2. Bundesliga in den 2000er und 2010er Jahren für Union. Er gehört wie Kumpel Torsten Mattuschka zu jener Generation, die unter Trainer Uwe Neuhaus den Grundstein für die Jahre in der 1. Bundesliga legten. Die meist gute Union-Vergangenheit holt einen bei jedem Heimspiel ein.