Koch aus Köpenick, die Eisern-Kolumne
: So kann es bei Union Berlin nicht weitergehen

Der Bundesliga-Aufwärtstrend von Union Berlin wurde jäh gestoppt. In Köln setzte es im DFB-Pokal eine 0:5-Klatsche. Am Sonntag gibt es bereits ein Wiedersehen mit dem FC.
Von
Matthias Koch
Berlin
Jetzt in der App anhören
Matze Koch schreibt über den 1. FC Union Berlin - in seiner Kolumne verrät er, was den Verein aus der Fußball-Bundesliga wirklich bewegt.

Matze Koch schreibt über den 1. FC Union Berlin - in seiner Kolumne verrät er, was den Verein aus der Fußball-Bundesliga wirklich bewegt.

Matthias Koch
  • Union Berlin verliert im DFB-Pokal in Köln 0:5 – der Aufwärtstrend ist gestoppt.
  • Dritte herbe Pleite unter Trainer Lustrinelli nach 0:4 in Leverkusen und 0:7 in München.
  • Defensive Fortschritte aus den letzten Ligaspielen waren in Köln nicht erkennbar.
  • Fans bleiben ruhig, doch Unmut wächst; Rapper Finch fordert rechtzeitige Konsequenzen.
  • Offensive schwächelt: Talent Mekhi Gray startet, erfahrene Stürmer sitzen zunächst auf der Bank.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Die Gesichter der Spieler des 1. FC Union sprachen Bände, als sie sich in Köln-Müngersdorf dem Gästeblock näherten. Nach der 0:5-Pleite in der 2. Runde des DFB-Pokals beim 1. FC Köln wurden die Profis keinesfalls ausgepfiffen. Das gibt es bei Union eigentlich nie.

Aber die Verweildauer der Spieler vor den Fans fiel sehr kurz aus, ehe nach einem gemeinsamen Vortrag des Schlachtrufs „Eisern Union“ noch ein paar Trikots in den Zuschauerblock der Berliner wanderten.

Rund 2400 Anhänger hatten sich auf den Weg nach Köln gemacht. Bei so manchem dürfte die Gewissheit gereift sein, dass es so nicht weitergehen kann.

Dritte herbe Pleite für den 1. FC Union Berlin unter Lustrinelli

Unter dem neuen Trainer Mauro Lustrinelli setzte es bereits das dritte Debakel in dieser Spielzeit. Zuvor ging das Team bereits bei den Spitzenteams Bayer Leverkusen (0:4) und Bayern München (0:7) derb unter.

Die Vereinsführung um Präsident Dirk Zingler wirbt seit Monaten um Verständnis dafür, dem neuen Trainerstab und angestrebten taktischen Veränderungen Zeit zu geben. Eine dreiwöchige Länderspielpause und fünf Punkte in den Heimspielen gegen die SV Elversberg (1:0) und Borussia Dortmund (0:0) sowie beim FC Augsburg (1:1) suggerierten defensive Fortschritte.

In Köln war davon aber nichts mehr zu sehen. Das ist eigentlich eine Mannschaft, mit der man im Ringen um den Klassenerhalt zumindest auf Augenhöhe sein sollte. Nun gab es allerdings gegen einen Gegner einen heftigen Rückschlag, der nicht übermächtig ist. Lustrinelli sprach von einem „Stolpern“. Ich würde es als heftigen Treppensturz bezeichnen.

Berliner Rapper „Finch“ fordert rechtzeitige Konsequenzen

Hier und da liegen Nerven beim Tabellenvorletzten wieder blank. Rapper und Edelfan Finch forderte unter dem Vereinspost zum Spielergebnis von Köln bereits, dass die Verantwortlichen „rechtzeitig die Reißleine ziehen“.

Union kann im Tagesgeschäft Fußball die schlechte Stimmung mit einem Sieg gegen Köln zeitnah verbessern. Aber wer soll auf Dauer die Tore schießen? In vorderster Front erlebte Eigengewächs Mekhi Gray sein viertes Pflichtspiel in Folge. Erstmals stand der 19-Jährige sogar in der Startelf.

Das macht alle im Verein stolz. Aber Talente können nur an der Seite von erfahrenen Spielern reifen. Sonst werden sie wie in der derzeitigen Lage überfordert. Dass in Köln beispielsweise Livan Burcu und Emmanuel Latte Lath erst mal auf der Bank saßen und Oliver Burke unverletzt nicht mal im Aufgebot stand, wirft Fragen auf. Das gilt ebenso für weiterhin nur schwer erkennbare Spielsystem. Möglichweise hat sich Union auch nicht ausreichend verstärkt.