Trauerfeier für Hans Oertwig
: Große Anteilnahme und Anekdoten um einstigen Trainer

Über 300 Menschen begleiteten Hans Oertwig auf seinem letzten Weg. Geprägt war dieser Tag auch von schönen Erinnerungen und Anekdoten der Anwesenden an die verstorbene Trainerlegende.
Von
Brian Schmidt
Berlin
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Beisetzung Hans Oertwig 2026: Fußball, Sport, Saison 2025/2026, Beisetzung von Trainer Hans-Joachim Oertwig auf dem Friedhof in den Kisseln in Berlin-Spandau, im Bild: Wegbegleiter an der Grabstätte, 12.02. 2026, Foto: Sebastian Räppold / Matthias Koch

Bei der Beisetzung des einstigen Fußballtrainers Hans Oertwig erinnerten sich die über 300 Anwesenden an schöne Gespräche und Momente zurück. Im Fokus stand dabei natürlich die Mission von Hans Oertwig: der Fußball.

Sebastian Räppold/Matthias Koch
  • Über 300 Trauergäste verabschiedeten Trainerlegende Hans Oertwig in Berlin-Spandau.
  • Gäste: u. a. Hertha-Vertreter, BFV-Präsident Bernd Schultz, Union-NLZ-Leiter Henry Rehnisch.
  • Oertwig galt als Menschenfänger; prägte Spieler und Funktionäre über Jahrzehnte.
  • Anekdote: „Rotkäppchen“-Sekt in der Kabine als psychologischer Impuls zum Sieg.
  • Zitat prägte ihn: „Wir haben keine Chance. Aber die wollen wir nutzen.“

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Als sich die Trauergemeinde versammelte, war schnell zu spüren: Hier wird nicht nur ein Trainer verabschiedet. Hier nehmen Menschen Abschied von einem Freund, Mentor und Wegbegleiter. Hans Oertwig hatte über Jahrzehnte Spuren hinterlassen – auf Sportplätzen, in Kabinen, vor allem aber in den Herzen vieler Spieler und Funktionäre.

Die Vielzahl der Anwesenden spiegelte genau das wider. Vertreter aus ganz Berlin und Brandenburg, ehemalige Profis, Nachwuchstrainer, Präsidenten – sie alle waren gekommen, um einem Mann die letzte Ehre zu erweisen, der Fußball stets als etwas Größeres verstand.

Ungewöhnliche Sekt-Methode von Hans Oertwig

Eine der wohl charmantesten Geschichten erzählte Torsten Thiel, heute Trainer beim TuS Sachsenhausen und einst Spieler unter Oertwig beim Spandauer SV in der Oberliga. Sportlich lief es damals nicht rund. Die Mannschaft suchte nach Impulsen, nach einem Funken.

„Wir kommen in die Kabine in der Neuendorfer Straße – da stehen vier Flaschen Rotkäppchen und überall Plastikbecher“, berichtete Thiel mit einem Lächeln. Oertwigs trockener Kommentar: „Das ist gut für euren Kreislauf, Jungs – das gewinnen wir.“

Was wie ein Scherz klang, war offenbar genau der richtige Reiz. Die Mannschaft nahm einen Schluck – und gewann tatsächlich. Für Thiel ist diese Episode sinnbildlich: Oertwig dachte anders, überraschte, setzte auf Psychologie und Lockerheit. „Er hatte immer eine Idee“, sagte Thiel.

„Wir haben keine Chance. Aber die wollen wir nutzen.“

Ingo Gerlach, Vereinschef des SV Altlüdersdorf, beschrieb Oertwig als „tollen Trainer, tollen Typ“ – und vor allem als Menschenfänger. Einer, der Kontakte knüpfte, pflegte, über Jahre hinweg hielt. „Er hatte einen wahnsinnigen Bekanntenkreis durch all seine Stationen“, sagte Gerlach. Viele Spieler habe er geprägt, nicht nur sportlich.

Das bestätigte auch Niclas Liebermann, der in seiner Jugendzeit unter Oertwig beim DFB-Stützpunkt trainierte. Ihm brachte er nicht nur den Fußball, sondern auch Regeln des Respekts bei. „Er nahm mir früher als Kind immer die Mütze vom Kopf und schüttelte mir lange mit intensivem Augenkontakt die Hand zur Begrüßung. Als ich meine Eltern fragte, wieso er mir immer die Mütze wegnimmt, wurde mir gelehrt, dass es etwas mit Respekt zu tun hat. Seitdem setze ich immer meine Mütze ab, wenn ich jemanden begrüße.“

Beisetzung Hans Oertwig 2026: Fußball, Sport, Saison 2025/2026, Beisetzung von Trainer Hans-Joachim Oertwig auf dem Friedhof in den Kisseln in Berlin-Spandau, im Bild: Blick in die Feierhalle, 12.02. 2026, Foto: Sebastian Räppold / Matthias Koch

In der Kapelle auf dem Friedhof in den Kisseln in Berlin-Spandau drehte sich bei der Beisetzung von Hans-Joachim Oertwig noch ein letztes Mal alles um den Fußball.

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Dass so viele gekommen waren, überraschte daher niemanden. Vielmehr bestätigte es das Bild eines Trainers, der überall Spuren hinterließ – von der Jugend bis in den höherklassigen Bereich.

Wolfgang Kettner, Präsident des Oranienburger FC Eintracht, erinnerte sich an einen Satz, der Oertwigs Haltung auf den Punkt brachte: „Wir haben keine Chance. Aber die wollen wir nutzen.“ Ein Zitat, das zwischen Humor und Kampfgeist pendelte. Wer mit Oertwig arbeitete, wusste: Er glaubte an Möglichkeiten – selbst dann, wenn sie klein erschienen. „Generell erinnere ich mich an viele tolle Begegnungen und Gespräche mit ihm“, rundete Kettner ab.

Fußball war für Oertwig mehr als nur Tore und Tabellen

Besonders bewegend waren die Worte von Enis Djerlek, Trainer beim Oranienburger FC Eintracht und engster Vertrauter Oertwigs. Für ihn war Hans Oertwig weit mehr als ein Fußballtrainer. „Für ihn war Fußball mehr als nur ein 1:0 und Tore schießen“, sagte Djerlek.

Oertwig habe stets darauf geachtet, dass es den Menschen gut geht – nicht nur sportlich, sondern persönlich. Er habe zugehört, Rat gegeben, Perspektiven eröffnet. „Ich habe viel von ihm gelernt und einiges mitgenommen“, so Djerlek. „Der Fußball war seine Mission. Und die hat er nun beendet.“

Beisetzung Hans Oertwig 2026: Fußball, Sport, Saison 2025/2026, Beisetzung von Trainer Hans-Joachim Oertwig auf dem Friedhof in den Kisseln in Berlin-Spandau, im Bild: Trainer Enis Djerlek (Oranienburg FC) an der Grabstätte, 12.02. 2026, Foto: Sebastian Räppold / Matthias Koch

Enis Djerlek war der engste Vertraute von Hans Oertwig. Er sorgte bei der Beisetzung des einstigen Trainers dafür, dass der Fußball auch beim letzten Weg an seiner Seite ist.

Sebastian Räppold/Matthias Koch

Auch Detlef Weber-Hermenau, vielen als „Doc Detti“ bekannt, blickte auf schöne Erinnerungen zurück. Vereinsübergreifend im Einsatz, habe er Oertwig als offenen, ehrlichen und fachlich versierten Trainer erlebt. Ein besonderer Moment sei für ihn gewesen, eines von Oertwigs Abschiedsspielen in Spandau betreuen zu dürfen – als Medizinmann für die Teams. „Da hat er sich noch mal persönlich bei mir bedankt“, erzählte Weber-Hermenau. Eine Geste, die ihm viel bedeutete.

Prominente Vertreter des Fußballs bei der Beisetzung

Die Gästeliste unterstrich Oertwigs Bedeutung. Von Hertha BSC waren Chefscout Sven Kretschmer, Torwarttrainer Nello Di Martino und Verbindungstrainer Dirk Kunert erschienen. Auch Bernd Schultz, Präsident des Berliner Fußball-Verbandes, sowie Henry Rehnisch, NLZ-Leiter beim 1. FC Union Berlin, erwiesen ihm die Ehre. DFB-Stützpunkttrainer Ulrich Netz gehörte ebenso zu den Trauergästen wie zahlreiche ehemalige Spieler, Weggefährten und der engste Familienkreis.

Beisetzung Hans Oertwig 2026: Fußball, Sport, Saison 2025/2026, Beisetzung von Trainer Hans-Joachim Oertwig auf dem Friedhof in den Kisseln in Berlin-Spandau, im Bild: Chefscout Sven Kretschmer, Torwarttrainer Nello Di Martino und Dirk Kunert von Hertha BSC an der Grabstätte, 12.02. 2026, Foto: Sebastian Räppold / Matthias Koch

Über 300 Menschen begleiteten Hans Oertwig auf seinem letzten Weg. Unter anderem waren Chefscout Sven Kretschmer, Torwarttrainer Nello Di Martino und Verbindungstrainer Dirk Kunert von Hertha BSC (von links nach rechts) vor Ort. Die Gäste erinnern sich an schöne Geschichten um den einstigen Trainer.

Sebastian Räppold/Matthias Koch

Viele Gespräche drehten sich an diesem Tag nicht um Spiele und Ergebnisse. Sie handelten von Begegnungen, von Gesprächen nach dem Training, von aufmunternden Worten in schwierigen Phasen. Oertwig war einer, der blieb – auch wenn seine Stationen wechselten.