Skispringen in Bad Freienwalde: Überflieger im Ski-Sport – Ministerpräsident zeichnet Günther Lüdecke von WSV aus

Ehrung: Minsterpräsident Dietmar Woidke (r., SPD) würdigt in der Staatskanzlei in Potsdam Günther Lüdecke (72) vom WSV Bad Freienwalde.
Frank Gorges- Günther Lüdecke (WSV Bad Freienwalde) erhielt Brandenburgs Verdienstorden für sein Engagement.
- Er baute eine moderne Skisprungarena in Bad Freienwalde und fördert Nachwuchsprojekte.
- Seit 1985 aktiv in der Region: Mitbegründer des WSV und treibende Kraft hinter Schanzen-Ausbau.
- Verein investierte 1,6 Mio. Euro in eine 60-Meter-Schanze, teils finanziert durch Lüdeckes Fundraising.
- Bad Freienwalde ist nun Landesleistungszentrum für Skispringen und Nordische Kombination.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Günter Lüdecke ist nicht nur Schatzmeister des Wintersportverein 1923 Bad Freienwalde. Er ist die „Allzweckwaffe“ des Vereins, wenn er Spenden benötigt. In Bad Freienwalde ist er als jemand bekannt, der durch die Hintertür wieder hereinkommt, wenn er am Haupteingang herausgeworfen wurde. Seine Hartnäckigkeit ist erneut gewürdigt worden.
Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat am 5. November in Potsdam Günther Lüdecke sowie acht weiteren Ehrenamtlichem aus allen Ecken des Landes den Verdienstorden des Landes Brandenburg verliehen. Sie wurden „für außerordentliche Verdienste um das Land Brandenburg und seine Bürger“ geehrt, teilte die Staatskanzlei mit.
Woidke lobt das Gefühl für die Mitmenschen
Bei der Zeremonie betonte Woidke: „Sie haben ein Gefühl für ihre Mitmenschen und wissen, wo Sie sich einbringen können und wo Sie sich einbringen wollen.“
Woidke lobte, sie setzten sich ein für andere, auch für die, die ihnen ferner stehen. Sie seien starke Persönlichkeiten, die sich uneigennützig zum Wohle aller über das Maß hinaus engagieren, für die Aufhören keine Option ist und die für ihre Sache brennen.
Lüdecke lässt brandenburgische Skisprungadler fliegen
„Ich finde das schön und fühle mich sehr geehrt, sagte Lüdecke gegenüber der MOZ. In der Begründung der Staatskanzlei heißt es, dass Lüdecke die brandenburgischen Skisprungadler fliegen lasse und „im nördlichsten Zentrum der Märkischen Schweiz“ eine moderne Ski-Schanzenarena aufgebaut habe.
„Günther Lüdecke aus Joachimsthal ist Gründungsmitglied des im Jahr 2000 wieder neu gegründeten Wintersportvereins 1923 Bad Freienwalde und gilt als Überflieger im Skisprunggeschäft“.
Organisatorische Arbeit läuft bei ihm zusammen
Bei ihm laufe die organisatorische Arbeit zusammen. Neben seiner Funktion als Schatzmeister liege ihm die Nachwuchsarbeit besonders am Herzen. Lüdecke realisiert Bildungs- und Wettkampf-Projekte und kooperiert oft mit polnischen Partnern.
Er habe es mit seinen Mitstreiterinnen und Mitstreitern geschafft, in Bad Freienwalde eine Hochburg für das Skispringen zu erschaffen. Der Verein ist Landesstützpunkt für das Skispringen und die Nordische Kombination. Es war die zweite hohe Auszeichnung, die Woidke dem „Überflieger“ überreichte. Im Januar 2020 wurde er als „Sympathieträger des Sports“ gewürdigt.
Geehrter seit 1985 in der Region
Lüdecke wurde im thüringischen Sömmerda geboren. Zum organisierten Skisport kam er bereits 1980, als er Leiter eines Trainingszentrums in Schmiedefeld wurde. Organisationstalent bewies er schon damals „Ich besorgte den Sportlern Autos, damit sie mit ihren Eltern zu den Wettkämpfen fahren konnten“, erinnert er sich.
1985 kam Lüdecke, der eigentlich Werkzeugmacher gelernt hat, in die Region. Er übernahm die Leitung eines Betriebsferienheims in Altenhof am Werbellinsee. Ab 1998 führte er ein Reisebüro. In diesem Zusammenhang lernte er 2000 den damaligen Hotelier Dieter Bosse kennen.
2001 Wintersportverein Bad Freienwalde neu gegründet
Mit ihm und seinem Sohn Jens gründete er 2001 den Wintersportverein. Auf den Resten der alten Skisprunganlage von 1957 bauten die Mitglieder die 10 Meter und die 20-Meter-Schanze. Zum ersten Treffen kamen 87 Skispringer. „Die Schmiedefelder schenkten uns Matten und zeigten, wie man sie knüpft“, erzählte das Vorstandsmitglied. „Wir stellten ziemlich schnell fest, dass die beiden Schanzen viel zu klein waren“, sagt Lüdecke. Erstmals sei es dann gelungen, EU-Mittel einzuwerben, um die 40-Meter-Schanze zu bauen, die 2003 fertig wurde. Die Baukosten betrugen 300 000 Euro und wurden zu 75 Prozent von der Europäischen Union und aus Sponsorengeldern finanziert.
Großer Anteil an Eigenmittel für die 60-Meter-Schanze
Nach dem großen Erfolg machten die Wintersportler weiter, um die 60-Meter-Schanze zu errichten. Wieder sammelte Lüdecke Geld und stellte Förderanträge.
1,6 Millionen Euro investierte der Verein in dieses Vorhaben, das teurer wurde, als geplant. Während der Bauphase machten dem WSV schwere Sommerunwetter zu schaffen. Die Niederschläge destabilisierten den Hang, sodass der Boden ausgetauscht werden musste. „Ich habe den größten Anteil daran, dass wir 400 000 Euro Eigenmittel einwerben konnten“, sagt Günther Lüdecke stolz.
WSV Bad Freienwalde entwickelt sich auch sportlich weiter
Neben dem Bau der Anlage habe sich der Verein auch sportlich entwickelt. Seit der Tagung des Internationalen Skiverbandes FIS in Bad Freienwalde, habe der Verein einen hauptamtlichen Trainer bekommen, der zu je einem Drittel vom Deutschen Skiverband, vom Verein und von Landessportbund bezahlt werde. Zugleich sei Bad Freienwalde Landeslandesleistungszentrum geworden.
Wegen der Auszeichnung konnte Lüdecke nicht bei den Landesmeisterschaften im Skispringen in Bad Freienwalde dabei sein.




