Bauen in Wandlitz
: Entscheidung zu Töppersberg III nach langem Streit gefallen

Auf dem Töppersberg III in Wandlitz will ein Investor Baugrundstücke verkaufen. Viele begrüßen, dass endlich mehr Bauland zur Verfügung steht. Es gab aber auch Kritik. Jetzt wurde entschieden.
Von
Britta Gallrein
Wandlitz
Jetzt in der App anhören
Baugrundstücke sind begehrt. Vor allem in Wandlitz suchen junge Familien Flächen, um sich den Traum vom Eigenheim erfüllen zu können.

Baugrundstücke sind begehrt. Vor allem in Wandlitz suchen junge Familien Flächen, um sich den Traum vom Eigenheim erfüllen zu können.

Patrick Pleul/dpa
  • Wandlitz ermöglicht Bebauung am Töppersberg III – 14 bis 15 Grundstücke auf 3,6 Hektar.
  • Investor plant zusätzlich ein bis zwei Gebäude für altersgerechtes, betreutes Wohnen.
  • SPD/Grüne und UWG wollten den Aufstellungsbeschluss kippen, Mehrheit lehnte das ab.
  • Behörden sahen keine Hinderungsgründe; zwei Petitionen vertraten Pro und Contra.
  • Investor stellt 3.000 Quadratmeter am Langen Grund als Gemeindebedarfsfläche bereit.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

In Wandlitz hat das Ringen um Bauvorhaben bereits Tradition. Kaum ein größeres Bauprojekt, über  das nicht sehr lange und kontrovers diskutiert wird. Auch das Bauprojekt Töppersberg ist da keine Ausnahme. Zwei Lager stehen sich unversöhnlich gegenüber: die, die eine weitere Wohnbebauung wünschen, um den Mangel an Wohnraum auszugleichen, und die, die die Bebauung unter anderem aus Naturschutzgründen vermeiden wollen. Jetzt ist eine Entscheidung für die Bebauung gefallen.

14 bis 15 Baugrundstücke sollen auf dem 3,6 Hektar großen Baugebiet „Töppersberg III“ verkauft werden. Dafür gab die Gemeindevertretung jetzt nach langem Ringen endlich grünes Licht.

Investor Thomas Pietsch, der in Wandlitz bereits an der L100 Mehrfamilienhäuser gebaut hat, plant außerdem den Bau von ein oder zwei Gebäuden, die für altersgerechtes, betreutes Wohnen geeignet sind. Als Zugeständnis erklärte sich Pietsch bereit, eine 3000 Quadratmeter große Fläche entlang der Straße „Langer Grund“ als Gemeindebedarfsfläche zur Verfügung zu stellen.

Fraktionsgemeinschaft fordert die Rolle rückwärts

Im Sommer 2025 hatten die Gemeindevertreter eigentlich bereits grünes Licht für das Projekt gegeben und der Aufstellung eines Bebauungsplanes zugestimmt. Jetzt forderte die Fraktionsgemeinschaft SPD/Grüne und UWG, diesen Beschluss zurückzunehmen.

Ihre Begründung: Die Entwicklung des Areals Töppersberg III widerspreche dem Wandlitzer Entwicklungskonzept. Ein neues Baugebiet auf bislang unbebauter Freifläche sei mit dessen Zielsetzung nicht vereinbar. Weiter führte sie den Schutz von Freiräumen, Landschaftsbild und siedlungsnahen Grünflächen an.

Petitionen für und gegen das Bauprojekt in Wandlitz

Zwei Petitionen gab es zu dem Vorhaben. Die Petition „Rettet den langen Grund – keine weitere Bebauung am Töppersberg“ forderte einen Stopp des Projektes. Die Petition „Töppersberg III – Gemeinsam für mehr Wohnraum in Wandlitz“ verfolgt das Ziel einer sinnvollen, nachhaltigen und zukunftsorientierten Wohnbebauung, um dem Wohnungsmangel entgegenzuwirken und Lösungen für nachfolgende Generationen zu entwickeln.

Projektentwickler Boris Winker bereicherte die Diskussion mit Fakten. Sieben Stellungnahmen von Bürgern habe es zu dem Projekt gegeben. „Darunter waren Befürworter und Gegner.“ Interessant vor allem: Die beteiligten Behörden wie die Untere Naturschutzbehörde und die Gemeinsame Landesplanung hätten keine Einwände geäußert, die dem Vorhaben entgegenstünden. „Und da maßen wir uns an, es besser wissen zu wollen als die Experten?“, fragte sich Thomas Rüdiger (CDU) mit Blick auf die Kritiker.

Noch ist freie Sicht: Auf dieser bislang landwirtschaftlichen Fläche am Langen Grund sollen rund 40 Wohnhäuser entstehen.

Noch ist freie Sicht: Auf dieser bislang landwirtschaftlichen Fläche am Langen Grund in Wandlitz sollen rund 15 Baugrundstücke mit Einfamilien- und Doppelhäusern entstehen.

Britta Gallrein

Der Wandlitzer Ortsvorsitzende Jürgen Hinze (BVB/Freie Wähler) warb für das Wohnprojekt. „Wir kennen den Investor. Er hält Wort“, versicherte Hinze. Bauwillige Wandlitzer gebe es genug. „Diese Fläche war außerdem schon immer zur Wohnbebauung vorgesehen.“ Die Wandlitzer Bevölkerung werde weiter wachsen, es werde weiter Siedlungsdruck aus Berlin geben. „Wir wollen, dass auch unsere Kinder hier Baugrundstücke bekommen“, so Hinze. Der Investor hatte versprochen, die Grundstücke vorrangig an Wandlitzer zu verkaufen. „Es gibt genug Interessenten“, versichert Thomas Pietsch.

CDU wirft der AfD Wandlitz unlautere Methoden vor

Auch Bürgermeister Oliver Borchert (FBGW) setzte sich für das Projekt ein. Wandlitz sei bei Familien mit Kindern sehr nachgefragt. „Die Gemeinde tut gut daran, für sie Möglichkeiten zu schaffen.“

Die AfD-Fraktion dagegen lehnte das Projekt ab. Als Grund nannte Steffen Einicke die zu erwartenden hohen Mietpreise. Ein Argument, das Thomas Rüdiger (CDU) so nicht stehen lassen wollte. „Wir leben in einer Marktwirtschaft, die von Angebot und Nachfrage geregelt wird. Es ist ganz einfach: Wenn genug Wohnraum da ist, sinkt der Preis.“

Es ist traurig, wie wir in Wandlitz mit Investoren umgehen.
Thomas Rüdiger
Gemeindevertreter CDU-Fraktion

Rüdiger warf der AfD-Fraktion unlautere Methoden vor. „Sie versuchen hier den Eindruck zu erzeugen, dass man einen Beschluss kippen und damit weitere Bebauung in Wandlitz verhindern kann. Das ist unredlich.“

Das ist die Entscheidung zum Bauvorhaben in Wandlitz

Und noch eine Sache kritisierte Unternehmer Rüdger: „Ich finde es traurig, wie Investoren hier bei uns behandelt werden“, spielte er auf den Versuch an, den einmal gefassten Beschluss zu kippen. Damit fehle den Investoren die Planungssicherheit. „Die investieren hier viel Geld auf eigenes Risiko. Ich möchte nicht in deren Schuhen stecken. Sie sollten sich wenigstens auf unsere Beschlüsse verlassen können.“

Die Mehrheit stimmte schließlich dagegen, den Aufstellungsbeschluss zurückzunehmen. Heißt: Die Planungen für Töppersberg III gehen weiter.

Investor Thomas Pietsch zeigte sich erleichtert. „Mich freut vor allem, dass es jetzt sogar mehr Stimmen für das Projekt gab als noch beim Aufstellungsbeschluss.“ Beim Verlassen des Saals hätten ihn einige Bürger angesprochen. „Viele haben mir gratuliert und viel Erfolg gewünscht. Das hat mich positiv überrascht.“