Wahl 2024 in Biesenthal-Barnim: Austritte, Rücktritte, Rückzüge ‒ wer im Juni antritt

Ronald Kühn ist Bürgermeister von Melchow. Das möchte er wieder werden. Gleichzeitig kandidiert er am 9. Juni für Pro Melchow für die Gemeindevertretung.
Hans StillDas Amt Biesenthal-Barnim besteht aus der Stadt Biesenthal und fünf weiteren Gemeinden: Rüdnitz, Marienwerder, Breydin, Melchow und Sydower Fließ. In all diesen Gemeinden werden bei den Kommunalwahlen am 9. Juni neue Volksvertretungen gewählt. Dabei wird es zwangsläufig zu zahlreichen Veränderungen im Vergleich zu den aktuellen Besetzungen der Gemeindeparlamente kommen. Denn nicht alle Parlamentarier treten zur Wiederwahl an, teilweise ziehen sich komplette Wählergruppen beziehungsweise Parteien aus dem Rennen um die begehrten Sitze zurück. Ein Überblick.
Gemessen an der Fläche ist Rüdnitz die kleinste der fünf vom Amt Biesenthal-Barnim verwalteten Gemeinden. Bei der Einwohnerzahl liegt sie mit über 2000 dennoch an der Spitze. Gut 1700 Menschen sind am 9. Juni dazu aufgerufen, ein neues Gemeindeparlament zu wählen. 2019 kamen dieser Aufforderung knapp zwei Drittel aller Einwohner nach. Mit ihren Stimmen verschafften sie dann der Wählergemeinschaft Aktiv für Rüdnitz eine absolute Mehrheit (57,8 Prozent). Bei nur zwei Wahlvorschlagslisten war eine solche Mehrheit für eine von ihnen jedoch vorprogrammiert.
„Aktiv für Rüdnitz" mit absoluter Mehrheit im Gemeindeparlament
Auch in diesem Jahr treten mit „Aktiv für Rüdnitz" und „Freie Wählerliste Rüdnitz" die beiden Gruppen an, die in den vergangenen fünf Jahren in der Gemeindevertretung dabei waren. Zusätzlich versucht sich Andreas Rothe (bisher Freie Wählerliste) als Einzelkandidat. Von den aktuellen Gemeindevertretern hoffen Andreas Hoffmann (Bürgermeister), Victoria Kath, Renate Lehmann, Heike Menschner, Wilfried Zuppke (alle AfR), Edith Stöber, Veit-Sebastian Maahs, Nanette Nahs und Christina Straube auf eine erneute Amtszeit. Tobias Bastian, Ekkehard Hoppe und Sören Opel (alle AfR) treten nicht mehr zur Wahl an.
Kandidaten in Rüdnitz
Aktiv für Rüdnitz (AfR): Andreas Hoffmann, Volker Tyroler, Heike Menschner, Renate Lehmann, Brigitte Dahl, Victoria Kath, Juliane Horn, Wilfried Zuppke, Olaf Weichert, Daniel Fellberg, Lucien Fischer, Philipp Ringpfeil, Michael Motschmann (2019: 1840 Stimmen, 57,8 Prozent)
Freie Wählerliste Rüdnitz (FWR): Christina Straube, Sven Grothe, Nanette Nahs, Edith Stöber, Daniel Ribbecke, Daniela Müller, Sven Albrecht, Veit-Sebastian Maahs, Thomas Kehrt (2019: 1341 Stimmen, 42,2 Prozent)
Einzelkandidat: Andreas Rothe
Zwei Parteien treten in Marienwerder zur Wahl nicht mehr an
Die knapp 1800 Einwohner von Marienwerder wurden in den vergangenen fünf Jahren von fünf Wählergruppen beziehungsweise Parteien in der Gemeindevertretung vertreten. Das wird sich ändern. Denn mit dem Bürgerbündnis Marienwerder (BBM) und den Linken treten gleich zwei von ihnen bei der Kommunalwahl am 9. Juni nicht mehr an. Mit Thomas Tegge (stellvertretender Bürgermeister) verabschiedet sich auch ein BBM-Abgeordneter komplett aus der Kommunalpolitik. Der andere Vertreter des Bündnisses, Rinaldo Kosse, kandidiert für die Wählergruppe für kommunalpolitisch interessierte Bürger. Der bisherige Gemeindevertreter der Linken, Harald Berndt, steht auf der Vorschlagsliste der Wählergruppe für Heimat, Tourismus und ländliche Entwicklung.
Von den anderen zehn Gemeindevertretern hoffen acht auf die Gunst der Wählerinnen und Wähler: Sabine Gärtner (CDU), Annett Klingsporn (Bürgermeisterin), Christian Rücker, Dirk Henck, Sabine Schröer-Seidler (alle Heimat), Dirk Büttner, Lutz Wittich und Karolin Bunke (alle BÜRGER). Hardy Huhle (Heimat) und Mike Strebe (BÜRGER) verzichten auf eine erneute Kandidatur.
Kandidaten in Marienwerder
Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU): Sabine Gärtner, Andreas Reichert (2019: 176 Stimmen, 5,7 Prozent)
Wählergruppe für Heimat, Tourismus und ländliche Entwicklung (Heimat): Annett Klingsporn, Harald Berndt, Christian Rücker, Dirk Henck, Sabine Schröer-Seidler, Bianka Lützow, Dajana Kroggel, Dörte Eßers, Eva-Maria Hettwer, Jan Hillmann, Michael Lange, Thomas Strecker (2019: 1107 Stimmen, 35,9 Prozent)
Wählergruppe für kommunalpolitisch interessierte Bürger (BÜRGER): Dirk Büttner, Lutz Wittich, Rinaldo Kosse, Nicole Bäsler, Karolin Bunke, Patrick Lemke, Karsten Pietsch, Matthias Arendt, Sylvia Krüger, Ralf Adler, Heidy Hörnicke (2019: 974 Stimmen, 31,6 Prozent)
„Bauernverband Barnim" fehlt auf Wahlzettel in Breydin
Breydin ist nach Marienwerder die zweitgrößte Gemeinde im Amt Biesenthal-Barnim. Auf einer Fläche von 35,27 Quadratkilometern leben aber gerade einmal etwa 850 Menschen. Weniger Personen wohnen in keiner Gemeinde des Niederbarnims. Auch diese wollen dennoch kommunalpolitisch vertreten werden. 23 Frauen und Männer würden das gerne machen, am Ende können allerdings nur elf von ihnen ins Gemeindeparlament einziehen.
Die meisten Stimmen erhielten in Breydin vor fünf Jahren die Kandidaten des „Bauernverbands Barnim" (BVB) ‒ knapp 47 Prozent. Im Juni tritt diese Wählergruppe allerdings nicht mehr an. Stattdessen stehen zwei der fünf BVB-Vertreter ‒ Michael Klein und Mathias Seefeldt ‒ auf der Liste von „Pro Breydin", Viola Kobin tritt für die SPD an. Die bisherigen beiden BVB-Gemeindevertreterinnen Kerstin Engnath und Christiane Schmidt verzichten ‒ wie auch Kai Platz (SPD) ‒ auf eine Kandidatur. Im Gegensatz dazu wollen Sandra Müller (SPD), Britta Bahnsen (bisher IG-Breydin, diesmal für die FDP), Lars Falz und Max Messal (beide IG-Breydin) in den kommenden fünf Jahren erneut kommunalpolitisch mitentscheiden.
Kandidaten in Breydin
Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD): Sandra Müller, Britta Wiebrock, Sylvia Liedtke, Doreen Wilknitz, Viola Kobin, Verena Franken (2019: 248 Stimmen, 19,5 Prozent)
Interessengemeinschaft Breydin (IG-Breydin): Lars Falz, Enrico Messal, Wolfram Günther, Klaus-Peter Urban, Siegmar Pfund, Martin Pfund (2019: 428 Stimmen, 33,6 Prozent)
Pro Breydin: Thomas Höhns, Michael Klein, Roland Gottschalk, Mathias Seefeldt, Frank Schmidt, Martin Michalek, Steffen Görner, Klaus Lietzau, Dr. Christa Wagner, Heino David
Freie Demokratische Partei (FDP): Britta Bahnsen
„Pro Melchow" ergatterte sieben von elf Sitzen im Gremium
In Melchow konnte sich wie in Rüdnitz eine Wählergruppe über die absolute Mehrheit der Wählerstimmen freuen (54,9 Prozent): Pro Melchow (PROM) erhielt dadurch sechs der zehn Sitze. Da zusätzlich noch Ronald Kühn (PROM) zum Bürgermeister der Gemeinde gewählt wurde, wuchs die Mehrheit gegenüber den anderen beiden vertretenen Fraktionen, der SPD und Nachhaltig für Melchow (NfM), noch weiter an.
Die etwa 900 wahlberechtigten Einwohner von Melchow haben am 9. Juni die Möglichkeit, daran etwas zu ändern oder vieles beim Alten zu belassen. Denn mit Torsten Grebs und Silvia Nikolajski (beide PROM) treten lediglich zwei der aktuellen Gemeindevertreter nicht mehr zur Wahl an. Die übrigen Gremiums-Mitglieder Ronald Kühn (Bürgermeister), Dorothee Mau, Marko Schmidt, Udo Springer, Frank Alfred Waschkowski (alle PROM), Thorsten Kleinteich, Peter Lemke (beide NfM), Andreas Bergener und Frank Neumann (beide SPD) können sich weitere fünf Jahre in der Verantwortung sehr gut vorstellen. Neu auf dem Wahlzettel tauchen allerdings auch die Wählergruppe Nonnenfließ mit sieben Kandidaten und Die PARTEI mit einem Bewerber auf.
Kandidaten in Melchow
Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD): Andreas Bergener, Anette Teltow, Janice Neu, Andrea Patzke, Sabine Kloss-Franke, Frank Neumann (2019: 301 Stimmen, 16,8 Prozent)
Pro Melchow (PROM): Ronald Kühn, Marko Schmidt, Claudia Hartmann, Marek Saß, Markus Wortmann, Maria Jahn, André Harz, Udo Springer, Frank Alfred Waschkowski, Dorothee Mau, Florian Springer (2019: 981 Stimmen, 54,9 Prozent)
Nachhaltig für Melchow (NfM): Thorsten Kleinteich, Svenja Lamprecht, Tobias Ludszuweit, Martina Lamprecht, Tobias Springborn, Frank Wegner, Hans-Hagen Lutzer, Peter Lemke (2019: 407 Stimmen, 22,8 Prozent)
Wählergruppe Nonnenfließ (WG Nonnenfließ): Kai Lüttkopf, Nicole Reinert, Thomas Kreies, Siegfried Höhne, Felix Schmidt, Stefan Meier, Sven Leisten
Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative (Die PARTEI): Ulrich Urack
Wählergruppe „KECK" löst sich in Sydower Fließ auf
Auf eine absolute Mehrheit wird es wohl auch bei den Wahlen in Sydower Fließ hinauslaufen. Bereits in den vergangenen fünf Jahren hatte diese die Wählergruppe Sydower Fließ (WSF), sieben von zehn Sitzen im Gemeindeparlament wurden von Vertretern der WSF besetzt (einschließlich Bürgermeisterin Simone Krauskopf). Die verbliebenen drei Plätze gingen an Kandidaten der Gruppe „Kommunal-Erfahren-Couragiert-Kompetent" (KECK). Dieser Name taucht am 9. Juni auf dem Wahlzettel allerdings nicht mehr auf.
Während vier der sieben WSF-Gemeindevertreter ‒ Simone Krauskopf, Konstantin Schubert, Jan Jelmer Dijkstra und Bodo Ehlert ‒ weitermachen wollen, schlagen die drei bisherigen KECK-Vertreter unterschiedliche Wege ein: Christa Wittor kandidiert für die WSF, Stefan Seemke führt die Liste des Bürgerbündnisses Sydower Fließ (BBSF) an und Anja Lenke versucht sich als Einzelkandidatin. Auf eine erneute Kandidatur verzichten dagegen Melanie Beuster, Jürgen Giese und Daniela Röhle (alle WSF).
Kandidaten in Sydower Fließ
Wählergruppe Sydower Fließ (WSF): Simone Krauskopf, Konstantin Schubert, Jan Jelmer Dijkstra, Christa Wittor, Mary Ehlert, Stephan Lungwitz, Bodo Ehlert, Louis Giese, Holger Franke, Brigitta Kempe (2019: 1006 Stimmen, 66,6 Prozent)
Bürgerbündnis Sydower Fließ (BBSF): Stefan Seemke, Harald Höppner, Silvia Fiedler, Peter Breidbach, Petra Ihle, Matthias Kuhnt, Steffi Janke, Ronny Rudolph, Celine Pomplun, Yvonne Szygula
Einzelkandidatin: Anja Lenke



