Hund in Eisenhüttenstadt: Angsthund Emma – ihr langer Weg bis zur Vermittlung

Reif zur Vermittlung: Tierpensions-Betreiberin Viktoria Klose (rechts) aus Frankfurt (Oder) hat ein Jahr lang die vierjährige Angsthündin Emma (links) therapiert.
Hagen Bernard- Die vierjährige Hündin Emma wurde nach langer Therapie zur Vermittlung freigegeben.
- Viktoria Klose aus Frankfurt (Oder) hat Emma ein Jahr lang betreut und therapiert.
- Emma, ein Angsthund, kam als Welpe aus Rumänien ins Tierheim Eisenhüttenstadt.
- Viktoria Klose führte Emma behutsam an Menschen und Hunde heran.
- Emma braucht einen klaren, souveränen und liebevollen Halter.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Zwei Jahre hat die jetzt vierjährige Emma als Angsthund im Tierheim an der Oderlandstraße in Eisenhüttenstadt verbracht. Zusammen mit zwei anderen Hunden aus einem rumänischen Transporter war sie als acht Monate alter Welpe nach ihrer Ankunft in Deutschland quasi ohne Vermittlungschance. Nun hat die professionelle Hundebetreuerin Viktoria Klose sie am 12. Januar 2025 zur Vermittlung freigegeben. Wie ist das möglich?
Seit November 2019 betreibt sie eine Hundepension. Im April 2022 zog die Hundeliebhaberin mit ihrem Unternehmen VickyDogs auf ein etwa 3700 Quadratmeter großes Areal an der Grubenstraße 1 in Frankfurt (Oder). Bis zu 40 Hunde betreut sie mit ihren Mitarbeitern täglich.
Sympathie auf den ersten Blick, dann langwierige Therapie
Anfang Januar 2024 hatte die 36-jährige Unternehmerin Emma im Tierheim in Eisenhüttenstadt entdeckt. „Ich hatte sie gleich ins Herz geschlossen. Beim ersten Mal hatte sie es nach zehn Minuten zugelassen, dass ich sie anfasse. Nun kennt sie mich bereits besser, doch einmal wöchentlicher Besuch reicht nicht. Nun möchte ich intensiveren Kontakt mit ihr in meiner Hunde-Pension, damit sie ihre Scheu ablegt und an der Leine gehen lernt“, hatte Viktoria Klose vor einem Jahr gesagt. Sechs-, siebenmal war sie damals ihretwegen ins Tierheim gekommen.

Ist bei Temperaturen um den Gefrierpunkt dick eingehüllt: Die kurzhaarige und sehr schlanke Emma friert im Winter schnell.
Hagen BernardFür Viktoria Klose war Emma eine Herausforderung. „Ich hatte es bisher mit Problemhunden zu tun gehabt, die durch Beißvorfälle aufgefallen waren, also eher aggressiv sind. Emma ist mein erster Angsthund.“
Auch in Frankfurt war sehr viel Geduld erforderlich, bevor sich Emma überhaupt aus der Box traute. „Die habe ich in ein 40 Quadratmeter großes Zimmer gestellt, Emma kam aus ihrer Ecke nur ganz langsam. Nach einigen Tagen konnte Emma an der kurzen Leine aus der Box geführt werden. Anfangs hat sie an der Leine gezuppelt wie ein Fisch an Land, sie wollte am liebsten fliehen.“
Viel fachliche Beratung zur Therapie von Angsthund Emma
Um es der Angsthündin möglichst leicht zu machen, hatte sich Viktoria Klose auch Anregungen von Hundetrainern geholt. Beispielsweise von der Problemhundetrainerin „Miss Goodboy“ aus Berlin. Selbst habe sie nach ihrem Lehrgang an der IHK Potsdam (Vorbereitungslehrgang auf die Sachkundeprüfung Paragraf 11 TierSchG) zahlreiche weitere Kurse in ganz Deutschland besucht, so etwa vier seien es jährlich. Auch hole sie regelmäßig Spezialisten zu sich nach Frankfurt (Oder), im Mai beispielsweise gibt es ein Seminar mit Sarah Kopmann zur Hundekommunikation, insgesamt seien es in diesem Jahr bei ihr vier solcher Seminare.
Bei Emma hieß es, „kein Mitleid zeigen, sondern Gefühl. Hunde spüren die Energie“. Beim Mitleid würden Hunde wie Emma verunsichert. Außerdem nicht hektisch sein, „sondern definiert, klar, deutlich, dabei absolute Sicherheit ausstrahlend, dazu möglichst emotionslos und entspannt“, schließlich würden sich die Verbesserungen nur in vielen kleinen Schritten zeigen.
Zudem seien für Emma Spaziergänge sehr wichtig. „Meine Mitarbeiterin Joy ist mit ihr sogar gejoggt. Durch die Bewegung lösen sich Blockaden, Emma hat ihren Körper sehr steif gehalten.“
Angsthund Emma nimmt wegen ihrer Ängste kaum zu
Dabei seien auch „Hunde die besten Therapeuten für Menschen. Menschen wachsen an Hunden. Auch ich bin an Emma gewachsen.“ Das bestätigt für sich auch ihre Mitarbeiterin Tatjana Sobschenko (Joy). Viktoria Klose ist nach einem Jahr auf das Ergebnis stolz. „Zu Weihnachten und Neujahr hatten wir für zwei Wochen zu. Da habe ich Emma zu mir nach Hause genommen. Das war eine völlig neue Erfahrung. Danach war ich mir sicher, dass sie vermittelt werden kann.“
Allerdings ist die bei einer Schulterhöhe von 50 Zentimetern recht grazile Hündin bei Fremden sehr vorsichtig. „Emma ist unsicher, sportlich, gesund, kastriert und sie nimmt beim Fressen alles. Sie hat einen guten Appetit, doch bei ihren Ängsten nimmt sie kaum zu. Dabei könnten es bei ihr zwei, drei Kilo schon mehr sein“, charakterisiert die Frankfurterin sie.
Hund Emma benötigt souveränen und liebevollen Halter
„Emma braucht einen Halter, der klar, souverän und liebevoll ist. Günstig wäre auch ein sicherer Ersthund, der weiß, was er will. Emma hat keine Probleme mit Hunden“, erklärt Viktoria Klose.
Jetzt wünscht sie sich für Emma einen Interessenten. Dann wäre vielleicht auch wieder Platz für einen anderen Angsthund. Der Bedarf an solchen Therapien ist recht hoch. Aber nicht alle sind so lieb wie Emma. Selbst Katzen habe sie bislang in Ruhe gelassen, doch verallgemeinern möchte das Viktoria Klose bei ihr noch nicht. Auf alle Fälle waren mit Emma Spaziergänge im Frankfurter Stadtzentrum möglich, auch bei einem Gaststättenbesuch habe sie sich von ihrer guten Seite gezeigt.


