Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) hat sich am Freitag in Grünheide mit Tesla-Gründer Elon Musk getroffen. Der Christdemokrat und NRW-Ministerpräsident sowie der Tech-Milliardär, der am Mittwochabend in Berlin mit seiner ganzen Familie gelandet war, sich mit Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) sowie Ministerpräsident Dietmar Woidke getroffen hat und am Donnerstag bereits auf der Baustelle in Grünheide war, haben gemeinsam die im Bau befindliche Gigafactory besichtigt. Laschet traf bereits um kurz nach 10.30 Uhr auf der Baustelle ein, Musk – wie gewohnt komplett in schwarz gekleeidet wenige Minuten später.
Tesla-Gründer Musk wurde kurz nach seinem Eintreffen gefragt, ob Laschet der nächste Bundeskanzler wird. Auf Englisch antwortete er sinngemäß: „Er scheint ein netter Typ zu sein. Ob er Bundeskanzler wird, entscheiden aber die Wähler.“

Harte Vorschriften auf dem Gigafactory-Gelände in Grünheide

Die Zusammenkunft der beiden passierte größtenteils unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Bei dem Treffen durften Medienvertreter, die zum Termin nur mit Baustellenhelm, Warnweste und Sicherheitsschuhen zugelassen wurden, Laschet und Musk nicht über das Gelände begleiten. Film- und Fotoaufnahmen waren nur an einem bestimmten Punkt und mit vorab durch die Tesla-Mitarbeiter definierte Ausrichtung gestattet.
Gut gelaunt: CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet (links) und Elon Musk stellen sich beim ihrem Treffen auf dem Tesla-Gelände kurz den Medienvertretern.
Gut gelaunt: CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet (links) und Elon Musk stellen sich beim ihrem Treffen auf dem Tesla-Gelände kurz den Medienvertretern.
© Foto: Anke Beißer
Nach dem Rundgang geben beide, überaus gut gelaunt, ein Statement ab, stellten sich kurz ein paar Fragen der Medienvertreter. Musk bedankte sich bei der deutschen Regierung für die Unterstützung, pries die „grüne Revolution“ und kündigte an, dass der erste Tesla im Oktober das Werk verlassen solle. Tesla fühle sich „sehr willkommen“. Auf das Wasserproblem angesprochen wiederholte Musk seine Floskel, ob die Gegend hier denn wie eine Wüste aussehe. Er hob seine Maxime hervor, den Fokus auf das Positive zu legen, positiv in die Zukunft zu denken und nicht nur die Probleme zu sehen.

Laschet: Es gelte, die Energie- und Verkehrswende zu beschleunigen

Armim Laschet wiederum betonte, dass angesichts des Klimawandels, der wirklich ernst zu nehmenden Lage, die Energie- und Verkehrswende beschleunigt werden müsse. Es gebe nur zwei Wege, am Status quo in Verfahrensfragen festzuhalten oder solch innovative Projekte wie die Gigafactory in Grünheide zu ermöglichen. Er bekannte sich deutlich zu Letztgenanntem, was nur durch den Wegfall bürokratischer Fesseln und die Änderung im Verbandsklagerecht gelingen könne. „Es ist nicht akzeptabel, dass jemand, der nicht als Anwohner hier betroffen ist, sondern an der Nordsee oder den Bayerischen Alpen lebt, eine Klage einreichen kann, um solche Projekte zu stoppen.“

Welchem Antrieb gehört die Zukunft?

Auf die Frage, welchem Fahrzeugantrieb denn nun die Zukunft gehöre, sagte Musk: „Definitiv Elektro.“ Laschet war da etwas vorsichtiger, er denke da „technologieoffen“. „Was sich durchsetzt, liegt in der Hand der Tüftler.“
Frage an Elon Musk: "Was ist der Autoantrieb der Zukunft?" Musk:"Definitiv Elektro", was sonst ...
Frage an Elon Musk: „Was ist der Autoantrieb der Zukunft?“ Musk:„Definitiv Elektro", was sonst ...
© Foto: Anke Beißer
So schnell wie das Duo aus der Fabrikhalle auftauchte, so schnell war es auch wieder verschwunden.

Tesla-Gegner vor dem Brandenburger Tor

Gegner der Gigafactory haben sich Vormittag ebenfalls formiert – für eine Kundgebung vor dem Brandenburger Tor. Dort machten sie auf die Gefährdung des Wasservorrats und der ökologischen Ressourcen in Berlin-Brandenburg durch die Tesla-Gigafactory aufmerksam.