Tote in Gosen-Neu Zittau: Bildungsminister zu Schulen - „nicht komplett abriegeln“

Gewalttat an Brandenburger Schule: Am 27. August 2026 sind auf dem Docemus-Campus in Gosen-Neu Zittau eine 18-jährige Schülerin und ein 30-jähriger Erzieher getötet worden.
Britta Pedersen/dpa- Nach Messerattacke in Gosen-Neu Zittau gedachte die Schule der Toten im Trauergottesdienst.
- Ministerpräsident Dietmar Woidke und Bildungsminister Gordon Hoffmann nahmen teil.
- Hoffmann: Schulen sind Orte der Begegnung – „nicht komplett abriegeln“, keine Flughafen-Scanner.
- Notfallpläne sollen geprüft und aktualisiert werden, Mindeststandards sind möglich.
- Tat vom 27. August: 18-Jährige und 30-jähriger Erzieher getötet, 19-Jähriger festgenommen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Eine Woche nach der Messerattacke auf dem Docemus-Campus in Gosen-Neu Zittau (Oder-Spree) hat die Schulgemeinschaft der Toten gedacht. Am Trauergottesdienst am Donnerstag (3.9.) hatte neben Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) auch Bildungsminister Gordon Hoffmann (CDU) teilgenommen.
Die Gedenkveranstaltung sei „sehr bewegend“ gewesen, sagte Hoffmann im Anschluss im Bildungsausschuss des Landtags. Dabei sicherte er den Betroffenen weitere Unterstützungsmaßnahmen zu. Zugleich wandte er sich an den Brandenburger Landeselternrat.
Dieser hatte nach der tödlichen Attacke, bei der eine 18-jährige Schülerin und ein 30-jähriger Erzieher getötet wurden, gefordert, dass nun Maßnahmen geprüft werden, um die Sicherheit an Schulen zu gewährleisten. „Eltern müssen ihre Kinder morgens in die Schule schicken können, ohne Angst und ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen.“
Hoffmann sagte im Bildungsausschuss, dies habe ihn „ein bisschen irritiert, denn letzten Endes wird es uns nicht gelingen, eine vermeintliche hundertprozentige Sicherheit an Schulen sicherzustellen“. Schulen seien Orte des Lernens, der Begegnung. „Und wir können sie nicht komplett abriegeln“, so Hoffmann. „Der einzige Weg dahin wäre ja, dass wir sie einmauern, mit Stacheldraht sichern und dass wir am Eingang Scanner machen wie beim Flughafen. Das wird nicht gelingen“, sagte der Bildungsminister.
Hoffmann betonte im Bildungsausschuss aber auch, dass man sich über die Notfallpläne Gedanken machen müsse, wie man sie „möglicherweise überarbeiten, aktualisieren“ könne. Man müsse möglicherweise auch gewisse Mindeststandards definieren, die einzuhalten seien. Aber die Forderung nach hundertprozentiger Sicherheit gehe an der Realität im Lande vorbei. „Um es kurz zu sagen: Hätte diese Gewalttat nicht auf dem Schulhof stattgefunden, dann hätte sie möglicherweise vor dem Schultor stattgefunden und es wäre im Ergebnis genauso schlimm, wie es jetzt ist“, sagte Hoffmann.
Mutmaßlicher Täter attackiert Ex-Freundin auf dem Campus
Die Tat hatte sich vor knapp einer Woche, am 27. August, gegen 13.45 Uhr auf dem Schulgelände des Docemus-Campus ereignet. Der mutmaßliche Täter, der nach MOZ-Informationen kein Schüler der Schule gewesen sein soll, hatte sich Zutritt verschafft. Auf dem Gelände attackierte er dann die 18‑jährige Schülerin, seine Ex-Freundin, mit einem Messer. Der anwesende 30-jährige Erzieher habe ihr helfen wollen. Dabei wurde auch er getötet.
Nach Angaben von Brandenburgs Innenminister Jan Redmann (CDU) sei die alarmierte Polizei in weniger als zehn Minuten vor Ort gewesen. Doch für die beiden Opfer sei jede Hilfe zu spät gekommen. Der mutmaßliche Täter, ein 19-jähriger Deutscher, konnte noch vor Ort festgenommen werden. Gegen ihn wird nun wegen zweifachen Mordes ermittelt.
Die Gewalttat sorgte weit über Brandenburg und Berlin hinaus für Bestürzung oder große Anteilnahme. Zunächst stehe die Trauer im Vordergrund, sagte Michael Kunz, der Sprecher der Academedia Education GmbH, zu dem die Docemus-Privatschule gehört, am Tag nach der Tat. Selbstverständlich werde man aber im Nachgang auch die Sicherheitsvorkehrungen, die man habe, durchgehen. „Aber wir sind eine Schule“, betonte Kunz, „kein Hochsicherheitstrakt.“ Man sei ein offener Ort, ein Ort der Begegnung.
In Brandenburg wird der Zugang zu Schulen zum Teil unterschiedlich gehandhabt. An einigen Einrichtungen gibt es Barrieren in Form von verschlossenen Türen mit Klingeln, vor allem bei Grundschulen. Im Oberstufenbereich ist der Zugang zum Schulgelände dagegen häufig offener, darunter auch an Gymnasien in Fürstenwalde und Erkner.



