BVerfG
: Richterin Ines Härtel ist auch bei Studenten sehr beliebt

Frankfurter Jura-Professorin Ines Härtel wird die erste ostdeutsche Richterin am Bundesverfassungsgericht.
Von
Dietrich Schröder
Frankfurt (Oder)
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Geht nun nach Karlsruhe: Ines Härtel

Martin Stralau/MOZ

Am Ende dauerte es nur einen Moment: Alle 16 Ministerpräsidenten der deutschen Bundesländer wählten Ines Härtel am Freitag im Bundesrat zur Richterin am Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe. Dabei war erst drei Tage zuvor bekannt geworden, dass die 47-jährige Jura-Professorin aus Frankfurt (Oder) als erste Ostdeutsche für dieses Amt nominiert wurde.

Monatelang stritten die SPD-geführten Bundesländer, die in diesem Fall das Vorschlagsrecht hatten, über die Personalie. Neben dem Brandenburger Sozialrichter Jes Möller waren zwei westdeutsche Richter im Gespräch. „Aber Dietmar Woidke wollte in diesem Fall partout nicht nachgeben“, berichtet ein Insider. „Er präsentierte vor drei Wochen den neuen Vorschlag, den niemand ablehnen konnte.“

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Große Energie und Qualität

Dass man die 1972 im sachsen-anhaltinischen Staßfurt geborene Juristin „auf keinen Fall auf ihre ostdeutsche Geburt reduzieren darf“, weiß kaum jemand besser als der Jura-Professor Ulrich Häde. Der Dekan der Juristischen Fakultät der Europa-Uni, deren Mitglied Härtel formal weiter bleibt, arbeitet als  "Wessi“ seit 23 Jahren an der Oder. Über seine Kollegin gerät er nahezu ins Schwärmen: „Ines Härtel zeichnet sich dadurch aus, dass sie sich mit großer Energie und Qualität immer neuen aktuellen juristischen Themen widmet, wie etwa dem Datenschutzrecht oder dem europäischen Recht. Und dass sie über die Wissenschaft hinaus bereits  als Richterin am Oberverwaltungsgericht gearbeitet hat.“

Auch ihre Studenten sind des Lobes voll: „Frau Härtel ist sehr nahbar, interessiert sich sehr für unsere Themen und Probleme“, sagt etwa Franziska Kühl, die gerade erst eine Seminararbeit  bei der Professorin geschrieben hat. „Und unglaublich freundlich ist sie auch“, fügt Celine Bilar hinzu.

Die Gewählte selbst gab nur ein kurzes Statement ab, schließlich steht ihre Ernennung durch den Bundespräsidenten noch aus. „Die Wahl erfüllt mich mit Freude, Stolz und Demut zugleich“, sagte Härtel. Und dass sie sich freue, „in Zeiten großer Veränderungen am Rechtsfrieden als Grundlage des Zusammenlebens mitwirken zu dürfen.“