OB-Wahl 2025 in Frankfurt (Oder): Kandidaten, Wahlpartys, Geschichte – alle Infos

Wollen ins Rathaus Frankfurt (Oder): Die Kandidaten für die OB-Wahl Désirée Schrade (CDU/v.l.), Axel Strasser (parteilos), Simona Koß (SPD) und Wilko Möller (AfD)
Winfried Mausolf- OB-Wahl Frankfurt (Oder) 2025: Vier Kandidaten treten am 21. September an.
- 46.256 Wahlberechtigte, inkl. 16-/17-Jähriger und 3.700 EU-Bürger, können abstimmen.
- Briefwahl: 7.000 Anträge bisher, mehr als 2018 (5.975). Nur 32 von 55 Wahllokalen barrierefrei.
- Stichwahl am 12. Oktober, falls kein Kandidat über 50 % erreicht. Quorum: 15 % aller Stimmen nötig.
- Wahlpartys in Restaurants, Coworking-Spaces und Parteizentralen; Ergebnisse ab 18 Uhr im Rathaus.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Am 21. September nehmen Désirée Schrade (CDU), Axel Strasser (parteilos), Simona Koß (SPD) und Wilko Möller (AfD) Anlauf auf das Rathaus Frankfurt (Oder). Selten war das Rennen um das Oberbürgermeisteramt so spannend wie diesmal. Das Wichtigste kurz vor der OB-Wahl im Überblick:
Wahlberechtigte: Insgesamt 46.256 Wahlberechtigte aus Frankfurt (Oder) und den neun Ortsteilen sind zur Wahl aufgerufen. Das sind rund 2.600 Wahlberechtigte weniger als noch im Jahr 2018. Mitwählen dürfen wie bei allen Kommunalwahlen auch 16- und 17-Jährige, dazu rund 3.200 wahlberechtigte polnische Staatsbürger, die in der Stadt wohnen und weitere 500 EU-Bürger.
Nicht alle Wahllokale in Frankfurt (Oder) sind barrierefrei
Briefwahl: Rund 7.000 Frankfurter haben im Vorfeld der OB-Wahl Briefwahl beantragt (Stand 18.9.), die meisten davon werden die Unterlagen bereits wieder zurückgeschickt und damit schon abgestimmt haben. Zum Vergleich: Bei den Kommunalwahlen im Juni 2024 hatten 5.975 Frankfurter per Brief gewählt, die Wahlbeteiligung insgesamt lag damals bei 58,2 Prozent.
Stichwahl und Quorum: Der Sieger der OB-Wahl benötigt nicht nur eine absolute Mehrheit, sondern auch mindestens 15 Prozent der Stimmen aller Wahlberechtigten (also um die 7000 Stimmen). Schafft es keiner der Kandidaten über die Marke von 50 Prozent, ziehen die beiden Bestplatzierten in die Stichwahl ein. Termin dafür ist Sonntag, 12. Oktober.
Wahllokale und Wahlhelfer: Alle Wahllokale in Frankfurt (Oder) sind von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Rund 600 Wahlhelfer sind insgesamt im Einsatz, um Namen auf Wählerlisten zu überprüfen, Ausweise zu kontrollieren und Stimmen auszuzählen. Nur 32 von 55 Wahllokalen in Frankfurt (Oder) sind barrierefrei. Hinzu kommen zwölf Briefwahllokale.
Geschichte: 1990 hatte Frankfurt (Oder) drei Oberbürgermeister: Der langjährige OB Fritz Krause legte aus gesundheitlichen Gründen im Februar 1990 die Amtsgeschäfte in die Hände von Bernhard Wündisch, den letzten SED-OB. Nach den freien Wahlen vom 6. Mai 1990 übergab Wündisch dann an den neu gewählten OB Wolfgang Denda (SPD/1990-1992).
Erster direkt gewählter Oberbürgermeister seit der Wende war dann von 1992 bis 2002 Wolfgang Pohl (SPD). Es folgten Martin Patzelt (CDU/2002-2010) und Martin Wilke (2010-2018) und ab 2018 René Wilke (bis 2024 Linke, danach parteilos). Am 22. Mai wurde der bis dahin letzte OB als neuer Innenminister von Brandenburg vereidigt. Seine bereits im Februar angekündigte erneute Kandidatur hatte sich damit erledigt, deshalb kommt es nun zu vorgezogenen Neuwahlen.
Kandidaten: Um die Nachfolge von René Wilke bewerben sich vier Kandidaten, keiner war bisher für die Stadtverwaltung tätig. Die Rechtsanwältin und Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung Désirée Schrade (38) tritt für die CDU an. Unterstützt wird sie von Grünen, FDP, DIE PARTEI und auch von René Wilke. Der parteilose Axel Strasser (48) war der Zweite, der seine Kandidatur bekanntgab. Er ist promovierter Politikwissenschaftler und bei der IHK im Bereich Unternehmensnachfolge tätig.
Simona Koß (64) kandidiert für die SPD, unterstützt wird sie von den Linken. Sie lebt in Prötzel (Märkisch Oderland) und ist als sowohl ehemalige Landtagsabgeordnete (2014-2019 und 2021) und Bundestagsabgeordnete (2021 bis 2025) die politisch Erfahrenste. Bundespolizist Wilko Möller (59) ist seit 2019 für die AfD direkt gewählter Abgeordneter im Brandenburger Landtag. Außerdem ist der Chef des AfD-Stadtverbandes seit 2014 durchgängig Stadtverordneter.
Ausgang der Wahl in Frankfurt (Oder) ist völlig offen
Wahlforen: Der Wahlkampf war aufgrund der knappen Fristen und Sommerferien kurz, aber intensiv. Seit dem 8. September haben sich die Kandidaten fast täglich auf Wahlforen vorgestellt und Fragen beantwortet – beim Hanseclub, am OSZ, bei Wichern und auch in mehreren Ortsteilen. Größte Veranstaltung war das Wahlforum von MOZ und rbb mit fast 500 Besuchern am Dienstag (16.9.). Schwerpunktthemen im Wahlkampf waren Wirtschaft, Infrastruktur und Innenstadtentwicklung.
Prognosen: Selten war das Rennen so offen wie dieses Mal. Repräsentative Umfragen gibt es keine. Von vielen Beobachtern wird Wilko Möller als Favorit für die Hauptwahl gesehen. 2024 hatte er das Landtagsdirektmandat mit 33,6 Prozent gewonnen. Auch der Landestrend spricht für den Rechtsaußenpolitiker. In Wahlumfragen für Brandenburg lag die AfD zuletzt jeweils deutlich vorn.
Wo in Frankfurt (Oder) zu Wahlpartys eingeladen wird
Wahlpartys: Désirée Schrade trifft sich am Sonntagabend mit ihren Unterstützern im Restaurant Oliveto am Marktplatz. Axel Strasser hat im Deutsch-Polnischen Coworking Space „Roman & Fritz“ am Zehmeplatz 14 (4. Obergeschoss) zu einer Wahlparty eingeladen. Die Veranstaltung ist offen für alle Interessierten. Simona Koß verfolgt mit ihrem Wahlkampfteam im SPD-Regionalzentrum in der Großen Scharrnstraße 11a den Wahlausgang. Wilko Möller hat eigenen Angaben zufolge noch keine konkreten Pläne für den Wahlsonntag. Interessierte Bürger können am Sonntag ab 18 Uhr im Atrium im Rathaus die Präsentation den Ausgang der Oberbürgermeisterwahl mitverfolgen.
Nach der Wahl: Der Kreiswahlausschuss tagt am Dienstag (23.9.), 17 Uhr, um die Wahlergebnisse offiziell zu bestätigen. Die Sitzung findet im Stadthaus, Goepelstaße 38, Raum 1.218 statt. Sollte sich keiner der Kandidaten im ersten Wahlgang durchgesetzt haben, geht es mit der Stichwahl am 12. Oktober weiter. Holt einer der Kandidierenden die absolute Mehrheit der Stimmen, beginnt seine oder ihre Amtszeit direkt am Tag nach Bestätigung der Wahlergebnisse und der Annahme der Wahl. Denn einen amtierenden OB gibt es aktuell ja nicht.
Porträts der Kandidierenden der OB-Wahl in Frankfurt (Oder) finden Sie hier:
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