2. Weltkrieg in Seelow: 80. Jahrestag der Schlacht – Erinnerung an Kriegstote

Mit einem Gong auf dem Krugberg: Initiatoren Heike Mildner, hier mit der Künstlerin Erika Stürner-Alex, erinnert zum 80. Jahrestag der Schlacht an die zehntausenden Gefallenen und anderen Kriegstoten.
Ulf Grieger- 80. Jahrestag der Schlacht um die Seelower Höhen: Erinnerung an 100.000 Kriegstote.
- Gong auf dem Krugberg soll 87 Stunden lang erklingen, jeder Schlag symbolisiert fünf Tote.
- Veranstalterin Heike Mildner betont die Wichtigkeit des Friedens und gegen neuen Krieg.
- Beteiligung durch Anmeldung möglich, Aktion soll auch online übertragen werden.
- Krugbergverein Werbig unterstützt die Organisation der Gedenkveranstaltung.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Im Winter und Frühjahr 1945 starben bei den Kämpfen um die Brückenköpfe und bei der „Schlacht um die Seelower Höhen“ mehr als 100.000 Soldaten unterschiedlicher Nationen. Am 16. April 1945 begann die letzte sowjetische Großoffensive auf europäischem Territorium. Die „Berliner Operation“ hatte das Ziel, den deutschen Widerstand endgültig zu brechen und den Krieg in Berlin zu beenden. Allein beim Kampf um die Seelower Höhen zwischen dem 16. und 19. April hatten die sowjetischen Truppen 2.807 Panzer verloren.
Etwa 12.000 deutsche und 33.000 sowjetische Soldaten fielen in den vier Tagen der Schlacht. Im Oderbruch und auf dem Höhenzug standen sich hunderttausende Soldaten, 14.000 Geschütze, 5.000 gepanzerte Fahrzeuge und die gleiche Anzahl an Flugzeugen gegenüber.
Daran wird in diesem Jahr kurz vor Ostern erinnert: Von Mittwoch, 16. April 2025, ab 3 Uhr, über Donnerstag, Karfreitag bis Sonnabendabend wird auf dem Krugberg ein Gong stehen und beharrlich angeschlagen: etwa 87 Stunden, solange, wie die Schlacht dauerte.
2. Weltkrieg in Seelow: Stille des Friedens auf dem Krugberg
Der Krugberg bei Seelow mit seinen Skulpturen, dem Friedenswald und dem Blick hinunter ins Bruch ist ein besonderer Ort, sagt Heike Mildner. Der Blick reicht weit, bis nach Küstrin-Kostrzyn, wo die dramatische Belagerungsschlacht am 30. März 1945 endete. „Die Stille des Friedens nach der Schlacht um die Seelower Höhen ist hier noch immer gegenwärtig“, sagte die Liedermacherin und Journalistin, während sie den großen, balinesischen Gong aus dem Auto hievt.
Von dem ohrenbetäubenden Lärm der Kanonen und Haubitzen, des MG-Feuers und der Granaten, den verzweifelten Schreien der Verwundeten auf beiden Seiten und dem fast tierischem Kampfgebrüll gibt es viele Zeitzeugenberichte. In die friedliche Stille hinein, die dort heute zu erleben ist, will Heike Mildner ein akustisches Erinnerungszeichen setzen. Eines, das die Herzen der Menschen erreicht.
„Vom 16. April, 3 Uhr in der Nacht, bis zum Abend des 19. April 1945 starben vor der Hügelkette, zu der der Krugberg gehört, in vier Tagen 45.000 Menschen“, erklärt sie, während sie das Instrument so in Stellung bringt, dass der Klang sich direkt in südöstliche Richtung über dem einstigen Schlachtfeld ausbreiten kann.
„Noch heute, 80 Jahre später, werden Reste ihrer Körper und Reste der Kriegsgerätschaften bei Bodenarbeiten aufgefunden. Und doch bereitet sich Europa wieder auf einen neuen Krieg vor. Es ist an der Zeit, innezuhalten und daran zu erinnern, was Krieg kostet: tausende Menschenleben“, stellt sie die Beziehung zum heute her.

Sowjetische Kampftechnik an der Gedenkstätte Seelower Höhen: Das gesamte Areal wurde barrierefrei umgebaut. Auch dort findet am 16. März eine Erinnerungsveranstaltung statt.
Ulf GriegerJeder Gongschlag erinnert an fünf Menschenleben
Vom Beginn der Kämpfe vor 80 Jahren, vom 16. April 2025, 3 Uhr, über Donnerstag, Karfreitag bis Sonnabendabend wird auf dem Krugberg der Gong angeschlagen: etwa 87 Stunden, solange, wie die Schlacht um die Seelower Höhen dauerte. Jeder Gongschlag – je etwa eine halbe Minute klingend – stehe symbolisch für fünf in dieser Schlacht getötete Menschen.
Und so soll das ablaufen: „Alles konzentriert sich auf den Akt des Anschlagens. Ansonsten: Es ist ein stilles Kommen und Gehen ohne Reden. Jede und jeder, der den Gong eine Zeit lang anschlägt, wird zum Glied einer akustischen Kette positiver, friedlicher Schwingungen und verknüpft sich mit den anderen, die an das Grauen vor 80 Jahren erinnern und den Geist eines friedlichen Miteinanders in Europa stärken möchten.“ Das Ganze könne per Internet übertragen werden, um den Impuls und die friedliche Energie, die von dieser Aktion ausgeht, auch nach außen wirken zu lassen, plant Heike Mildner weiter.

Kriegsgräberstätte auf den Seelower Höhen: Auf der Anlage befinden sich die Gräber von über 7.000 sowjetischen Soldaten.
Ulf GriegerIm Detail heißt es, dass die 87 Stunden der Schlacht in 348 Zeitfenster von je einer Viertelstunde unterteilt werden. „Wer sich beteiligen möchte, kann per Mail oder telefonisch ein oder mehrere Zeitfenster reservieren“, sagt die Organisatorin, die vom Krugbergverein Werbig unterstützt wird.
Auch darüber hinaus seien alle Talente willkommen, die bei der Organisation, Vernetzung, Verpflegung, Kommunikation, Internet – und natürlich den Gong anschlagen helfen. Das Ganze könne nur gelingen, wenn sich viele einbringen. Wer sich beteiligen möchte, schreibt eine Mail mit seinen Kontaktdaten und einer kurzen Nachricht, wie sie/er sich einbringen kann und möchte an kunsthelfer@web.de oder ruft an unter 0173 4337525.


