Krankenhaus in Königs Wusterhausen: Wie sich das Klinikum auf die Hitze einstellt

In Königs Wusterhausen können die Temperatueren wie in vielen Teilen Deutschland am Wochenende (27.6. und 28.6.) bis auf 40 Grad hochklettern. Wie sich das Achenbach-Krankenhaus und die KWer vorbereiten.
Patrick Pleul/dpa- Klinikum Dahme-Spreewald rüstet sich für Hitze: mehr Notfälle und volle Notaufnahmen.
- Für 27.6. und 28.6. werden bis zu 40 Grad in Königs Wusterhausen erwartet.
- Besonders gefährdet sind Ältere, chronisch Kranke und kleine Kinder – engmaschige Überwachung.
- Tipps: viel trinken, leichte Mahlzeiten, Mittagshitze meiden, Räume verschatten, langsam baden.
- Bei Warnzeichen wie Verwirrtheit oder Atemnot Notruf 112, sonst 116 117 oder Bereitschaftspraxis.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
38 Grad am Samstag (27.6.) und 39 Grad am Sonntag (28.6.): Dieses Wochenende bricht Königs Wusterhausen alle Hitzerekorde. Während sich viele auf Badesee, Boot oder Garten freuen, wurden zahlreiche Veranstaltungen wie etwa die Innovationsmeile 2926 an der TH Wildau oder das Gespräch mit Tatort-Star Axel Prahl in Wernsdorf abgesagt.
Auch das Dahmelandmuseum oder Lokale wie das Sophien-Stübchen am Kirchplatz bleiben aus „Rücksicht auf das Team“ heute geschlossen, wie Geschäftsführer Sebastian Gellrich auf Facebook bekanntgibt. Die Hitze stellt nicht nur die Menschen im Landkreis Dahme-Spreewald vor Herausforderungen – auch das Achenbach-Krankenhaus in Königs Wusterhausen bereitet sich auf ein arbeitsreiches Wochenende vor.
Dr. Benno Bretag, Ärztlicher Direktor des Klinikums Dahme-Spreewald und Chefarzt der Zentralen Notaufnahmen erklärt, wie sich das Achenbach-Krankenhaus wappnet und gibt Tipps, gut durch das Hitze-Wochenende zu kommen.
Hitze verlangt Achenbach-Krankenhaus Verschiedenes ab
Das Klinikum Dahme-Spreewald ist auf das Extremwochenende eingestellt. Im Achenbach-Krankenhaus wird mit mehr Patienten, die wegen Kreislaufproblemen, Flüssigkeitsmangel, Badeunfällen, Insektenstichen oder Freizeitverletzungen in die Zentralen Notaufnahmen kommen gerechnet.
Hinzu kommt, dass das Klinikum auch die Notarzteinsatzfahrzeuge im Landkreis Dahme-Spreewald besetzt. Die Einsatzkräfte rechnen daher nicht nur mit mehr Notfällen in den Kliniken, sondern auch an Badestellen, auf Straßen, im Spreewald oder bei Einsätzen in Wohnungen.
Gleichzeitig gilt den bereits stationär behandelten Patienten besondere Aufmerksamkeit. Gerade ältere Menschen oder Patienten mit Herz-, Nieren- oder Stoffwechselerkrankungen werden engmaschig überwacht. Flüssigkeitsbilanz, Trinkmengen und Kreislaufwerte stehen dabei besonders im Fokus.
Hitze gefährdet vor allem ältere Menschen und chronisch Kranke
„Hitze ist kein harmloses Sommerphänomen. Bei Temperaturen nahe 40 Grad arbeitet der menschliche Körper im Ausnahmezustand“, sagt Dr. Benno Bretag. Als Notarzt erlebe er regelmäßig, welche Folgen hohe Temperaturen haben können. Schwindel, Übelkeit, Kreislaufprobleme, Dehydrierung oder schwere Erschöpfungszustände gehörten an solchen Tagen zu den häufigsten Beschwerden. Besonders gefährdet seien ältere Menschen, chronisch Kranke und kleine Kinder.
Ältere Menschen sollten regelmäßig besucht oder zumindest telefonisch kontaktiert werden. „Hitzeschutz ist auch Nachbarschaftsschutz“, betont Bretag. Besondere Vorsicht gilt für Menschen mit Herz- oder Nierenerkrankungen. Sie sollten ihre Trinkmenge nicht eigenmächtig erhöhen, sondern sich an die ärztlichen Empfehlungen halten. Auch Medikamente sollten keinesfalls ohne Rücksprache verändert werden. Diabetiker sollten ihren Blutzucker bei großer Hitze häufiger kontrollieren.
Belastung auf dem Wasser wird unterschätzt
Doch auch gesunde Menschen sind vor der Hitze nicht gefeit: Besonders auf dem Wasser werde die Belastung häufig unterschätzt, so Bretag. Der kühlende Wind auf Booten oder beim Paddeln vermittle zwar ein angenehmes Gefühl, tatsächlich sei der Körper aber oft über Stunden intensiver Sonneneinstrahlung ausgesetzt. Zusätzlich reflektiere die Wasseroberfläche die Sonnenstrahlen. Wer dabei zu wenig trinke oder Alkohol konsumiere, bringe den Kreislauf zusätzlich unter Druck.
Beim Baden rät der Mediziner zur Vorsicht. Nach längerer Sonnenbestrahlung sollte niemand plötzlich vom Steg oder Boot ins kalte Wasser springen. „Besser ist es, langsam ins Wasser zu gehen und zunächst Arme, Beine und Nacken abzukühlen“, sagt Bretag. So könne sich der Kreislauf an die Temperatur anpassen.
Regelmäßiges Trinken, Essen und Ruhe erleichtern Belastung
Zu den wichtigsten Hitzeregeln gehören regelmäßiges Trinken, leichte Mahlzeiten und möglichst wenig körperliche Anstrengung während der Mittagsstunden. Fenster sollten tagsüber geschlossen und Räume mit Rollläden oder Vorhängen verschattet werden. Morgens und abends empfiehlt sich gründliches Lüften. Helle Kleidung, eine Kopfbedeckung und Sonnenschutz gehören bei längeren Aufenthalten im Freien ebenfalls dazu.
Sollten Warnzeichen wie starke Verwirrtheit, Atemnot, Brustschmerzen, Bewusstlosigkeit oder ein Verdacht auf einen Hitzschlag auftreten, müsse sofort der Notruf 112 gewählt werden. Bei akuten, aber nicht lebensbedrohlichen Beschwerden sei dagegen der ärztliche Bereitschaftsdienst unter der 116 117 oder die Bereitschaftspraxis am Achenbach-Krankenhaus die richtige Anlaufstelle.
„Wir wollen, dass die Menschen dieses heiße Wochenende gut überstehen“, sagt Bretag. „Das gelingt, wenn jeder ein Stück mitdenkt – für sich selbst, für die Familie und für die Menschen, die Unterstützung brauchen.“



