Liebe in Königs Wusterhausen
: Paar und Partei - wie Familie Lazarus-Möbus das managt

Laura Lazarus und Christian Lazarus-Möbus sind beide Stadtverordnete von Königs Wusterhausen und verheiratet. Was bedeutet das für ihre Beziehung – die private und die politische?
Von
Marlene Wetzel
Königs Wusterhausen
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Sind sie oft unterschiedlicher Meinung und wie streiten sie? Laura Lazarus und Christian Lazarus-Möbus aus Königs Wusterhausen sind ein Paar und Politiker.

Robert Lehmann für Nolte Kommunikation
  • Ehepaar Lazarus/Lazarus-Möbus: beide CDU-Stadtverordnete in Königs Wusterhausen
  • Im Rat siezen sie sich: „Frau Vorsitzende“ und formelle Anreden vorgeschrieben
  • Kennenlernen über Radsport; beide Jura, Einstieg in Politik über JU-Stammtische
  • Rollenmix: Politik und Familie mit strikter Planung, private Abstriche nötig
  • Unterschiedliche Stile: er direkt und sachlich, sie diplomatischer und sozial fokusiert

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Wie absurd: Laura Lazarus und Christian Lazarus-Möbus müssen sich manchmal siezen, obwohl sie verheiratet sind. Warum? Weil sie Stadtverordnete für die CDU in Königs Wusterhausen sind – und wenn Laura Lazarus als Vorsitzende der Versammlung ihren Mann aufruft, muss sie ihn mit „Sie“ ansprechen. Andersherum muss er sie dann „Frau Vorsitzende“ nennen.

Zum Valentinstag verraten der 42-jährige Referent und die 44-jährige Stabsoffizierin (Recht) im schriftlichen Interview, wie sie ihr „Doppelleben“ und ihren vollen Terminkalender handeln.

Paragrafen und Rennräder waren der Anfang

Frau Lazarus, Herr Lazarus-Möbus: Haben Sie sich über die Politik kennengelernt? 
Christian Lazarus-Möbus: Ganz und gar nicht! Wir haben uns über den Radsport gefunden – über  „quaeldich.de“. Der Name war bei unserem Kennenlernen leider Programm, denn Laura hatte einen Unfall. Ich war damals noch Jurastudent und wollte ihr mit ein paar Tipps zur Seite stehen. Dabei kam heraus, dass wir nicht nur die Leidenschaft fürs Rennrad teilen, sondern auch das Studienfach.

Laura Lazarus: Als ich dann zum ersten Mal in KW war, hat mich Christian dann direkt auf eine 140-Kilometer-Runde mit dem Rennrad mitgenommen. Er war damals Pressesprecher der Jungen Union (JU) Brandenburg und im CDU-Kreisvorstand. Ich komme ursprünglich aus Bayern und war eher eine politische Beobachterin. Aber Christian hat mich dann mal mit zu den JU-Stammtischen genommen. Die Truppe war toll, die Themen haben mich gepackt, und so bin ich in Königs Wusterhausen nicht nur privat, sondern auch politisch heimisch geworden.

Bei Ihnen trägt der Mann den Doppelnamen: Wie kam es dazu?
Lazarus/Lazarus-Möbus: Es gehört zur Freiheit in unserem Land, dass jeder es so handhaben kann, wie es am besten zum eigenen Leben passt. Wir haben uns für diesen Weg entschieden und fühlen uns damit wohl.

Wie gehen Sie mit Ihren doppelten Rollen, Partner und Politiker zu sein, um? Wie gut lässt sich beides trennen?

Christian Lazarus-Möbus: Ehrlich gesagt haben wir gar nicht das Gefühl, das strikt trennen zu müssen. Wenn man mit offenen Augen durch KW geht, begegnet einem die Kommunalpolitik ja an jeder Ecke, ob am Schlagloch, im Park oder beim Blick auf neue Bauprojekte.

Wie gehen Sie damit um, wenn Sie unterschiedlicher politischer Meinung sind?
Christian Lazarus-Möbus: Wir haben das Glück, dass wir in derselben Partei und Fraktion sind und am selben Strang ziehen, das spart uns die großen ideologischen Grabenkämpfe am Frühstückstisch. Aber natürlich gibt es bei der Frage nach dem „Wie“ auch mal unterschiedliche Ansichten. Dann heißt es: Ausdiskutieren.

Laura Lazarus: Ich muss Christian manchmal ein bisschen bremsen. Er ist ein sehr direkter Mensch, der die Dinge auch mal klar beim Namen nennt. Ich sage ihm dann oft: Das könnte man auch feinfühliger formulieren. Nicht jeder kommt mit dieser ganz direkten Art sofort klar und weiß das Ansinnen dahinter einzuordnen.

Laura Lazarus und Christian Lazarus-Möbus: „Reibung ist wichtig“

Wie oft sind Sie unterschiedlicher Meinung?
Christian Lazarus-Möbus: Ich bin oft derjenige, der die sachlichen und finanziellen Zwänge im Blick hat, aber Laura sorgt dafür, dass die soziale Komponente nicht untergeht. Diese Reibung ist wichtig.

Laura Lazarus: Besonders wenn es um das Thema Familie und Gleichstellung geht, schaue ich sehr genau hin. Ich sehe eben täglich, vor welchen enormen Herausforderungen Eltern stehen, um Beruf, Familie und vielleicht noch ein Ehrenamt unter einen Hut zu bekommen.

Diplomatie in der Ehe und in der Politik: Lassen sich gewisse Dinge vom einen auf den anderen Bereich übertragen?
Christian Lazarus-Möbus: Definitiv. In der Politik lernt man ja zwangsläufig, dass man selten mit dem Kopf durch die Wand Erfolg hat. Man braucht Geduld, muss zuhören können und am Ende einen Kompromiss finden, mit dem alle leben können. Diese politische Diplomatie hilft auch privat, wenn es mal kracht. Man lernt, die Dinge sachlicher zu sehen und nicht sofort emotional zu reagieren.

Laura Lazarus: Und umgekehrt profitiert die Politik massiv von unserer privaten Beziehung. In der Ehe herrscht totale Ehrlichkeit. Dieses gegenseitige Vertrauen nehmen wir mit in unsere politische Arbeit. In der oft harten politischen Arena gibt es eine enorme Sicherheit. Zudem weiß ich, dass ich von Christian immer ein ehrliches Feedback bekomme, auch wenn es mal unbequem ist.

Würden Sie sagen, dass Sie anders streiten als Paare, die nicht in der Politik sind? Einfach, weil man Meinungsverschiedenheiten und den Umgang damit gewohnt ist?
Laura Lazarus: Ehrlich gesagt wissen wir gar nicht, wie andere Paare streiten, wir schauen ja nur bei uns hinter die Kulissen. Aber unsere Herkunft prägt uns. Christian ist durch und durch Brandenburger: Er ist eher wortkarg, sehr direkt und bringt die Dinge mit einer märkischen Trockenheit auf den Punkt. Da wird nicht lange drumherumgeredet, was manchmal fast schon ein bisschen unterkühlt wirken kann. Ich als Bayerin musste mich an diese ruhige, aber sehr direkte Art erst gewöhnen. In der Politik helfen uns diese klaren Ansagen, aber privat bin ich dann oft diejenige, die das Ganze wieder mit etwas mehr Worten und Feingefühl unterfüttert.

Christian Lazarus-Möbus: Stimmt, ich bin kein Fan von großen emotionalen Ausbrüchen. Ich sage kurz, was Sache ist, und dann ist es für mich auch erledigt.

Im Privaten müssen Abstriche gemacht werden

Sie sind beide viel beschäftigt: Wie gehen Sie damit um? Wie teilen Sie sich Ihre Zeit ein?
Laura Lazarus: Wir fragen uns manchmal selbst, wie wir das alles schaffen. Zwischen den Berufen, den Kindern und den abendlichen Sitzungen im Stadtrat ist der Terminkalender oft bis auf die letzte Minute durchgetaktet. Das funktioniert nur mit einer extremen Disziplin und mit der Akzeptanz, dass man im Privaten ganz klare Abstriche machen muss. Da bleibt der Garten eben mal ein paar Wochen länger ungemäht oder der gemütliche Abend wird verschoben. Das ist der Preis für das Engagement, aber den zahlen wir bewusst.

Christian Lazarus-Möbus: Man muss sich als Paar ständig abstimmen. Wir versuchen, einander den Rücken freizuhalten. Wenn einer von uns einen wichtigen politischen Termin hat, übernimmt der andere die Logistik zu Hause. Gerade, jetzt, wenn die Kinder noch so klein sind, können wir dann leider nicht zusammen unterwegs sein.

Wie oft werden Sie im Privaten auf politische Themen angesprochen oder erkannt?
Christian Lazarus-Möbus: Es kommt zwar vor, dass man beim Bäcker oder auf dem Spielplatz mal kurz auf ein aktuelles Thema in KW angesprochen wird, aber erkannt im Sinne eines Promi-Status werden wir eher nicht.

Laura Lazarus: Man kennt sich eben einfach. Wenn ich mit den Kindern auf dem Spielplatz bin, bin ich in erster Linie Mama. Man schnackt mal kurz über die Stadtpolitik, aber dann geht es auch schnell wieder um das Wetter oder die Kinder.

Wie finden Ihre Kinder es, dass Sie Politik machen?
Laura Lazarus: Unsere Söhne sind erst zwei und fünf Jahre alt, die bekommen das alles noch gar nicht so richtig mit. Für mich als Mutter war es schon eine enorme Herausforderung, Familie und Politik unter einen Hut zu bekommen, besonders in der Stillzeit. Ich erinnere mich gut an Sitzungstage, an denen ich jede noch so kleine Pause genutzt habe, um für die Kinder da zu sein. Das war ein echter Kraftakt zwischen Sitzungsleitung und Stillpause, aber es gehört eben dazu.

Christian Lazarus-Möbus: Ich hoffe einfach, dass sie uns das später mal nicht krummnehmen. Mein Wunsch ist, dass sie irgendwann verstehen, warum wir oft erst nach dem Sandmännchen nach Hause kommen: nämlich, weil wir versuchen, die Welt vor unserer Haustür für sie und ihre Freunde ein kleines Stück besser zu machen. Das ist der Antrieb, der uns die Kraft für diese langen Tage gibt.