Netzhoppers Königs Wusterhausen
: Brandbrief stellt Bundesliga-Verbleib in Frage

Der Geschäftsführer der Netzhoppers Königs Wusterhausen schickt einen Hilfeersuch an die Stadt wegen möglicher finanzieller Kürzungen. Ein Rückzug aus der Volleyball-Bundesliga steht im Raum.
Von
Maria Häußler
Königs Wusterhausen
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Netzhoppers KW - VC Bitterfeld-Wolfen: 02.12.2025, Brandenburg, Königs Wusterhausen: Volleyball, Männer: Bundesliga, Netzhoppers KW - VC Bitterfeld-Wolfen, Hauptrunde, 11. Spieltag, Paul-Dinter-Halle Netzhoppers KW feiern Heimsieg Foto: Julius Frick/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Heimspiel in der Paul-Dinter-Halle: Die Netzhoppers aus Königs Wusterhausen sind der ganze Stolz der Stadt. Wegen finanzieller Kürzungen gibt es nun aber Probleme. Zieht sich der Verein aus der Volleyball-Bundesliga zurück?

Julius Frick/dpa
  • Netzhoppers drohen mit Rückzug aus der 1. Bundesliga – Grund sind geplante Förderkürzungen.
  • Laut Brandbrief sinkt die städtische Unterstützung im laufenden Geschäftsjahr um 20.000 Euro.
  • Die Stadt will Personalkosten im Spitzensport nur noch bis 50 Prozent und max. 40.000 Euro fördern.
  • Geschäftsführer Dirk Westphal kündigt seinen Rückzug an und würde die Abmeldung einleiten.
  • Gespräche mit der Rathaus-Spitze laufen, die Neuregelung steht in der SVV am 12. Oktober.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung in Königs Wusterhausen haben im September 2026 einen Brandbrief erhalten. Darin äußert sich der Geschäftsführer der Volleyballmannschaft „Netzhoppers“ zu einer geplanten Neuregelung der Sportförderrichtlinie. Demnach soll es Kürzungen geben, die den Bundesligisten betreffen.

Für den Verein und insbesondere für den Spielbetrieb in der 1. Volleyball-Bundesliga hätten die Änderungen „gravierende Auswirkungen“, schreibt Dirk Westphal in dem Brief. Die Unterstützung würde sich laut Schreiben, das der Redaktion vorliegt, im laufenden Geschäftsjahr um 20.000 Euro reduzieren. Unter diesen Umständen werde er für eine weitere Saison nicht mehr als Geschäftsführer zur Verfügung stehen und die Abmeldung der Netzhoppers aus dem Bundesliga-Spielbetrieb einleiten.

Westphal wollte sich auf Nachfrage nicht zu dem Schreiben äußern, da in dieser Woche noch Gespräche mit der Rathaus-Spitze dazu stattfinden sollen. Zuerst hatte die MAZ über den Vorgang berichtet.

Netzhoppers KW: Förderung für Vereine soll sinken

Bisher fördert die Stadt Personalkosten im Spitzensport bis zu 80 Prozent und mit bis zu 50.000 Euro in der 1. Bundesliga. Doch die Kassen der Stadt sind klamm. Daher soll diese Förderung nun auf 50 Prozent und maximal 40.000 Euro sinken, heißt es aus der Stadtverwaltung. Auch die Förderungen von Personalkosten bei Vereinen der 2. und 3. Bundesliga, sowie der 1. Regionalliga sind betroffen.

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In dem Schreiben an die Stadtverordneten kritisiert Westphal, dass der Verein von den Kürzungen überrascht worden sei. Es habe im Vorfeld keine Gespräche dazu gegeben, auch keine gemeinsame Suche nach Lösungen.

Die Stadt stellt dies anders dar. Pressesprecherin Katrin Kunipatz teilt mit, dass die Position der Netzhoppers der Stadt inhaltlich bereits seit Mai bekannt sei. „Seit dieser Zeit gibt es einen regelmäßigen Austausch nicht nur mit den Netzhoppers, sondern auch mit anderen Sportvereinen in der Stadt“, heißt es. Diese Gespräche stünden im Zusammenhang mit der Überarbeitung der Sportförderrichtlinie.

Im Rahmen der Gespräche mit der Geschäftsführung der Netzhoppers sei laut Stadtverwaltung bisher noch keine gemeinsame Lösung gefunden worden. Darüber hinaus hätten die Netzhoppers mehrfach eine Abmeldung des Spielbetriebs in Betracht gezogen und dies auch so kommuniziert.

Die Neuregelung der Sportförderrichtlinie steht auf der Tagesordnung der kommenden SVV am 12. Oktober.

Heimspiele in Königs Wusterhausen: Problem mit Halle

Die Netzhoppers sind im Jahr 2006 erstmals in die Volleyball-Bundesliga aufgestiegen und haben sich seitdem als Standort etabliert. Bis auf die Saison 2013/2014 waren sie seither immer erstklassig. Bis 2023 hatten sie ihre Heimspiele in der Landkost-Arena in Bestensee ausgetragen, seit 2023/2024 spielen sie wieder in der Paul-Dinter-Halle in Königs Wusterhausen.

Ob die Netzhoppers ihre Heimspiele weiterhin in Königs Wusterhausen austragen, ist allerdings ebenfalls ungewiss. Dafür wäre zeitnah eine neue Halle nötig – oder ein Umbau. Auch dafür ist laut Stadt aber kein Geld da.