Netzhoppers Königs Wusterhausen: Geschäftsführer über die mögliche Abmeldung

Netzhoppers-Geschäftsführer Dirk Westphal bei einem Volleyballspiel im Jahr 2024. Die Stadt Königs Wusterhausen will die Sportförderung kürzen. Westphal äußert sich erstmals zu seinem Brandbrief.
Andreas Gora/dpa- Netzhoppers drohen mit Abmeldung aus der 1. Liga – Grund sind geplante Förderkürzungen.
- Stadt will Personalkosten im Spitzensport nur noch zu 50 % und max. 40.000 Euro fördern.
- Geschäftsführer Westphal nennt Abmeldung als logische Folge, da sonst eine Finanzierungslücke entsteht.
- Gespräch mit der Bürgermeisterin war konstruktiv, Zusagen gab es nicht, Entscheidung am Montag.
- Linke betont Priorität für Breiten- und Jugendsport, CDU lehnt Kürzung ab und warnt vor Spätfolgen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
In Königs Wusterhausen (Dahme-Spreewald) gibt es eine Volleyballmannschaft, die in der 1. Bundesliga spielt: die Netzhoppers. Ob das so bleibt, ist ungewiss. Denn die Stadt plant Kürzungen bei der Sportförderung, über die am Montag, den 12. Oktober 2026, in der Stadtverordnetenversammlung entschieden wird.
Dirk Westphal, Geschäftsführer der Netzhoppers, warnte in einem Brief an die Stadtverordneten, dass er die Netzhoppers in diesem Fall vom Spielbetrieb der Bundesliga abmeldet und nicht mehr als Geschäftsführer zur Verfügung steht. Er äußerte sich dazu zunächst nicht, da ein Gespräch mit der Bürgermeisterin bevorstand. Nun erklärt er seine Sicht auf die geplante Änderung der Sportförderrichtlinie.
„Der Schritt der Abmeldung ist keine Drohung, sondern eine logische Konsequenz“, sagt Dirk Westphal. „Die Kürzung der Gelder würde unmittelbar in das aktuelle Geschäftsjahr greifen. Damit hätten wir eine Finanzierungslücke.“ Nur durch die Abmeldung aus dem Bundesliga-Spielbetrieb könne diese Lücke langfristig geschlossen werden.
Von den Kürzungen der Stadt Königs Wusterhausen überrascht
Bisher fördert die Stadt Personalkosten im Spitzensport bis zu 80 Prozent und mit bis zu 50.000 Euro in der 1. Bundesliga. Doch die Finanzlage der Stadt ist angespannt. Die Förderung soll deshalb nun auf 50 Prozent und maximal 40.000 Euro sinken.
„Für mich war nicht absehbar, dass eine solche Kürzung angedacht ist“, sagt Westphal. „Da wir am stärksten von dieser Änderung betroffen sind, hat uns das sehr überrascht.“ Es wäre zielführender gewesen, wenn er informiert worden sei oder man sich zusammengesetzt hätte. „Dann hätten wir Möglichkeiten gehabt, unsere Saisonplanung entsprechend anzupassen.“ Westphal sagt, dass eine rechtzeitige und direktere Kommunikation dieses Dilemma verhindert hätte.
Das Statement der Stadtsprecherin Katrin Kunipatz, dass solche Gespräche mehrfach stattgefunden hätten, verstehe er nicht, so Westphal. „Ich habe eine andere Sicht auf die Dinge. Das ist für mich schwer nachzuvollziehen“, sagt er. „Aber als Netzhoppers sind wir sehr zukunftsorientiert und es ist nicht zielführend, weiter in der Vergangenheit zu bohren.“

In Königs Wusterhausen ist man stolz auf die Leistung der Volleyballmannschaft Netzhoppers. Ist ihre Teilnahme bei der 1. Bundesliga bald Geschichte?
Julius Frick/dpaDas Gespräch mit der Bürgermeisterin am 8. Oktober 2026 habe er als sehr konstruktiv und auf Augenhöhe wahrgenommen. Beide Seiten hätten für ein gegenseitiges Verständnis geworben. Es seien allerdings keine Zusicherungen für ein Entgegenkommen gemacht worden. „Es ist Bereitschaft signalisiert worden, dass man im Hintergrund nochmal ins Gespräch gehen möchte“, sagt er. „Die Entscheidung treffen am Ende die Stadtverordneten.“
Stadtsprecherin Kunipatz bestätigt lediglich, dass das Gespräch stattgefunden hat. Zu Details oder einem möglichen Ergebnis äußert sie sich nicht und verweist auf die Abstimmung der Stadtverordneten am Montag.
Stadtverordnete aus Königs Wusterhausen zur Sportförderung
Der Fraktionsvorsitzende der Linken, Michael Wippold, steht dem Schreiben von Westphal kritisch gegenüber. „Entscheidend ist, miteinander im Gespräch zu bleiben und auf Brandbriefe, Drohgebärden und vergleichbare Machtspiele zu verzichten.“ Die Stadt habe das Engagement der Netzhoppers gewürdigt, stehe inzwischen aber vor „existenziellen Herausforderungen“, so Wippold.
„Vor diesem Hintergrund halten wir die Streichung städtischer Mittel für einen professionell und damit kommerziell ausgerichteten Verein wie die Netzhoppers zwar nicht für wünschenswert, aber für angemessen.“ Der Schwerpunkt liege derzeit auf der Sicherung des Breitensports, der Absicherung des Jugendsports und dem Erhalt von Sportanlagen.
„Ich habe immer Verständnis dafür, wenn Geld in den Jugendsport und den Erhalt der Sportinfrastruktur fließt. Das ist wichtig und notwendig“, sagt Westphal. Der Breitensport sollte seiner Meinung nach aber nicht gegen den Leistungssport ausgespielt werden. „Beides bedingt sich auch. Die Kinder eifern Athleten nach, die tolle Leistungen bringen. Wir brauchen beides dringend.“
Das Gespräch mit der Bürgermeisterin als Hoffnungsschimmer
Der Fraktionsvorsitzende der CDU, Christian Lazarus-Möbus, äußert sich am Telefon zu dem Schreiben von Dirk Westphal und der bevorstehenden Abstimmung. „Die haben einen Geschäftsplan, der auf Kante genäht ist und wenn das Geld wegfällt, dann gibt es nun mal dramatische Ergebnisse“, sagt er. „Ich persönlich spreche mich gegen eine Kürzung aus.“ Es müsse sichergestellt werden, dass das Geld dem Profisport zur Verfügung steht. „Gerade jetzt, kurz vor dem Start der Saison, geht sowas überhaupt nicht. Da sind ja Planungen über Monate gelaufen und dann kommt die Verwaltung mit so einer Idee um die Ecke.“
Auch falls die Kürzungen nicht ganz so hoch ausfallen, würde es laut Westphal schwierig. Die Netzhoppers hätten es nicht geschafft, Rücklagen zu bilden. „Man müsste sich im Einzelfall anschauen, ob es möglich wäre, weiter in der Bundesliga bleiben“, sagt er. „Das ist mein Wunsch und meine Zielsetzung und auch, dass ich weiter Verantwortung übernehme“, sagt er. Das erste Gespräch mit der Rathaus-Spitze sei ein „Hoffnungsschimmer“.
Die neue Saison in der Volleyball-Bundesliga startet für die Netzhoppers mit einem Heimspiel am 21. Oktober. Zuvor sind sie im Ligacup gefordert.


