Netzhoppers Königs Wusterhausen
: Preise für Tickets und Merchandise steigen

Die Stadtverordneten von Königs Wusterhausen haben entschieden, die Netzhoppers mit 10.000 Euro weniger zu fördern. Geschäftsführer Westphal erklärt, was das für die Zukunft des Vereins bedeutet.
Von
Maria Häußler
Königs Wusterhausen
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Netzhoppers-Geschäftsführer Dirk Westphal

Netzhoppers-Geschäftsführer Dirk Westphal erklärt, warum er persönlich gescheitert ist. Wird der Verein weiter in der 1. Bundesliga spielen?

Andreas Gora/dpa
  • Stadt kürzt Förderung: weiter 80 Prozent, aber maximal 40.000 Euro statt 50.000.
  • Netzhoppers rechnen mit Lücke von 5.000 Euro jetzt, künftig voraussichtlich 10.000.
  • Reaktion bis Jahresende: Tickets und Merchandise je zwei Euro teurer – weniger Freikarten.
  • Nachfrage könnte sinken, Verein prüft Einnahmen und warnt vor mehr Ehrenamtslast.
  • Westphal akzeptiert Entscheidung, bietet notfalls Gehaltsverzicht an und stellt sein Amt in Aussicht.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Volleyballmannschaft Netzhoppers aus Königs Wusterhausen spielt in der 1. Bundesliga. Darauf ist man in der Stadt mächtig stolz. Dennoch haben die Stadtverordneten am 12. Oktober 2026 entschieden, die Förderung der Personalkosten von Spitzensportvereinen zu kürzen. Dirk Westphal, Geschäftsführer der Netzhoppers, nimmt am Tag nach der Entscheidung in einem ausführlichen Schreiben per Mail Stellung.

Bislang hat die Stadt Personalkosten im Spitzensport bis zu 80 Prozent und mit bis zu 50.000 Euro in der 1. Bundesliga gefördert. Doch weil die Stadtkassen leer sind, wollte die Verwaltung die Förderung ab 1. Januar 2027 auf 50 Prozent und maximal 40.000 Euro senken. Das Ergebnis der Abstimmung ist, dass weiterhin 80 Prozent, allerdings nur bis zu maximal 40.000 Euro gefördert werden.

Dirk Westphal teilt zunächst mit, dass er die demokratische Entscheidung akzeptiere. „Das Zustandekommen der Entscheidung empfinde ich allerdings als sehr irritierend.“ Wegen mehrerer Änderungsanträge beschreibt er die Situation als „unübersichtlich“, selbst ihm sei es schwergefallen zu erkennen, worüber gerade abgestimmt wurde.

Zuschauer in Königs Wusterhausen müssen mehr bezahlen

Westphal möchte sich dennoch ausdrücklich bei den Fraktionen bedanken, die Änderungsvorschläge eingebracht und so eine noch stärkere Kürzung verhindert hätten.

Speckgürtel

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Konkret ergebe sich für die aktuelle Saison eine Finanzierungslücke von 5.000 Euro. Für die kommenden Spielzeiten würde die Lücke voraussichtlich bei 10.000 Euro liegen. „Bei gesamten Personalkosten von etwa 61.000 Euro im Jahr 2026, verteilt auf vier Stellen, ist das für uns keine marginale Größe. Wir müssen daher konkrete Maßnahmen ergreifen, um diese Lücke kurzfristig und mittelfristig zu schließen.“

Als Reaktion auf die Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung würden die Preise für Eintrittskarten und Merchandisingartikel bis Ende des Jahres um jeweils zwei Euro erhöht. Gleichzeitig werde die Freikartenpolitik deutlich eingeschränkt. „Das fällt uns nicht leicht, da wir wissen, dass dadurch insbesondere Menschen mit geringerem Einkommen die soziale Teilhabe und der Besuch unserer Spiele erschwert werden können.“

„Im äußersten Fall würde ich auf mein Gehalt verzichten und die laufende Saison ehrenamtlich als Geschäftsführer zu Ende führen.“
Dirk Westphal
Geschäftsführer der Netzhoppers

Es sei durchaus möglich, dass wegen der Preissteigerung die Nachfrage sinke. Der Verein will in den kommenden Monaten beobachten, ob die teureren Tickets tatsächlich zu höheren Einnahmen führen. Falls die Finanzierungslücke nicht geschlossen werden könne, wären personelle Konsequenzen nötig, was mehr Arbeit für die ehrenamtliche Basis bedeute.

Persönliches Scheitern bei den Netzhoppers

Westphal sagt aber auch, dass er keinen Mitarbeiter kündigen werde. „Im äußersten Fall würde ich auf mein Gehalt verzichten und die laufende Saison ehrenamtlich als Geschäftsführer zu Ende führen“, sagt er. „Mit dem Ende der Saison würde ich meine Position dann allerdings zur Verfügung stellen.“ Ob die Netzhoppers langfristig weiter in der 1. Bundesliga spielen, liege dann nicht mehr in seiner Hand.

In einem Brandbrief an die Stadtverordneten in Königs Wusterhausen hatte Dirk Wesphal im September angekündigt, die Netzhoppers vom Spielbetrieb in der Bundesliga abzumelden, falls die geplanten Kürzungen umgesetzt würden. Zudem werde er in diesem Fall als Geschäftsführer nicht mehr zur Verfügung stehen.

Der Geschäftsführer spricht von einem „persönlichen Scheitern“. Er habe gelernt, dass man sich so weit wie möglich unabhängig machen müsse. Das sei ihm nicht ausreichend gelungen, trotz der großen Erfolge in der vergangenen Saison.

Westphal hofft auf zusätzliche Sponsoren. Und darauf, dass die Zuschauer die Netzhoppers trotz gestiegener Preise unterstützen.