Radwege in Königs Wusterhausen
: Die Strecke vom Bahnhof bis Zeesen im Test

Damit Menschen vom Auto aufs Rad umsteigen, benötigt eine Stadt gute Radwege. Wie ist das in Königs Wusterhausen? Gibt es die schon? MOZ.de ist in alle Ortsteile geradelt.
Von
Marlene Wetzel
Königs Wusterhausen
Jetzt in der App anhören
Keine freie Fahrt: Auf dem Radweg vom Bahnhof Königs Wusterhausen zum Bahnhof Zeesen stehen häufig Autos, die darauf warten, auf die Straße abbiegen zu können.

Keine freie Fahrt: Auf dem Radweg vom Bahnhof Königs Wusterhausen zum Bahnhof Zeesen stehen häufig Autos, die darauf warten, auf die Straße abbiegen zu können.

Marlene Wetzel
  • Test der Route Bahnhof Königs Wusterhausen nach Zeesen: 3,9 km, etwa 13 Minuten.
  • Radwege oft lückenhaft, Markierungen enden abrupt, teils nur Gehwege „Rad frei“.
  • Kreuzung Eichenallee/Schloßstraße/Luckenwalder Straße/Cottbusser Straße ohne Führung.
  • Vor und nach beiden Bahnhöfen fehlt klare Radführung, Beschilderung teils nicht sichtbar.
  • Autos blockieren häufig Wege, besonders an Märkten und Haltestellen – Überholen wird eng.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Königs Wusterhausen ist eine Pendlerstadt: Laut Mobilitätskonzept der Stadt pendeln rund 14.000 Menschen täglich nach KW rein und rund 8.800 aus KW raus. Häufig fahren Letztere aus den Ortsteilen mit dem Auto zum Bahnhof, um dort den Zug nach Berlin zur Arbeit zu nehmen. Doch Parkplätze sind in der KWer Innenstadt ein rares Gut.

Warum fahren also nicht mehr Leute mit dem Rad zum Bahnhof? MOZ.de hat die Fahrradwege in die Ortsteile getestet – dieses Mal vom Bahnhof nach Zeesen und zurück.

Dabei haben wir hauptsächlich darauf geachtet, ob die Radwege vom Auto- und Fußverkehr getrennt und geschützt sind, ob Radfahrer sich sicher fühlen können, ob das Radwegenetz dicht und lückenlos ist und ob es sich in einen Ortsteil bequem fahren lässt.

Situation vor KWer Bahnhof für Radfahrer brenzlig

Laut App sind es vom Bahnhof Königs Wusterhausen bis zum Bahnhof Zeesen über die Maxim-Gorki-Straße, die Eichenallee, die Cottbusser Straße und die Karl-Liebknecht-Straße mit dem Fahrrad 3,9 Kilometer und es dauert 13 Minuten.

Richtung Zeesen beginnt der Radweg vor dem Bahnhof erst „hinter“ der Bahnhofstraße. Radfahrer teilen sich hier auf der Maxim-Gorki-Straße, durch Markierungen auf dem Boden angezeigt, mit den Autos eine Fahrbahn. Das Tempo ist auf 30 km/h begrenzt. Es ist eng hier, da Busse, die hier Pause machen, einen Teil der Straße einnehmen.

Von Zeesen aus kommend gibt es mit Beginn der Maxim-Gorki-Straße gar keinen Radweg mehr vor dem Bahnhof. Stadtauswärts gibt es zwar einen, aber nur per Markierungen auf der Straße gekennzeichnet. Dicht an dicht drängeln sich die Autos hier entlang.

Von Zeesen aus kommend gibt es mit Beginn der Maxim-Gorki-Straße gar keinen Radweg mehr vor dem Bahnhof. Stadtauswärts gibt es zwar einen, aber nur per Markierungen auf der Straße gekennzeichnet. Dicht an dicht drängeln sich die Autos hier entlang.

Marlene Wetzel

Hinter der Kurve ist der Radweg nicht nur durch eine Markierung gekennzeichnet, sondern auch durch rote Pflastersteine. Diese Kennzeichnung endet jedoch einige hundert Meter weiter plötzlich wieder: An der Kreuzung Eichenallee/Karl-Marx-Straße, gibt es sowohl stadtauswärts als auch einwärts keinen Radweg. Danach ist er wiederum mit den roten Pflastersteinen, jetzt aber ohne Markierung wie zuvor, gekennzeichnet.

Neuralgischer Punkt: die Kreuzung Eichenallee/Cottbusser Straße

Hundert Meter weiter befindet sich stadtauswärts fahrend die nächste Kreuzung. Hier trifft die Eichenallee auf die Schloßstraße, die Luckenwalder Straße und die Cottbusser Straße. Während die Autos an der Ampel warten, stehen einige an diesem Donnerstagmorgen (20.8.) auf dem Radweg.

Autos und Busse stehen an der Kreuzung Eichenallee/Cottbusser Straße/Luckenwalder Straße/Schloßstraße auf dem Radweg, während sie auf die grüne Ampel warten.

Autos und Busse stehen an der Kreuzung Eichenallee/Cottbusser Straße/Luckenwalder Straße/Schloßstraße auf dem Radweg, während sie auf die grüne Ampel warten.

Marlene Wetzel

Dann endet auch hier die Radführung wieder: Auf der Kreuzung selbst gibt es etwa weder Markierungen, noch Piktogramme oder aufgewertete Radaufstellstreifen für links, in die Cottbusser Straße abbiegende Räder. Radfahrer müssen sich in die Autos einordnen, um dann entweder weiter ohne Radweg auf der Straße zu fahren oder auf dem Gehweg, der auch für Fahrräder frei ist.

Auf der Kreuzung Eichenallee/Cottbusser Straße/Luckenwalder Straße/Schloßstraße gibt es keine Radverkehrsführung. Radfahrer können nicht sicher sein, wie und wo sie die Kreuzung passieren.

Auf der Kreuzung Eichenallee/Cottbusser Straße/Luckenwalder Straße/Schloßstraße gibt es keine Radverkehrsführung. Radfahrer können nicht sicher sein, wie und wo sie die Kreuzung passieren.

Marlene Wetzel

Dabei bleibt es dann auch ein gutes Stück. Nämlich bis zum Netto an der Kreuzung Cottbusser Straße/Goethestraße. Radfahrer, die auf dem Gehweg fahren, werden an der Absperrung für Fußgänger vorbei, auf die Straße und über die Kreuzung geleitet. Und dann, gleich vor der Bushaltestelle und dem Ortseingangsschild von Zeesen, wieder auf den gemeinsamen Geh- und Radweg.

An der Kreuzung Cottbusser Straße/Goethestraße werden Radfahrer an den Absperrungen für Fußgänger vorbei auf die Straße und wieder zurück auf den Geh- und Radweg geleitet.

An der Kreuzung Cottbusser Straße/Goethestraße werden Radfahrer an den Absperrungen für Fußgänger vorbei auf die Straße und wieder zurück auf den Geh- und Radweg geleitet.

Marlene Wetzel

Relativ unproblematisch geht es dann, vorbei an vielfältigen Fachmarktzentren, so weiter bis zum Ortsausgangsschild. Ist tatsächlich ein Fußgänger unterwegs, wird es jedoch eng beim Überholen. Der Weg ist in weiten Teilen circa zwei Meter breit. Ab der Kreuzung Karl-Liebknecht-Straße/August-Bebel-Straße fahren dann auch noch die Radfahrer, die stadteinwärts unterwegs sind, auf dem Weg mit. Was auffällt: Immer wieder stehen Autos, die von den Parkplätzen der Geschäfte auf die Straße biegen wollen, auf dem Radweg und zwingen Räder zum Anhalten. Genauso stadteinwärts.

Auf dem Weg zurück fällt vor allem auf, dass es keine Radverkehrsführung vom Bahnhof Zeesen Richtung Innenstadt gibt. Radfahrer, die vom Bahnhof mit dem Rad in die Innenstadt fahren möchten, würden intuitiv wohl nach rechts auf die Straße biegen. Denn das Schild, das ihnen anzeigt, dass sie Richtung Innenstadt auf dem Radweg der gegenüberliegenden Seite fahren müssen, ist nicht zu sehen.

Wer vom Bahnhof Zeesen aus kommt (rotes Kreuz), kann das Schild, dass Radfahrer auf dem Gehweg fahren müssen – und zwar auf der „falschen Seite“ –, nicht sehen.

Wer vom Bahnhof Zeesen aus kommt (rotes Kreuz), kann das Schild, dass Radfahrer auf dem Gehweg fahren müssen – und zwar auf der „falschen Seite“ –, nicht sehen.

Marlene Wetzel

An der Kreuzung Karl-Liebknecht-Straße/August-Bebel-Straße werden Radfahrer stadteinwärts dann  wieder auf die „richtige Seite“ geleitet und dürfen ab da auf dem Gehweg oder der Straße fahren. In weiten Teilen ist der Gehweg hier ungefähr zwei Meter breit. Wenn Fußgänger oder etwa Seniorenmobile überholt werden wollen, wird es eng.

Die Situation bleibt unverändert bis zur Kreuzung Eichenallee/Schloßstraße/Luckenwalder Straße/ Cottbusser Straße. Auch in diese Fahrtrichtung fehlt die Radverkehrsführung über die Kreuzung, wie schon auf dem Hinweg. Rechts um die Ecke wieder auf die Eichenallee gebogen, beginnt plötzlich wieder der rot gepflasterte Radweg. Auf dieser Seite, im Gegensatz zur anderen Seite, sogar mit einer verblichenen Markierung, bis zur Kreuzung Karl-Marx-Straße. Wie auch schon stadtauswärts hört er an der Kreuzung abrupt auf, um danach wieder anzufangen.

Kurz hinter der Kurve, wo die Eichenallee auf die Maxim-Gorki-Straße trifft, endet der Radweg plötzlich wieder. Von nun an gibt es auf dieser Seite bis zum Bahnhof, vorbei an den wartenden Bussen, da, wo es besonders eng ist, gar keinen Radweg mehr.

Fazit: Nach Zeesen fährt es sich, verglichen mit Radwegen in andere Ortsteile, angenehm. Nichtsdestotrotz ist das Radfahren auch hier nicht unbedingt bequem: Man wird ausschließlich über Gehwege mit „Rad frei“‑Regelungen geleitet und permanent stehen Autos im Weg. Hinzu kommen neuralgische Punkte wie die Kreuzung Eichenallee/Schloßstraße/Luckenwalder Straße/Cottbusser Straße, die Radführung vor dem Bahnhof Zeesen und die Situation vor dem Bahnhof Königs Wusterhausen selbst.

Ausblick: Ob und wo Verbesserungen auf den Radwegen geplant sind, stellen wir am Ende unseres Tests in einem eigenen Artikel zusammen.

MOZ.de testet die Radwege zum Bahnhof KW - alle Serien-Teile im Überblick

1. Die allgemeine Radwege-Situation in der Stadt

2. Vom Bahnhof über Niederlehme nach Wernsdorf

3. Vom Bahnhof nach Zernsdorf und Kablow

4. Vom Bahnhof nach Deutsch Wusterhausen und Diepensee

5. Vom Bahnhof nach Zeesen

6. Vom Bahnhof nach Senzig

7. Die Radstrecken in der Innenstadt

8. Ausblick: An welchen Stellen es Verbesserungen geben könnte

Sind Sie auch mit dem Fahrrad in KW oder den Ortsteilen unterwegs? Was erleben sie dort, wo geht es gut voran, wo liegen Probleme? Schreiben Sie uns an: Marlene.Wetzel@moz.de