Besonderer Anflug auf BER
: Darum begleiten Kampfflugzeuge diese Boeing 777 zum Flughafen

Eine Boeing 777 ist im Anflug auf den Flughafen BER von zwei Kampfflugzeugen begleitet worden. Das sind die Hintegründe.
Von
Till Eichenauer
Schönefeld
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Die Boeing 777 am Donnerstagnachmittag mit dem Scheich der Emirate an Bord, begleitet von zwei Eurofightern. Aufgenommen in Erkner.

Diese Boeing 777 ist im Anflug auf den Flughafen BER, begleitet von zwei Eurofightern. Aufgenommen in Erkner.

Christian Heinig
  • Scheich Mohammed Bin Zayed landete in einer Boeing 777 am Flughafen BER am Donnerstagnachmittag.
  • Zwei Eurofighter begleiteten die Maschine, was in Erkner und Umgebung deutlich zu hören war.
  • Thema der Berlin-Reise ist auch: Lizenzen für Emirates-Flüge nach Berlin.
  • Emirates fliegt bisher Frankfurt, München, Düsseldorf und Hamburg – BER bleibt umkämpft.
  • Deutsche Politik blockt zum Schutz der Lufthansa, konkrete Vereinbarungen fehlen bislang.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Boeing 777 ist eines der größten Verkehrsflugzeuge überhaupt und bietet je nach Variante Platz für bis zu rund 550 Passagiere. Am Donnerstagnachmittag (9.9.) gegen 15 Uhr landete die Maschine mit ihren knapp 65 Metern Spannweite am Flughafen BER. Für die Anwohner in Erkner, Eichwalde und Schulzendorf kaum zu überhören, weil zwei Eurofighter der Bundeswehr das Flugzeug begleiteten.

Der Grund für die donnernde Eskorte: An Bord des mächtigen Flugzeugs saß Scheich Mohammed Bin Zayed Al Nahyan, Staatspräsident der Vereinigten Arabischen Emirate. Bislang fliegt keine Airline den Flughafen BER regelmäßig mit einer Boeing 777 an. Vergleichbar sind lediglich die größeren Maschinen vom Typ Airbus A350, mit denen Qatar Airways die Linie Berlin–Doha bedient.

Um das zu ändern und ihren Nachbarn am Golf auch am Himmel über Berlin Konkurrenz zu machen, ist wohl einer der Gründe, warum Scheich Mohammed Bin Zayed nun in Berlin ist.

Emirates will Fluglizenzen am Flughafen BER in Berlin

Bei den Gesprächen auf höchster Ebene zwischen dem Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate und Bundeskanzler Friedrich Merz soll es unter anderem um die Lizenzen für Flüge nach Berlin gehen. Bislang fliegt die Airline mit Sitz in Dubai nur nach Frankfurt, München, Düsseldorf und Hamburg. Seit den 1990er-Jahren bemüht sich Emirates aber um einen weiteren Flughafen in Deutschland – am liebsten den BER in Schönefeld.

Eine Boeing 777 der Fluglinie Emirates aus Dubai landet am Mittag um 13.26 Uhr am Flughafen Düsseldorf. Die Reform eines gemeinsamen europäischen Asylsystems bringt eine spezielle Flüchtlingseinrichtung für Einreisen über Flughäfen auch nach Düsseldorf. (zu dpa: «Neues «Asylgrenzzentrum» am Düsseldorfer Flughafen») +++ dpa-Bildfunk +++

Eine Boeing 777 der Fluglinie Emirates im Anflug. Bislang fliegt die große Passagiermaschine nicht regelmäßig zum Flughafen BER. (Symbolbild)

picture alliance/dpa/Christoph Reichwein

Bislang stellt sich die deutsche Politik aber dagegen. Hintergrund ist es vor allem, die heimischen Fluggesellschaften, vordergründig die Lufthansa, vor Konkurrenz aus der Golfregion zu schützen. Inwieweit der Besuch von Scheich Mohammed Bin Zayed bei Kanzler Merz daran etwas ändern kann, werden die kommenden Tage zeigen.

Tim Clark, Chef der Fluggesellschaft Emirates, hatte bereits im Juni angekündigt, jeden Tag eine Boeing 777 von Berlin nach Dubai schicken zu wollen. Konkrete Vereinbarungen dazu gibt es aber bislang nicht.

Einen Dämpfer in Richtung Vereinigte Arabische Emirate gab es zudem kurz vor dem Besuch des Scheichs vom Fraktionsvize der SPD im Bundestag, Armand Zorn: „Bevor wir zusätzliche Marktzugänge schaffen, müssen wir genau prüfen, unter welchen Bedingungen der Wettbewerb stattfindet und welche Auswirkungen das auf unsere Unternehmen und Beschäftigten hat.“

Um immer wieder auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen, scheut Emirates keine Mühen. Seit vielen Jahren fliegt die Airline ihr Flaggschiff, den Airbus A380, zur Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung nach Schönefeld. Das weltweit größte Passagierflugzeug zieht dort regelmäßig zehntausende Besucher an.

Eine dauerhafte Präsenz von Emirates am BER dürfte Fernreisende und Planespotter am BER freuen – die Anwohner rund um den BER wohl weniger. Schon jetzt sind die großen Maschinen von Qatar Airways eine Lärmbelastung.