Bürgermeisterwahl in Glienicke 2025
: Das machen die Kandidaten für den Klimaschutz

Zur Bürgermeisterwahl 2025 in Glienicke treten eine Frau und fünf Männer an. Das machen die Kandidaten persönlich gegen den Klimawandel.
Von
Jürgen Liebezeit
Glienicke
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Sommerwetter - Schwerin: 14.08.2025, Mecklenburg-Vorpommern, Schwerin: Vor einem wolkenlosen blauen Himmel zeigt ein Außenthermometer in einem Garten bereits am Vormittag über 30 Grad Lufttemperatur an. Auch für die kommenden Tage hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) für Norddeutschland weiterhin Sonne und Temperaturen bis zu 38 Grad angekündigt. Foto: Jens Büttner/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Temperaturen über 30 Grad Celsius sind heute im Sommer in Deutschland keine Seltenheit mehr. Die Zunahme solche Extreme wird auf den Kliamwandel, der auch vor Glineicke nicht halt macht, zurückgeführt.

Jens Büttner/dpa
  • Bürgermeisterwahl in Glienicke findet am 21. September 2025 statt, Stichwahl am 12. Oktober möglich.
  • Sechs Kandidaten (1 Frau, 5 Männer) treten an; Amtsinhaber Dr. Oberlack scheidet altersbedingt aus.
  • Kandidaten äußern sich zu persönlichem Klimaschutz: von Baumpflanzungen bis Energieeffizienz.
  • Glienicke spürt Folgen des Klimawandels, z. B. heiße Sommer und Starkregenereignisse.
  • Fast 10.000 Einwohner sind wahlberechtigt; Briefwahl im Einwohnermeldeamt möglich.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der weltweite Klimawandel zeigt sich in den vergangenen Jahrzehnten unter anderem in der Zunahme von heißen Temperaturextremen, dem stetigen Anstieg des Meeresspiegels und der Zunahme von Starkregenereignissen. Die Veränderungen des Klimas sind auch in Glienicke zu spüren. Deshalb ist jeder einzelne gefragt, seinen persönlichen Beitrag gegen die weitere globale Erwärmung zu leisten.

Wir haben deshalb im Vorfeld der Bürgermeisterwahl in Glienicke am 21. September 2025 direkt bei den Kandidaten Mario Eberhardt (Einzelbewerber), Michael Breier (Einzelbewerber), Uwe Klein (SPD), Lydia Neilson (B90/Grüne), André Spannemann (AfD) und Arno Steguweit (CDU) nachgefragt, was sie persönlich zum Schutz des Klimas tun. Alle wurden gebeten, mindestens ein konkretes Beispiel zu nennen.

Alle sechs Befragten haben 600 Zeichen Platz für ihre Antwort bekommen. Daran haben sich alle gehalten. Die schriftlichen Antworten veröffentlichen wir nacheinander in alphabetischer Reihenfolge der Nachnamen.

Bürgermeisterwahl in Glienicke: Das machen die Kandidaten

Mario Eberhardt (Einzelbewerber): Einen Baum pflanzen, das sollte auch jeder andere Glienicker machen. Das ist bester Klimaschutz und stärkt den grünen Charakter Glienickes. Durch Stürme sind schon viele Bäume in Glienicke verloren gegangen. Zeit wieder aufzuforsten im eigenen Garten oder auch auf Gemeindeland. Besonderes Augenmerk würde ich bei der Begrünung von Gemeindeland auf das Pflanzen von Obstbäumen und Obststräuchern legen.

Michael Breier (Einzelbewerber): Neben alltäglichen Maßnahmen wie der Einhaltung der Mülltrennung und dem bewussten Umgang mit Wasser und Strom setze ich mich aktiv gegen die Wegwerfkultur ein. Ein nachhaltiger Lebensstil begeistert mich, da er nicht nur einfach umzusetzen ist, sondern auch ein enormes Einsparpotenzial bietet. Besonders wichtig ist mir ein attraktiver Nahverkehr, der umweltfreundliche Mobilität erleichtert und Autofahrten reduziert. Selbstverständlich sollten wir den nachfolgenden Generationen die gleichen – wenn nicht sogar besseren – Möglichkeiten eröffnen.

Uwe Klein (SPD): Der wichtigste Umweltschutz ist Verzicht. Umweltschädliches Verhalten zu vermeiden, ist sinnvoller, als es zu kompensieren. Beispiel Wohnen: Wir wohnen auf 68 Quadratmetern in einem Mehrfamilienhaus. Der Stromverbrauch unseres Haushalts liegt – nicht zuletzt durch energiesparende Geräte – bei unter 1100 Kilowattstunden im Jahr. Beispiel Mobilität: Mit einem Deutschlandticket nutze ich Bus und Bahn. Unser 15 Jahre altes Auto haben wir kürzlich durch einen Hybrid ersetzt. Wichtig ist, sich bewusst zu sein, welche Auswirkungen das eigene konkrete (Konsum-)Verhalten auf die Umwelt hat.

Lydia Neilson (B90/Grüne):  Ich unterstütze den lokalen Gemüseanbau in einer solidarischen Landwirtschaft gleich um die Ecke auf den Stolper Feldern, die sich auch für Artenvielfalt einsetzt, indem 50 Prozent der Fläche der Natur überlassen wird. Damit isst man automatisch saisonal und regional und konsumiert gleichzeitig weniger Fleisch, außerdem entfallen Verpackung und Transportwege. Wenn möglich, reise ich mit der Bahn, anstatt zu fliegen oder fahre mit dem Fahrrad statt mit dem Auto. Ich gieße den Straßenbaum vor meiner Tür und begrüne die Flächen um unsere Wohnung mit dem Artenschutz im Blick.

Fragen und Antworten zur Bürgermeisterwahl 2025 in Glienicke

Bislang sind drei Fragen, die wir allen Kandidaten zur Bürgermeisterwahl 2025 gestellt haben, beantwortet worden:

19. August 2025: So viel investieren die Kandidaten in Wahlkampf

21. August 2025: Visionen für 2030 – davon träumen die Kandidaten

26. August 2025: Wie ist die Stimmung im aktuellen Wahlkampf?

André Spannemann (AfD): Klimaschutz ist für mich tägliche Praxis – in meiner Firma und künftig auch als Bürgermeister. Mein Ziel: mehr Bäume in unserer Gemeinde pflanzen, um Klima und Lebensqualität nachhaltig zu stärken. Der Naturcharakter Glienickes soll bewusst erhalten bleiben. Dafür möchte ich die Abteilung Baumschutz personell aufstocken. Denn nur mit einem starken Bewusstsein für unsere Natur, sichern wir den ökologischen Erhalt und machen Glienicke fit für eine grüne und lebenswerte Zukunft, die auch für zukünftige Generationen gesichert ist.

Arno Steguweit (CDU):

Ich achte persönlich im Alltag auf Klimaschutz, zum Beispiel durch sparsamen Energieeinsatz, eine Erdwärmepumpe mit Bodensonden und die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel, wo möglich. Als Bürgermeister will ich erneuerbare Energien in Glienicke ausbauen, etwa PV-Anlagen auf öffentlichen Gebäuden, und die Energieeffizienz kommunaler Liegenschaften verbessern. Förderprogramme für private Investitionen sollen bekannter werden. Wichtig ist mir auch der Erhalt unseres wertvollen Baumbestands, der zu Lebensqualität und Klimaresilienz beiträgt

Bürgermeisterwahl in Glienicke: fünf Männer und eine Frau wolle die Verwaltung im Rathaus von Glienicke führen: (obere Reihe v.l.n.r.) Arno Stugeweit (CDU), Uwe Klein (SPD),Michael Breier (Einzelbewerber), Lydia Neilson (B90/Grüne),  André Spannemann (AfD) und Mario Eberhardt (Einzelbewerber).

Bürgermeisterwahl in Glienicke: fünf Männer und eine Frau wollen künftig die Verwaltung im Rathaus von Glienicke führen: (obere Reihe v.l.n.r.) Arno Steguweit (CDU, Foto: Jürgen Liebezeit), Uwe Klein (SPD, Foto: Jürgen Liebezeit), Michael Breier (Einzelbewerber, Foto: Jürgen Liebezeit), Lydia Neilson (B90/Grüne, Foto: Maren Schulz Photography), André Spannemann (AfD, Foto: Hardy Ruß/Fotocenter Frohnau) und Mario Eberhardt (Einzelbewerber, Foto: Lara Eberhardt) (Rest v.l.n.r.). Jeder hat seine eigene Strategie für den Klimaschutz vor Ort.

Collage: Jürgen Liebezeit

Amtsinhaber Dr. Oberlack tritt aus Altergründen nicht mehr an. Seine Amtszeit endet im Februar 2026. Er ist seit 2010 im Amt und setzte sich im Oktober 2017 in einer Stichwahl gegen Uwe Klein (SPD) deutlich durch.

In Glienicke sind am 21. September fast 10.000 Einwohner wahlberechtigt. Die Wahllokale sind von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Eine mögliche Stichwahl findet am 12. Oktober statt. Die Briefwahl kann nach dem Erhalt der Wahlbenachrichtigungen auch persönlich im Einwohnermeldeamt (Neues Rathaus, Haus 21) zu den regulären Sprechzeiten beantragt werden.