BVG-Streik in Berlin: Plant Verdi jetzt unbefristeten Warnstreik?

Ein Schild „Streik. U-Bahnen, Busse und Trams fahren nicht“ ist während des Warnstreiks der Gewerkschaft Verdi bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) am vergitterten Zugang zum U-Bahnhof Frankfurter Allee angebracht.
Soeren Stache/dpa- Verdi droht mit unbefristetem BVG-Streik in Berlin.
- U-Bahnen, Straßenbahnen und Busse betroffen.
- Ultimatum: mögliche Streiks innerhalb von 40 Tagen.
- BVG-Angebot: 15,3% mehr Lohn bis 2028; Verdi fordert mehr.
- Verhandlungen stagnieren, Pendler müssen mit weiteren Ausfällen rechnen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Für Pendler in Berlin ist es wieder ein anstrengender Start die Woche. Wegen eines erneuten Warnstreiks bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) fuhren bis Dienstagmorgen keine U-Bahnen, Straßenbahnen und nur wenige Busse. Inzwischen sind aber alle BVG-Fahrzeuge in Berlin wie gewohnt unterwegs, teilte das Verkehrsunternehmen am Vormittag mit.
Für die, die auf die Schiene angewiesen sind, ist erstmal keine Entwarnung in Sicht. Der nächste Verhandlungstag findet direkt nach dem zweiten eintägigen Warnstreik am Dienstag, 11. Februar, statt.
Streik in Berlin: bei BVG und Verdi sind die Fronten verhärtet
Doch die Fronten haben sich schon vorher weiter verhärtet. Am Montag übergaben bei einer Kundgebung der Gewerkschaft Ver.di Streikende eine Petition an die Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU). „In der Petition stellen sich 59,2 Prozent der rund 16.000 BVG-Beschäftigten hinter die Forderungen der Ver.di-Tarifkommission“, sagt Gewerkschaftssprecher Ralle Kunkel. „Sie kündigen ihre Bereitschaft an, für die Durchsetzung der Forderung auch länger in den Streik zu treten.“
So drohen also auch mehrtägige Streiks. „Mit der Petition wird ein 40-Tage-Ultimatum gestartet für einen möglichen unbefristeten Streik“, erklärt Kunkel auf Nachfrage. Im Laufe dieser 40 Tage könne es auch weiterhin zu einzelnen Streiks kommen.
Weil Verdi versprochen hat, jede Arbeitsniederlegung mindestens 24 Stunden vor Beginn anzukündigen, müssten Fahrgäste frühestens am Donnerstag (13.2.) mit einem neuen Streik rechnen.
Laut BVG-Vorstand kam schon der Warnstreik am Montag überraschend: „Die BVG hat keinerlei Verständnis (…)“, hieß es in einer Mitteilung. Denn bisher habe es keine inhaltliche Reaktion auf das konstruktive und ernsthafte Einstiegsangebot der BVG, das insgesamt 15,3 Prozent mehr Lohn vorsehe und beispielsweise für Fahrer und Fahrerinnen allein in diesem Jahr 8,5 Prozent mehr Gehalt bedeute, gegeben.
„Mit dem Warnstreik eskaliert die Gewerkschaft Ver.di auf dem Rücken der Fahrgäste, ohne auch nur eine Minute inhaltlich mit der BVG über das Angebot gesprochen zu haben“, hieß es in einer öffentlichen Mitteilung dazu.
BVG-Streik in Berlin: 15 Prozent mehr Gehalt
Die BVG hatte Ver.di wie vereinbart am 31. Januar ein Einstiegsangebot vorgelegt. Das Angebot sehe im ersten Schritt Lohnerhöhungen rückwirkend zum 1.1.2025 von durchschnittlich 6,9 Prozent vor, das Entgelt für Fahrer und Fahrerinnen werde um bis zu 8,5 Prozent angehoben, erklärt das Verkehrsunternehmen. „2026 und bis zum Ende der Laufzeit steigen das Gehalt aller Mitarbeitenden und die geforderten Zulagen jährlich um jeweils 2,5 Prozent.“
Laut BVG habe es in der Berliner Geschichte noch nie so ein hohes Einstiegsangebot in eine Verhandlungsrunde gegeben. Im Gegenzug verlange die BVG aber eine Laufzeit bis Ende 2028, die für die Planungssicherheit auf dem Weg zur notwendigen Stabilisierung des Unternehmens wichtig sei.
Verdi: 15 Prozent der BVG sind eine „Nebelkerze“
„Die angeblichen 15 Prozent Lohnerhöhung sind eine Nebelkerze. Wir brauchen ernsthafte Verhandlungen ohne Zahlenspielereien“, hält jedoch Ver.di-Verhandlungsführer Jeremy Arndt dagegen. Diese öffentlich aufgemachte Rechnung der BVG erwecke den Eindruck, ein großzügiges Angebot von über 15 Prozent Lohnsteigerung vorzulegen.
„Tatsächlich hatte die BVG für dieses Jahr jedoch gestaffelte Entgelterhöhungen von 2,5, 4,5 und 7 Prozent – abhängig von der Entgeltgruppe – angeboten. In den folgenden drei Jahren sollten die Gehälter jeweils um 2,5 Prozent steigen“, rechnet die Gewerkschaft ihrerseits vor.
Mit dem Angebot könnte die Inflation der letzten Jahre aber nicht ausgeglichen werden. Während die Preise seit 2021 um etwa 19 Prozent gestiegen sind, seien die Gehälter bei der BVG in diesem Zeitraum nur um 4,5 Prozent erhöht worden. „Für die Beschäftigten im Fahrdienst bedeutet das Angebot der BVG, dass sie sich von ihrem Tabellenentgelt 7,5 Prozent weniger leisten können als vor vier Jahren – das entspricht etwa 190 Euro“, betont Arndt.




