Am 28. April 2021 votierte die  Stadtverordnetenversammlung in Rathenow einstimmig, dass Rosemarie Köhn, frühere Bischöfin von Hamar in Norwegen, Ehrenbürgerin werden soll. Dem voraus gegangen war ein Antrag der SPD-Fraktion. Nun liegt die Urkunde zur Ehrenbürgerschaft vor. Nachdem Bürgermeister Ronald Seeger (CDU) und der Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung, Corrado Gursch (CDU), die Urkunde am Montag unterzeichnet hatten, präsentierten sie diese der Öffentlichkeit.

Durch Krankheiten geschwächt

Bürgermeister Seeger  hätte die Urkunde gern persönlich in Hamar überreicht. Wie aber aus dem Umfeld von Rosemarie Köhn verlautete, ist sie durch Krankheiten derart geschwächt, dass sie keine Besucher mehr empfangen könne. Die 1939 in Rathenow geborene Frau hätte sich aber sehr über diese hohe Ehre gefreut. Seeger entschied, dass die Urkunde auf dem Postweg zugestellt wird.

Bilderbuchkarriere als Theologin und Kirchengeschichte geschrieben

Rosemarie Köhn war noch ein Kind, als die Mutter 1946 nach Norwegen übersiedelte. Dort legte die Tochter eine Bilderbuchkarriere als Theologin hin. Letztlich war sie von 1993 bis 2006 die erste Frau im Bischofsamt in Norwegen und ganz Skandinavien und die dritte Frau weltweit in der Evangelischen Kirche. Damit hat Rosemarie Köhn Kirchengeschichte geschrieben. 2007 erschien eine Biografie über die vormalige Bischöfin in Norwegen, in der sie ihrer Geburtsstadt ein literarisches Denkmal setzte. Denn dieses Buch mit dem Titel „Rose“ wurde ein Bestseller.

Schon 2011 Eintrag ins Rathenower Ehrenbuch

Im November 2009 trat Rosemarie Köhn dem Förderkreis zum Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow  bei. 2011 durfte sie sich in das Ehrenbuch der Stadt Rathenow eintragen. Nach Erika Guthjahr (1916-2005) ist Rosemarie Köhn erst die zweite Frau, der in Rathenow die Ehrenbürgerschaft angetragen wurde.