An diesem Samstag, 23. Oktober 2021, liefert der Historische Friedhof am Weinberg in Rathenow wieder Geschichte und Geschichten. Der Memento e.V. lädt zu einer Führung mit Steinmetzmeisterin Christa Eißer ein. Los geht es um 13.00 Uhr am denkmalgeschützten Torhaus, das aus dem 18. Jahrhundert stammt.

Elisabeth von Plotho inspirierte Theodor Fontane

Der Friedhof wurde in den zurückliegenden fast drei Jahrhunderten für zahlreiche prominente Leute zur letzten Ruhestätte. Sogar eine Tante der Elisabeth von Plotho wurde dort begraben.
Das Eheleben der Nichte hatte im 19. Jahrhundert für Aufsehen gesorgt. Dichter Theodor Fontane wurde zu seinem Mitte der 1890er Jahre veröffentlichten Roman „Effi Briest“ inspiriert.

Im Jerichower Land geboren, Verlobung im Havelland

Elisabeth von Plotho, auch Else genannt, wurde 1853 in Zerben im Jerichower Land geboren.  Gern verbrachte sie Zeit bei der Tante, einer von Bredow, die im westhavelländischen Stechow lebte. Bei ihr muss es so schön gewesen sein, dass sich Else dort sogar am 7. Februar 1871 verlobt hatte.

Ehemann tötete seinen Rivalen

Elses Bräutigam war der fünf Jahre ältere Armand von Ardenne - ein schnittiger, zu der Zeit in Rathenow stationierter  Zieten-Husar. Die Hochzeit fand erst knapp zwei Jahre später statt. 1886 kam es zur Scheidung. Wie im Roman, so im wahren Leben: Die Ehefrau hatte eine Affäre, der Gatte war dahinter gekommen. Es folgte ein Pistolenduell mit dem Rivalen, der tödlich getroffen wurde.

Auf Südwestkirchhof in Stahnsdorf bestattet

Nach der Scheidung lebten die gemeinsamen Kinder beim Vater. Armand von Ardenne setzte seine militärsche Karriere fort, Elisabeth wechselte ins Gesundheitswesen. Sie hatte ein langes Leben, das 1952 in Lindau am Bodensee endete. Bestattet wurde die Frau aber auf dem Südwestkirchhof in Stahnsdorf (Teltow-Fläming).

Sabine Brauer plaudert an gedeckter „Literarischer Kaffeetafel“

 Viele Orte, an denen Elisabeth von Plotho bzw. Elisabeth (Baronin) von Ardenne lebte und wirkte, hat die aus Berlin stammende Sabine Brauer bereist. Sie gilt als fundierte Kennerin. Am 6. November wird Brauer im Torhaus des Historischen Friedhofs erwartet. Ab 15.00 Uhr plaudert sie an einer gedeckten „Literarischen Kaffeetafel“. Es gibt Kaffee und Kuchen und bestimmt Aufschluss darüber, ob es sich bei der in Rathenow bestatteten Tante der Elisabeth um die Frau aus Stechow handelt.