Sebastian Lodwig gehört seit etwa zehn Jahren dem SPD-Ortsverein Westhavelland  an. Dieser schickt ihn auf wichtige politische Mission. Der 36-Jährige ist nun offiziell nominierter Kandidat. Er bewirbt sich am 6. März 2022 um die Nachfolge des vorzeitig aus dem Amt scheidenden Bürgermeister Ronald Seeger (CDU). Der dann 65-Jährige hat am 31. Mai 2022 seinen letzten Arbeitstag. Bislang stand allein Corrado Gursch (CDU) als Kandidat fest. Ob die SPD überhaupt einen Bewerber stellen will, war bis zuletzt offen.

Lodwig von Vorstand und Fraktion vorgeschlagen

„Uns als Vorstand war es wichtig, dass der Bürgermeisterkandidat der SPD erst durch alle Rathenower Mitglieder offiziell gewählt wird, bevor darüber öffentlich diskutiert wird. Der Vorschlag von Vorstand und Fraktion ist Sebastian Lodwig“, so Co-Ortsvereinsvorsitzender Dennis Granzow vor der Kandidatenkür im Havelrestaurant Schwedendamm. „Sebastian Lodwig ist selbst Mitglied unseres Vorstands und seine Kandidatur ein Signal für einen Aufbruch, einen Neuanfang in der Stadt“, so Granzow weiter, der sich beruflich zu den Kollegen von Lodwig zählen kann. Beide haben mit dem Landkreis Havelland den selben Arbeitgeber. Granzow leitet das Dezernat VI (Jobcenter). Lodwig ist Chef des Feuerwehrtechnischen Zentrums (FTZ), das der Landkreis in Friesack betreibt.

Seit 2016 für den Landkreis Havelland tätig

Der in Rathenow geborene Kandidat ist gelernter Bankkaufmann. 2016 wechselte er als Sachbearbeiter in den Zivil- und Katastrophenschutz des Landkreises. Seit einem Jahr nimmt er die Aufgaben als Hauptsachbearbeiter Zivilschutz und wahr und leitet das FTZ. Bereits seit 2008 ist er ehrenamtliches Mitglied des Technischen Hilfswerks, seit 2012 als Ortsbeauftragter des Ortsverbands Rathenow.

Mitbegründer des Kinder- und Jugendparlaments in Rathenow

Am Beginn seiner politischen Vita (2002) steht das Kinder- und Jugendparlament (KiJuPa) der Stadt Rathenow, zu dessen Begründern Lodwig als damals 17-Jähriger zählte. Ab 2005 war er drei Jahre lang Vorsitzender des KiJuPa. In Kontakt mit der SPD kam er 2008, als er sich als Parteiloser und für die Sozialdemokraten erstmals und  auch erfolgreich um ein Stadtverordnetenmandat bewarb.

Mit 13 von 14 Stimmen zum Kandidaten gewählt

„Ich bin damals in die Kommunalpolitik gegangen, um zu versuchen, mich einzubringen, etwas zu verändern. Für die kommenden Jahre möchte ich die Chancen für Rathenow nutzen, die die Situation bietet, dass der Berliner Speckgürtel weiter in unsere Richtung wächst, ohne dabei die Gefahren aus dem Blick zu lassen. Dazu gehört die entsprechende Infrastruktur, ein stabiler Wohnungsmarkt, die entsprechende Kita- und Schullandschaft sowie die Ansiedlung weiterer Unternehmen mit attraktiven Arbeitsangeboten“, so Lodwig, der mit 13  von 14 Stimmen am Mittwoch zum SPD-Kandidaten gewählt wurde.

Unterstützung durch SPD-Bürgermeister

„Der Gewinn des Direktmandats durch unsere SPD-Kandidatin Sonja Eichwede bei ihrer ersten Kandidatur zur Bundestagswahl zeigt, dass ein Erfolg für die SPD auch in Rathenow möglich sein kann“, so SVV-Fraktionschef Hartmut Rubach. Für seinen Wahlkampf kann sich Sebastian Lodwig der Unterstützung durch die SPD-Bürgermeister in Premnitz und im Milower Land sowie durch die SPD-Landtagsabgeordnete Katja Poschmann sicher sein.

Am Freitag wird Diana Golze nominiert

Nach den Nominierungen von Corrado Gursch bei der CDU und Sebastian Lodwig bei der SPD ist am Freitag, 26. November 2021, die Partei Die Linke an der Reihe. Auch hier ist die Nominierung von Diana Golzte wohl nur eine Formalie, da auch sie innerparteilich einzige Bewerberin ist und daher die Rückendeckung von Linke-Stadtverband und -Stadtverordneten genießt.