GLG-Kliniken: Vertrauen verloren – Bruch zwischen Eberswalde und Prenzlau endgültig

Protest vor der GLG-Zentrale in Eberswalde. Beschäftigte und Vertreter von Gewerkschaft und Marburger Bund demonstrieren seit Dezember 2024 immer wieder und fordern den Erhalt der Krankenhäuser in Angermünde und Prenzlau. Am 28. April 2025 wird vor der Aufsichtsratssitzung erneut zur Demo aufgerufen.
Daniela Windolff- Streit um Krankenhäuser in der Uckermark eskaliert; Vertrauen in GLG-Geschäftsführung zerstört.
- Kreisverwaltung fordert Erhalt der Kliniken Prenzlau und Angermünde; Sanierungspläne gescheitert.
- Kündigungswelle von Ärzten und Pflegekräften; wirtschaftliche Instabilität der GLG MSZ Uckermark.
- Uckermark-Landrätin Karina Dörk will Austritt aus der GLG; Entscheidung am 30. April 2025.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Im nervenaufreibenden Hickhack um die Zukunft der Kliniken in Angermünde und Prenzlau zieht der Landkreis Uckermark als Mitgesellschafter der GLG nun endgültig die Reißleine. Das Vertrauen in die Geschäftsführung der GLG sei unheilbar zerstört, so Uckermark-Landrätin Karina Dörk.
Monatelang kämpfte die Uckermark als Minderheitsgesellschafterin der GLG (25,1 Prozent) entschlossen und mit allen Mitteln gegen die im Alleingang von der Geschäftsführung erstellten Sanierungspläne. Diese sahen u. a. die Schließung von Kliniken und Umwandlung stationärer in ambulante Strukturen in Angermünde und Prenzlau vor.
Die Geschäftsführung begründet diese Maßnahmen mit einer unzureichenden Finanzierung der Krankenhäuser bundesweit und sinkender Fallzahlen in fast allen Kliniken des GLG-Verbundes.
Um die Wirtschaftlichkeit der GLG zu sichern, seien umfassende Umstrukturierungen notwendig. Diese betreffen nach den Plänen der GLG-Spitze allerdings hauptsächlich und schmerzlich die Uckermark.
Forßmann-Klinik Eberswalde hat eine Million Euro Schulden
Nach Informationen der Kreisverwaltung Uckermark wies die GLG MSZ Uckermark gGmbH, zu der die Krankenhäuser Angermünde, Prenzlau und die Wohnstätten Criewen gehören, ein Minus von knapp 40.000 Euro aus (Stand 30.9. 2024), verursacht vor allem durch das Krankenhaus Prenzlau.
Das Werner Forßmann Klinikum Eberswalde wies mit selbem Stichtag sogar eine negative Ergebnisprognose von rund 1 Million Euro aus. „Aus den bislang vorliegenden Wirtschaftsdaten lässt sich die Umstrukturierung des Krankenhauses der Grundversorgung Prenzlau mit Basisnotfallversorgung in ein Fachkrankenhaus Geriatrie, wie es die Sanierungspläne der GLG-Führung vorsehen, nicht rechtfertigen“, argumentiert der Landkreis Uckermark.
Trotz massiver Kritik seitens des Minderheitsgesellschafters Landkreises Uckermark und trotz fehlendem Gesellschafterbeschluss, wurde die Umsetzung des Sanierungsplanes durch die Geschäftsführung der GLG mbH weiter forciert.
„Auch der am 29.1.2025 gefasste Kreistagsbeschluss, mögliche Defizite des MSZ Uckermark mit jeweils bis zu 2 Millionen Euro in den Jahren 2025 und 2026 auszugleichen, unter der Voraussetzung, dass das Kreiskrankenhaus Prenzlau als Krankenhaus der Grundversorgung mit Basisnotfallversorgung weiter Bestand hat, wurde von der Geschäftsführung der GLG ignoriert. Anfragen und Bitten um Zuarbeiten wurden weitgehend nicht bearbeitet“, kritisiert die Landrätin.
Am 10. April 2025 stoppte die Gesellschafterversammlung die Sanierungspläne und forderte die Geschäftsführung zur Überarbeitung auf mit der Maßgabe, dass das Kreiskrankenhaus Prenzlau in seiner derzeitigen Struktur mit Chirurgie, Innere Medizin, Geriatrie und Intensivstation erhalten wird. Doch ernsthafte Bemühungen, das seitens der GLG-Geschäftsführung umzusetzen, seien nicht erkennbar. Im Gegenteil: Die Uckermark werde weiterhin außen vor gelassen.
Desinformation der GLG führte zu Kündigungswelle in Prenzlau
Die mangelnde interne und externe Kommunikation der Geschäftsführung trug wesentlich zum massiven Vertrauensverlust bei. Die Schließungsabsichten von Fachabteilungen und die schlechte Kommunikation führte zu einer massiven Verunsicherung und bereits zahlreichen Kündigungen von Ärzten und Pflegekräften, vor allem in Prenzlau. Das führte in kürzester Zeit zu einem massiven Leistungseinbruch und damit zu einer sehr schnellen wirtschaftlichen Instabilität der GLG MSZ Uckermark gGmbH.
„Die im Sanierungsplan vorgesehenen ambulanten Strukturen wurden weder aufgebaut noch konnte deren Refinanzierung mit den Krankenkassen vereinbart werden. Die vorgesehene Stärkung der Fachabteilung Geriatrie scheint nicht ansatzweise das Defizit aufzufangen. Damit kann bereits jetzt festgestellt werden, dass der im Dezember 2024 vorgestellte Sanierungsplan praktisch nicht umsetzbar und somit in Gänze gescheitert ist“, konstatiert die Kreisverwaltung Uckermark.
Uckermark bezeichnet Sanierungspläne der GLG als gescheitert
Trotz allem hielt die Geschäftsführung am Sanierungsplan fest. Nur durch die vom Kreistag Uckermark beschlossene Bereitstellung von 2 Millionen Euro und der nun möglicherweise schon im November 2025 notwendigen weiteren 2 Millionen Euro, die für 2026 geplant waren, kann derzeit eine Insolvenz der MSZ Uckermark gGmbH abgewendet.
Die vom Landkreis beauftragte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft bestätigte damit eine positive Prognose zur Fortführung der bisherigen medizinischen Strukturen des MSZ. Doch unter dem Dach der GLG werde man das offensichtlich nicht umsetzen können. Das Vertrauen in die Geschäftsführung ist zu tief erschüttert.
Uckermark-Landrätin will Austritt aus der GLG
Also will Uckermark-Landrätin Karina Dörk nun doch umsetzen, wozu sie schon einmal entschlossen Anlauf nahm: Die Herauslösung der Uckermark aus der Gesellschaft für Leben und Gesundheit GLG.
Das würde dann nicht nur das MSZ mit den Krankenhäusern Prenzlau und Angermünde mit der renommierten Pneumologie, der Psychiatrie und Suchtmedizin und der psychiatrischen Tagesklinik in Schwedt sowie den Wohnstätten Criewen betreffen, sondern auch das MVZ Prenzlau, die erfolgreiche Fachklinik Wolletzsee und die Wolletzer Patientenservice GmbH.
Am 28.4. 2025 tagt der GLG-Aufsichtsrat in Eberswalde. Am 30.4.2025 entscheidet der Kreistag Uckermark in einer öffentlichen Sondersitzung in Prenzlau über eine mögliche Abspaltung von der GLG und die weiteren konkreten Schritte. Dabei geht es unter anderem um die Übernahme der gesamten Geschäftsanteile von der GLG sowie um die Verwendung der vom Kreistag beschlossenen insgesamt 4 Millionen Euro zur Sicherung des Krankenhausstandortes Prenzlau.






