GLG Krankenhaus Angermünde
: Runder Tisch zur Zukunft der Klinik

Wie es nach dem Stopp für das Sanierungskonzept der GLG weitergeht, und warum es bei Mitarbeitern keine Euphorie gibt.
Von
Daniela Windolff
Angermünde
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Eingang zum GLG-Krankenhaus Angermünde:  Die Pläne zur Schließung der Klinik für Innere Medizin sind gestoppt. Das Krankenhaus blickt auf fast 130  Jahre Geschichte zurück. Jetzt soll es weiterbestehen.

Eingang zum GLG-Krankenhaus Angermünde: Die Pläne zur Schließung der Klinik für Innere Medizin sind gestoppt. Das Krankenhaus blickt auf fast 130 Jahre Geschichte zurück. Jetzt soll es weiterbestehen.

Daniela Windolff
  • Der Aufsichtsrat der GLG stoppte die Schließungspläne für die Klinik für Innere Medizin in Angermünde.
  • Ein neues Sanierungskonzept muss innerhalb von sechs Wochen erarbeitet werden.
  • Landrätin Karina Dörk und Bürgermeisterin Ute Ehrhardt setzen sich für den Erhalt der Klinik ein.
  • Mitarbeiter zeigen vorsichtige Abwartestimmung, keine Euphorie.
  • Verdi kämpft für gerechtere Löhne der nichtärztlichen Beschäftigten.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Es gibt derzeit nur ein beherrschendes Thema bei den Mitarbeitern im Krankenhaus Angermünde: Die Pläne der GLG, die Klinik für Innere Medizin zu schließen, sind vom Tisch. Erleichtertes Aufatmen. Doch wie geht es nun weiter? In jeder Teambesprechung mit Ärzten, Pflegeleitung und Funktionsabteilung werde darüber diskutiert, heißt es aus Mitarbeiterkreisen.

Der Aufsichtsrat der GLG hatte nach aufreibenden Wochen mit Protestaktionen, hartnäckigem Ringen der Mitgesellschafter aus der Uckermark und unermüdlicher Überzeugungsarbeit der Ärzteschaft einstimmig die umstrittenen Sanierungspläne der GLG-Geschäftsführung gestoppt, die gravierende Auswirkungen für die medizinische Versorgung in der Uckermark, an den Krankenhausstandorten Angermünde und Prenzlau hätten. Ein juristisches Gutachten belegte zudem die Rechtswidrigkeit des Handelns der Geschäftsführung.

Uckermark-Kliniken: Neues Sanierungskonzept von GLG-Chefs gefordert

Jetzt sollen beide Krankenhäuser im GLG-Verbund in der jetzigen Form bestehen bleiben. Doch ein einfach „weiter so“ bedeutet das nicht.

Um die Zukunftsfähigkeit der Uckermark-Kliniken zu sichern, muss die Geschäftsführung innerhalb einer 6-Wochen-Frist ein neues Sanierungskonzept erarbeiten. Der Landkreis Uckermark als Mitgesellschafter erarbeitet dafür Vorstellungen, wie die künftige Struktur aussehen soll und die medizinische Grundversorgung gesichert werden kann.

Uckermark-Landrätin appelliert an Ärzte und Schwestern: Bleibt!

Landrätin Karina Dörk will das nicht ohne die fachliche Kompetenz der Mitarbeiter der Kliniken tun und dazu eine Arbeitsgruppe mit Ärzten, Pflegekräften und Therapeuten bilden. Sie sucht derzeit das Gespräch mit den Chefärzten.

Dringendste Aufgabe ist es zunächst, den Mitarbeitern wieder Vertrauen und Sicherheit zu geben, um sie zu halten und weitere Kündigungen zu verhindern. Karina Dörk appelliert eindringlich an die Beschäftigten: Bleibt!

In der Belegschaft des Angermünder Krankenhauses habe die Nachricht vom Erhalt der Klinik keine Euphorie hervorgerufen, es herrsche vorsichtige Abwartestimmung, sagt Ulrike Schmoldt, Sozialarbeiterin im Krankenhaus Angermünde. Man habe Hoffnung und vor allem Hochachtung für das mutige und hartnäckige Durchsetzen von Uckermark-Landrätin Karina Dörk.

„Die Landrätin hatte dabei auch große Unterstützung aus den Kommunen, den Fachgremien, der Bürgerschaft,“ betont Ulrike Schmoldt. Sie ist auch Vorsitzende der psychosozialen Arbeitsgruppe, die sich ebenfalls mit einer fachlichen Stellungnahme und Unterschriftenlisten für den Erhalt von Psychiatrie und Innere unter einem Dach engagierte. Schließlich hatten auch die Angermünder Ärzte mit den Chefärzten Dr. Christoph Arntzen (Innere) und Dr. Lorenz Gold (Psychiatrie) geschlossen und engagiert mit fachlichen Argumenten für den Erhalt der Klinik gekämpft.

Angermünde hat als Fachkrankenhaus mit der Kombination Psychiatrie, Innere Medizin und Spezialisierung für Pulmologie, die es sonst in der GLG nicht gibt, gute Voraussetzungen. Dieses erfolgreiche Konzept sei die Basis, auf die man weiter aufbauen könne.

Welche konkreten Schritte nun weiter geplant sind, um dieses Status auch im künftigen Sanierungskonzept zu sichern und auszubauen, sei in der Arbeitsgruppe mit den Fachleuten zu beraten, so die Landrätin.

Angermünder Bürgermeisterin initiiert Runden Tisch

Auch die Angermünder Bürgermeisterin Ute Ehrhardt hatte sich von Anfang an für den Erhalt des Krankenhauses eingesetzt. Sie hatte einen Runden Tisch ins Leben gerufen, der sich bereits zu einer ersten Beratung mit GLG, Ärzten, Kommunalpolitikern, Vertretern der Kassenärztlichen Vereinigung und des Gesundheitsministeriums zusammenfand, informierte Ute Ehrhardt. Sie sei verhalten optimistisch, weil noch viele Fragen offen sind, auch in Sachen Landespolitik und Rahmenbedingungen aus der Krankenhausreform.

Auch ihr Amtskollege Hendrik Sommer, Bürgermeister von Prenzlau, ist erleichtert, aber auch realistisch: „Die von Frau Dörk erreichte Entscheidung im Aufsichtsrat ist ein erster und sehr wichtiger Schritt für Prenzlau und Angermünde. Beide Krankenhäuser sind mit ihren bisherigen Funktionen für die Menschen vor Ort unabdingbar. Es liegt aber noch sehr viel Arbeit vor uns, um eine Stabilität bzgl. der Mitarbeitersituation und auch den so wichtigen Erhalt der ITS-Station in Prenzlau zu erreichen“, erklärt Hendrik Sommer.

Die Stadt Prenzlau stehe dabei eng an der Seite der Landrätin und bedankt sich bei den Kreistagsabgeordneten„ für die guten und wichtigen Beschlüsse in der Sache“, so der Prenzlauer Bürgermeister.

Tarifstreit in der GLG für mehr Lohn

Parallel dazu geht der Kampf um Lohnerhöhungen für die Beschäftigten in Angermünde und Prenzlau weiter. Gewerkschaft Verdi und Tarifkommission kämpfen um eine Angleichung der Vergütung für 450 nichtärztliche Beschäftigte der Uckermark an die GLG-Kliniken in Eberswalde.

„Wir brauchen unbedingt eine gerechtere Entlohnung, auch um Mitarbeiter zu halten“, betont Ulrike Schmoldt, die auch Mitglied der Tarifkommission ist. Am 18. März 2025 ist die nächste Verhandlungsrunde mit der GLG.